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Ethernet Fabrics machen Netze flexibel

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Funktionsbasis

Das Ziel von Ethernet Fabrics ist Skalierbarkeit ohne den Verlust von Performance. So wird zum Beispiel eine klassische Netzwerkarchitektur (hierarchischer 2-Tier und 3-Tier-Aufbau) oftmals auf eine maximale Ausbaustufe ausgelegt. Die Erweiterungsfähigkeit im Server Access ist damit auf die physikalische Netzwerkperformance limitiert. Beim Hinzufügen weiterer Server gerät die Performance schnell an ihre Grenzen. Abhilfe schaffen oftmals nur umfangreiche Erweiterungen der Netzwerkinfrastruktur durch höhere Leistungen wie 10 oder 40 GB, sofern die Systemlandschaft das zulässt.

Bei Netzwerkarchitekturen, die auf Ethernet Fabrics basieren, genügt in einem solchen Fall der Einschub weiterer Module, um mehr Performance zu gewährleisten. So lässt sich das System einfach und schnell erweitern, ohne die Verkabelung zu verändern.

Diese Lösungen unterstützen zudem eine nahtlose Integration zur Virtualisierung des Netzwerks, die auf der Ebene der Server stattfindet. Der virtuelle Switch funktioniert also auf dem Server, meist über eine 10-GB-Schnittstelle. Was heute die physikalischen Systeme abbilden, übernehmen in Zukunft virtuelle Funktionalitäten, dazu gehören neben dem Switching und Routing zum Beispiel auch Security-Profile.

Komplexe Einführung

Lösungen für Ethernet Fabrics sind zwar schon seit mehreren Jahren auf dem Markt, doch haben sie sich bis heute noch nicht überall durchgesetzt. Während sie ursprünglich eine reine Netzwerk-Infrastrukturlösung boten, enthalten heutige Konzepte nun auch Tools zur Optimierung, Automatisierung und Orchestrierung von Services, wodurch sich Private Cloud Services einfach realisieren lassen. Damit sind sie für alle Unternehmen interessant, die eine hohe Performance sowie Skalierbarkeit, Hochverfügbarkeit und Flexibilität benötigen. Auch Firmen, die Hybrid Cloud-Lösungen nutzen oder einen hohen Anteil an Virtualisierung besitzen, sollten die Einführung von Ethernet Fabrics prüfen.

Allerdings ist dazu ein Umdenken nötig, da es ein vollständig anderes Netzwerkkonzept erfordert. So sind die genutzten Applikationen, der Anschluss der Server und die optimale Verkabelung zu konzeptionieren, um das ideale Verhältnis zwischen Ost-West- (zwischen verschiedenen Servern) und Nord-Süd-Traffic (zwischen Client und Server) zu ermitteln. Zudem sollten sich möglichst viele Services automatisieren und orchestrieren sowie weitere Produkte, etwa für die Betriebsautomation oder Infrastrukturservices, integrieren lassen. Die Virtualisierung auf Basis von Hypervisoren hat dabei mit entsprechenden Switches zu funktionieren.

Auch die Komplexität der Implementierung ist nicht zu unterschätzen. Die Integration physikalischer und virtualisierter Umgebungen erzeugt eine große Heterogenität mit zahlreichen Schnittstellen. Aus diesem Grund sollte ein erfahrener Dienstleister bei der Konzeptionierung und Umsetzung hinzugezogen werden. Schließlich haben die Unternehmen durch die hohen Kosten, den Aufwand und das operative Risiko durch Ausfallzeiten nur einen Versuch für die Konzepterstellung, Validierung und Migration. Während bislang Netzwerke nur einfach erweitert wurden, stellen Ethernet Fabrics einen grundlegenden Architekturwechsel dar. Und eine solche Umgebung wird nicht einfach spontan aufgebaut.

Fazit

Im Vergleich zu klassischen hierarchischen Ethernet-Architekturen bieten Ethernet Fabrics mehr Leistung, effiziente Ressourcen-Nutzung, Verfügbarkeit und Einfachheit. Unternehmen können damit ihre Kosten senken und die Virtualisierungskette über das Rechenzentrum hinaus bis zum Desktop des Anwenders verlängern.

Frank Witte
Frank Witte
(Bild: Bernd Arnold / Computacenter)

Sie benötigen das Spanning Tree Protocol nicht mehr, können aber mit bestehenden Ethernets weiterarbeiten. Ethernet Fabrics lassen sich in bestehende RZ-Infrastrukturen integrieren und passen sich flexibel an die Anforderungen an. Das Netz ist somit bereit für den steigenden Bedarf an Leistung, Funktionalität und Automatisierung.

Über den Autor

Frank Witte ist Solution Manager Consulting Services bei Computacenter.

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