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Strahlungsdummy Norman
Eine wesentliche Hilfe bietet das sog. Norman Computermodell für Berechnungen innerhalb des Körpers. Es basiert auf MRI-Werten von Menschen (Magnet Resonanz Interferometer zur extrem genauen Schichtanalyse des menschlichen Körpers, im Volksmund auch „Röhre“ genannt), gemittelt auf „Referenz-Mensch“. Dazu dient eine Zerlegung des 3D-Bildes des Körpers in 8 Millionen Teile der Größe 2 mm3, sog. „Voxels“, und eine Definition des Gewebetyps für die Referenzbestimmungen. Bei Frequenzen oberhalb von 100 kHz ist die Aufheizung der wichtigste Effekt. Norman kann dazu benutzt werden, auszurechnen, wie viel Energie/Hitze in einem Körper entsteht, der einer bestimmten Belastung ausgesetzt ist. Dies korrespondiert zum SAR-Wert.
Physikalische Quantitäten außerhalb des Körpers:
- Elektrische Feldstärke [V/m]
- Magnetische Feldstärke [A/m]
- Magnetische Flussdichte [µT]
- Äquivalente Leistungsflussdichte [W/m²]
- Watt Root Meter Square rms
- Dosimetrische Quantitäten innerhalb des Körpers
- Stromdichte [A/m²] im Zusammenhang mit Belastungen durch niederfrequente ungepulste Felder
- Spezifische Absorptionsrate SAR [W/kg] im Zusammenhang mit Belastungen durch hochfrequente gepulste oder nichtgepulste Felder, z.B. RF-EMF, Elektro Magnetisches Feld mit Radio Frequenz, i.e. 100 kHz ... 300 MHz
Norman kann dazu benutzt werden, die hinsichtlich einer spezifischen RF-EMF-Belastung entstehenden SAR-Werte genau zu berechnen. Zurzeit sind auch weibliche Ausführungen von Norman und Norman-Kinder in Entwicklung.
Ein SAR-Wert von1 W/kg über eine Expositionsdauer von 6 Minuten bedeutet eine Temperaturerhöhung gemittelt über alle Gewebetypen von ca. 0,12 Grad Celsius
Abb. 2 zeigt den Einfluss der Benutzung eines Mobiltelefons, Profil des Temperaturanstiegs, Sendeleistung 1W, 1800 MHz
NRPB-Statement zu WLANs
Das NRPB hat ein Statement zur Strahlenbelastung von WLANs abgegeben, welches eine so hohe Signifikanz hat, dass es hier in voller Länge wörtlich zitiert wird:
Bis zum heutigen Tage ist noch kein harmonisierter technischer Standard zur Einschätzung der Belastung von Personen in unmittelbarer Nähe eines WLANs veröffentlicht worden. Nichtsdestotrotz sollten die wesentlichen Anforderungen anwendbarer Richtlinien durch Geräte erfüllt werden, die das CE-Zeichen tragen.
Es gibt viele verschiedene Hersteller für WLAN-Equipment und es gibt viele unterschiedliche Stndards, nach denen das Equipment gestaltet werden kann. Die Systeme, die das NRPB beobachtet hat, arbeiten alle nach dem Standard IEEE 802.11b im Frequenzbereich zwischen 2,4 und 2,5 GHz. Die Ausgangsleistungen der Basisstationen und Computer Terminals betrugen wenige Zehntel Milliwatt während der Datenübertragung und waren beim Standby noch wesentlich geringer.
NRPB hat Messungen der Leistungsflussdichte der elektromagnetischen Wellen sowohl innerhalb als auch außerhalb der Büros vorgenommen, in denen WLANs installiert waren, und dabei festgestellt, dass diese in jedem Fall sehr weit unterhalb der empfohlenen Grenzwerte, wie sie von der EU-Kommission und anderen Standardisierungsgremien empfohlen werden, liegen.
