Mobile-Menu

Grundlagen moderner Netzwerktechnologien im Überblick – Teil 77

Die Weiterentwicklung zellularer Dienste – UMTS und seine Konsequenzen

Seite: 2/2

Anbieter zum Thema

Die Bedeutung für das E-Business und die Unternehmen

Was bedeutet das für E-Business und für Unternehmen? Zunächst einmal bedeutet es die Möglichkeit, alle Geschäftsmodelle, die jetzt bereits populär sind, systematisch durchzusetzen und keine Rücksicht auf Orte mehr nehmen zu müssen. Es bedeutet aber auch, dass es völlig neue Geschäftsmodelle geben kann.

Die Unternehmen sollten sich heute schon überlegen, wie viele UMTS-Endgeräte sich bei ihnen ergeben könnten. Dabei sollte man nicht nur an die Kunden, sondern auch an die Geschäftspartner, den eigenen Außendienst und die sonstigen Leute denken, die ggf. mobil arbeiten können sollten. In Unternehmen, aber auch in stark frequentierten Bereichen wie Hotels oder Flughafenhallen stellt die Dichte der Geräte übrigens ein eigenes Problem dar. Man diskutiert heute schon darüber, ob in solchen Fällen ein eigenes optisches Netz verlegt werden muss.

UMTS bringt aber auch endlich weitergehende Möglichkeiten für die Anbindung von Home-Offices, sodass, entsprechende Betriebsvereinbarungen vorausgesetzt, auch in diesem Sektor eine Menge passieren wird. Nur 1.000 Benutzer erzeugen aber insgesamt 2 Gigabit/sek. Nutzdatenrate. Diese Datenrate hat eine üble Stochastik, so dass man gar keine Angaben über die Verteilung prognostizieren kann und letztlich immer davon ausgehen muss, dass im schlimmsten Falle alle gleichzeitig arbeiten.

Dadurch kann man die Netze nicht irgendwie einschränken, sondern muss immer vom Maximum ausgehen. Außerdem haben wir noch mit einem heute unvorhersehbaren Overhead zu rechnen. Die UMTS-Anbindung wird aber neben allen anderen Anwendungen laufen. Daraus kann man heute schon schließen, dass UMTS zwangsläufig bei großen Unternehmen zur Notwendigkeit eigener optischer Backbones mit mindestens 10 Gigabit Übertragungskapazität führen wird.

UMTS ist nur auf dem letzten Stück zwischen Benutzer und Basisstation ein Funksystem. Die gesamte Infrastruktur läuft ansonsten über Leitungen. Da man aber schon absehen kann, dass die Übertragung auf metallischen Leitern diese enorme Belastung nicht mehr verkraften, baut man heute schon an optischen Netzen für die Infrastruktur. Die legt man aber direkt so großzügig aus, dass sie letztlich Leistungen im Bereich mehrerer Terabit/s. haben werden. Solche Netze werden heute vor allem für US-Kunden von Firmen wie Nortel und Ciena mit Komponenten z.B. von JDS Uniphase oder Corning aufgebaut.

Sehen Sie mal unter www.nasdaq.com in die Unternehmensnachrichten dieser Firmen. Alleine das Area-Netzwerk, welches alle wichtigen US-Metropolen miteinander verbinden wird, verlegt z.Zt. Hunderttausende Glasfaserkilometer, jede Faser mit Terabit-Leistung. UMTS wird endlich die Brücke sein, mit der E-Business-Datenflüsse zwischen Unternehmen und der sie umgebenden Umwelt möglich sind und stellt das letzte, fehlende Bindeglied im XRM-Modell dar. Manche Dinge wird man nun als Unternehmen an einen Provider auslagern, z.B. den Katalog Front-End.

Manche Dinge wird man aber auch nicht auslagern können. Das führt unmittelbar zur Notwendigkeit von WAN-Anbindungen im Bereich um 10 Gbps. Die mittlerweile hierfür standardisierte Technologie ist 10 Gigabit Ethernet. Als Alternative könnte man auch direkt eine eigene Wellenlänge aus einem DWDM-System nehmen. Schließlich braucht auch die Datenübermitlung an Web-Hoster entsprechende Power.

Es kommt zu einer dramatischen Erhöhung der zu speichernden und zu verarbeitenden Datenmengen. Die Lösungen sind nicht grade billig, man empfiehlt auch, multimediale Anwendungen vom Host wegzulegen. Es gibt schon seit 2000 entsprechende neue Geräte einer bislang nicht dagewesenen Leistungsklasse fürs Geld, wie z.B. die Superdomes von HP. Ein Superdome hat 64 Prozessoren und eine Backplane mit 400 Gigabit/s. Wie bekommen wir aber die Daten an ein solches Gerät? Selbst der 10 Gigabit Ethernet Standard erscheint hier vergleichsweise schlapp.

Die zu erwartenden Datenmengen werden nur noch von reinen Storage Servern mit direkter Netzwerk-Anbindung bewältigt werden können, wie sie z.B. von EMC angeboten werden. Weder reine Network Attached StoragesNAS noch Storage Attached Networks SANs werden aber in Reinkultur allen Anforderungen standhalten. Vielmehr wird es zu einem Mix kommen. Bei Ausfällen kommt es dann aber zu zeitlichen Recovery Problemen und was überhaupt könnte ein geeignetes Backup-Medium sein?