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Europaweit herabgesetzte Grenzwerte
Auch in Anlehnung an Bemühungen anderer Länder der EU wurden 2004 die Grenzwerte, die 1998 von der ICNIRP definiert wurden, erheblich herabgesetzt. Nach den neuen Werten darf die Bestrahlung für Personen, die sich normal in der Öffentlichkeit aufhalten, nur noch höchstens ein Fünftel dessen betragen, was für Personen, deren Arbeit sie in unmittelbaren Kontakt mit RF-Quellen bringt, als Grenzwert vorgeschrieben ist.
Zur Überwachung der Einhaltung der Grenzwerte ist vom Office of Communications, Ofcom, früher Rediocommunications Agency, eine unabhängige Stelle für zufällige Audits von Base Stations gegründet worden. Mittlerweile werden schon über 450 Base Stations dauerhaft überwacht und auf der ofcom Website „Sitefinder“ dokumentiert. Man hat festgestellt, dass die Belastungen aus den Base Stations von Makrozellen weit unter den gesetzlichen Grenzwerten liegen.
Die Abbildungen 3 bis 7 zeigen typische Belastungssituationen und ihre Relation zu den aktuellen Grenzwerten.
Im September 2001 hat das European Committee for Electrical Standardisation (CENELEC) eine genormte Testprozedur für die Messung der spezifischen Energieabsproptionsrate (SAR) von Mobiltelefonen veröffentlicht. Die Einheit für SAR ist Watt pro Kilogramm. Für alle in UK vermarkteten Geräte sind diese Werte verfügbar, allerdings ist es für eine interessierte Privatperson, z.B. im Zuge der Auswahl eines Gerätes, oft umständlich, an diese Werte zu kommen. Das NRPB-Board legte den Herstellern daher die Veröffentlichung ihrer Werte nahe.
Mittlerweile kann man die SAR-Werte für alle auch hier marktstatistisch relevanten Geräte unterschiedlicher, auch deutscher Hersteller zusammenfassend unter der Website des Mobile Manufacturers Forums einsehen. Dies ist irgendwelchen ominösen Aufklebern natürlich bei der Geräteauswahl vorzuziehen.
Das Board empfiehlt zudem dringend, ein Verständnis der Signalcharakteristika und Feldstärken aller neuen drahtlosen Telekommunikationssysteme wie 3G Mobiltelefonie, WLANs, Bluetooth, UWB und RFID zu entwickeln sowie die RF-Einwirkung auf den Menschen und die potentiellen biologischen Effekte zu untersuchen. Das Board empfiehlt dafür zu sorgen, dass die Gesamtbelastung aus allen bestehenden und neuen Systemen unter den bisher festgelegten Grenzwerten liegt.
Im Februar 2001 wurde in Großbritannien das sog. MTHR-Programm für die Erstellung neutraler Studien zum Thema RF-Wechselwirkungen gegründet. Es wird je zur Hälfte von der Regierung und der Industrie finanziert und hat ein Budget von knapp 9 Millionen GBP.
Das Verständnis der Wechselwirkungen wird zunächst dadurch erschwert, dass es für die physikalische Beschreibung eines Feldes und die medizinisch-dosimetrische Beschreibung einer Wirkung unterschiedliche Quantitäten gibt.
Für die seriöse Bewertung von Einflüssen von RF-EMF auf den menschlichen Körper sind einzelne physikalische Quantitäten zunächst belanglos. Wichtig, vor allem für Grenzwerte, Vergleiche usw. ist die messbare Wirkung eines RF-EMF auf menschliches Gewebe. Ab einer bestimmten Einwirkung sind z.B. immer Temperaturanstiege zu beobachten. Das international anerkannte und verwendete Maß ist die Spezifische Absorptions Rate, SAR. Die Bestimmung der SAR ist nicht trivial.
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