Die Situation ist etwas komplizierter hinsichtlich der entstehenden Belastung innerhalb der ersten wenigen Zentimeter um einen Transceiver herum, d.h. für die Situation, wo ein Laptop auf einem Arbeitsplatz steht und die Sendeantenne des Transceivers an einer Seite des Laptops angebracht. Das ist die Situation, in der die Belastung am höchsten sein kann und es gibt keine praktische Methode, die schnell ausgeführt werden kann, um die Level eines installierten Systems zu prüfen. Angesichts der niedrigen Leistungen erwartet NRPB aber kein Problem mit der Einhaltung der empfohlenen Grenzwerte.
Wird ein Radio-Terminal nahe am Körper benutzt, tritt ein Teil der Radio-Energie in den Körper ein und wird vom Gewebe absorbiert. Das Muster dieser Absorption und die Gesamtmenge der absorbierten Energie hängen von Parametern wie Frequenz-Ausgangsleistung, Position der Benutzung, Antennentyp usw. ab und sind ohne genaue Prüfung nicht vorhersehbar. Die Belastung wird durch die spezifische Energie-Absorptionsrate SAR im Gewebe charakterisiert und hat einen räumlichen Spitzenwert nahe der Oberfläche des Körpers und in der Nähe der sendenden Antenne.
Es gibt Richtlinien, die vorsehen, dass die SAR über verschiedene Gewebemassen und Zeitperioden gemittelt werden muss, ehe sie mit einem Grenzwert verglichen werden kann. Die strengsten Grenzwerte für die Situation, in der Radiotransmitter geringer Leistung in der Nähe des Körpers verwendet werden, sind diejenigen für lokalisierbare SAR im Kopf, die sich auf eine durchschnittliche Gewebemasse von 10 Gramm und eine durchschnittliche Belastungsdauer von 6 Minuten beziehen. Für diese Situation empfiehlt die ICNIRP für Personen, die aktiv im Umfeld von Radiokomponenten arbeiten, also z.B. Elektroschweißer oder Monteure, dass die SAR den Grenzwert von 10 W/kg nicht überschreiten darf. Gemäß der neuen generellen ICNIRP-Richtlinien darf ein Grenzwert von 2 W/kg für eine Person in der Öffentlichkeit also nicht überschritten werden.
Zusammenfassend ist es die Ansicht des NRPB, dass es keinerlei Problem mit der Sicherheit von WLANs gibt. Wird eine explizite Aussage darüber benötigt, dass Strahlenbelastungen innerhalb der Richtlinien liegen, so sollte sie von den Herstellern zu erhalten sein. Man könnte aber mit recht behaupten, dass dies im CE-Zeichen inbegriffen ist.
Dies gibt der Diskussion einen neuen Rahmen. Das CE-Zeichen ist allgemein akzeptiert und nicht nur auf allen erlaubten Elektrogeräten zu finden, sondern auch z.B. auf Spielzeug. Ziel ist nicht nur der störungsfreie Betrieb sondern insbesondere auch der Schutz der Konsumenten. Unabhängig von WLANs ist der moderne Mensch umgeben von Geräten, die elektromagnetische Felder ausstrahlen, wie Computer generell, Radios, Fernseher, CD- und DVD-Geräte u.v.a.m.
Eine CE-Zertifizierung spiegelt den aktuellen Kenntnisstand aber immer wider und die Richtlinien werden laufend aktualisiert und in entsprechende Verordnungen umgesetzt.
Über den Autor
Dr. Franz-Joachim Kauffels ist seit über 25 Jahren als unabhängiger Unternehmensberater, Autor und Referent im Bereich Netzwerke selbständig tätig. Mit über 15 Fachbüchern in ca. 60 Auflagen und Ausgaben, über 1.200 Fachartikeln sowie unzähligen Vorträgen ist er ein fester und oftmals unbequemer Bestandteil der deutschsprachigen Netzwerkszene, immer auf der Suche nach dem größten Nutzen neuer Technologien für die Anwender. Sein besonderes Augenmerk galt immer der soliden Grundlagenausbildung.
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