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Morgendämmerung für Pico-Zellen auf dem Betriebsgelände

Femtocell: Eine Technik entwickelt sich schneller als der Markt

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Wie die Pico-Zellen arbeiten

Femto-Zellen sind sehr kleine Mobilfunkzellen. Sie nutzen bekannte Funk-Standards in einem Lizenzierten Spektrum – hierzulande UMTS – und vergrößern damit sowohl die Zuverlässigkeit als auch die Reichweite zu einem Preis, der mit WiFi-Installationen vergleichbar sein soll. Als Internet-Backhaul dienen DSL- oder andere Kabel-Verbindungen. Das Management obliegt den Mobilfunkoperatoren.

Damit können die Mini-Mobilfunkzellen als Verstärker in Gebäuden, Zuhause oder im Büro genutzt werden. Sie sollen aber auch komplette WLAN-Installationen auf einem Betriebsgelände oder Uni-Campus ersetzen können.

Der Deutschlandfunk berichtete kürzlich von Keith Day, der zurzeit bei sich daheim in Großbritannien ein Gerät der Firma Ubiquisys testet, das etwa die Größe eines herkömmlichen DSL-Routers besitzt. Seit März dieses Jahres ist T-Mobile Venture an dem Femtocell-Anbieter beteiligt, wie auch Google, Accel Partners, Atlas Venture und Advent Venture Partners. Partner sind etwa Nokia Siemens Networks, Netgear und NEC.

Day ist als Marketingleiter des Unternehmen zwar kein unvoreingenommener Beobachter, doch er kann erklären, wie Anwender mit dem Minisendemasten im Haus umgehen und diesen wahrnehmen: „Das Ding“ sei so groß wie ein Taschenbuch, per Kabel mit dem DSL-Anschluss verbunden und per SIM-Karte des Mobilfunk-Providers mit den Handys der Familie. Diese nutzten nun ihre Smartphones zum Surfen und sogar zum Download von Videos.

Angst vor der zusätzlichen Strahlung hat Day offenbar nicht. Nach Angaben von Ubiquisys benötigt ein WiFi-Router rund 100 Milliwatt Leistung. Die Femto-Zelle komme mit einem Milliwatt aus.

Antennen im Wohnzimmer und Büro

Auch T-Mobile verwendet neben Huawei-Technik auch Geräte dieses Herstellers, um die Praxistauglichkeit von Femtocell zu prüfen. Doch Pressesprecher spielen die Bedeutung des Pilotversuchs in Köln/Bonn herunter. Es handle sich lediglich um einen „kleinen Versuch und nicht um mehrere Tausend Installationen“, um vor allem die technische Abwicklung und die Stabilität sowie die Reichweite der Technik zu testen. Darüber hinaus wolle das Unternehmen „Business-Cases errechnen“.

Um vor Einflüssen aus Macro-Zellen zu schützen, benötigen die Pico-Zellen eine gute 2.100-Megahertz Abschirmung der Wände. Grafik: Femto Forum (Archiv: Vogel Business Media)

Der Versuch mit UMTS (HSDPA und HSUPA) und DSL läuft seit Juni dieses Jahres, so dass noch nicht einmal eine Zwischenauswertung vorliege oder das Ende terminiert sei. Insofern könnten auch noch keine Aussagen darüber getroffen werden, ob ein Einsatz in Firmen machbar sei und sich für Anbieter wie Kunde lohne.

Störend könnte sein, dass die Femto-Zellen nur mit Devices desselben Mobilfunk-Provider harmonieren; eine Vodafone-Zelle funktioniert nur mit Vodafone-Handys.

Ungeklärt ist offenbar auch, wie man sich vor unberechtigtem Huckepack-Surfen schützen will oder was passiert, wenn ein Anwender eine Funkzelle in eine Region mit anderen Preismodellen einführt.

Zudem könnte sich das Umgehen von Interferenzen als schwierig erweisen, zum Beispiel durch die Konkurrenz von Makro- und Mikro-Zellen oder durch unterschiedliche Femto-Technik in verschiedenen Stockwerken.

weiter mit: Femtocell-Produkte

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