Verzögerung und Mehrkosten in Milliardenhöhe beim BOS Digitalfunk für Sicherheitsbehörden – nicht ganz ein Erfolg
Als in Berlin das Digitalfunknetz für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben freigeschaltet wurde, schien es so, als könnte das krisengeschüttelte Projekt endlich eine Erfolgsmeldung verzeichnen. Doch an allen Ecken und Kanten sind noch Löcher zu stopfen. Das dauert und kostet. Manfred Klein, Chefredakteur unserer Schwesterpublikation „eGovernment Computing“ gibt einen Überblick.
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Kurz nach Berlin konnte auch Baden-Württemberg melden, dass die Einführung des Digitalfunks planmäßig verlaufe. Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble bewertete den Berliner Erfolg so: „Als eine der ersten Regionen in Deutschland startet Berlin den Wechsel – also den Übergang vom Analog- zum Digitalfunk. Dies ist ein wichtiger Schritt für die Einsatzkräfte des Landes Berlin und des Bundes.“
Schäuble lobte, dass sich das Projekt im geplanten Zeit- und Kostenrahmen befinde. Bis 2010 würden daher alle Direktionen der Berliner Polizei, alle Direktionen der Berliner Feuerwehr, der Berliner Verfassungsschutz, die Berliner Justiz und die in Berlin tätigen Hilfsorganisationen ihre Einsatzkräfte mit digitaler Funktechnik ausgestattet sein.
Wie gesagt, fast eine Erfolgsmeldung. Hätten die vorangegangenen Ereignisse nicht Wasser in den Wein der Verantwortlichen geschüttet. Die Bundesanstalt für den Digitalfunk der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BDBOS) musste nämlich wenige Tage zuvor melden, dass der Aufbau des Netzes erst 2012 abgeschlossen sein werde. Grund für die erneute zweijährige Verzögerung: Probleme bei der Akquirierung von Sendemasten.
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