Ob im heimischen Wohnzimmer, Unterwegs per Hotspot oder im Geschäftsalltag: Selten hat sich eine Netzwerktechnik so tief im Alltag verankert wie WLAN. Mit Wi-Fi 6E kündigt sich nun der nächste Evolutionsschritt der drahtlosen Netzwerke an.
Ohne drahtlose Vernetzung geht es heutzutage weder im privaten Bereich noch im beruflichen Umfeld – Und Technologien wie Wi-Fi 6 und Wi-Fi 6E treiben das WLAN-Verlangen weiter an.
„Wie lautet denn dein WLAN-Passwort?“ ist möglicherweise eine der meistgestellten Fragen der vergangenen Jahre. Die drahtlosen Netzwerke sind längst in den meisten Haushalten, Firmen und auch an öffentlichen Orten installiert. Manch ein Smartphone-Nutzer kann mittlerweile eine veritable Liste an WLAN-Zugangsdaten sein Eigen nennen.
Noch vor einigen Jahren war diese Entwicklung gar nicht so sicher. Gerade in ihren Anfangszeiten hatte es die WLAN-Technik schwer, mit ihrer selbst für damalige Verhältnisse bescheidenen Geschwindigkeit und eher unzuverlässigen Verbindungen beim Endanwender Fuß zu fassen. Nach dem Siegeszug mobiler Endgeräte wie Smartphones und Tablets sowie kontinuierlicher Weiterentwicklung der WLAN-Technik sieht die Lage heute allerdings völlig anders aus.
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Wi-Fi 6 setzt sich durch
Bereits 2018 kündigte sich der Wi-Fi-6-Standard (IEEE 802.11ax, auch „High Efficiency WLAN“, HEW) an. Erst jetzt sind entsprechende ausgestattete Geräte breit verfügbar – laut der Wi-Fi Alliance werden bis Ende 2021 rund 2 Milliarden entsprechender Geräte über die Ladentheke gegangen sein.
Konkret handelt es bei Wi-Fi 6 um eine Weiterentwicklung des bisher dominierenden Wi-Fi-5-Standards (IEEE 802.11ac). Wi-Fi 6 funkt im 2,4- und 5-Gigahertz-Frequenzband. Rein theoretisch könnte der Standard in allen Frequenzbereichen zwischen 1 und 6 Gigahertz genutzt werden. Er ist zudem abwärtskompatibel zu den Vorgängerstandards IEEE 802.11a/b/g/n/ac und funktioniert damit im Zusammenspiel mit allen bisherigen WLAN-Geräten.
Bei gleichen Rahmenbedingungen erreicht Wi-Fi 6 theoretisch eine deutlich höhere Bruttodatenrate als der direkte Vorgänger: 9,6 Gigabit pro Sekunde gegenüber 3,5 Gigabit pro Sekunde. In der Praxis sind etwa 40 Prozent höhere Datenraten realistisch. Zudem kommt Wi-Fi 6 deutlich besser mit vielen Endgeräten gleichzeitig zurecht und eignet sich damit auch für den Einsatz in Firmen, bei Events oder in der Öffentlichkeit.
Verantwortlich sind dafür Technologien wie MU-MIMO („Multi-User Multiple Input Multiple Output“) und OFDMA („Orthogonal Frequency-Division Multiple Access“). Sie sorgen zudem für höhere Übertragungsraten und weniger Störungen durch benachbarte drahtlose Netzwerke. Auch Latenzen und der Stromverbrauch profitieren von den modernen Verfahren. Für Sicherheit sorgt Verschlüsselung via WPA3 („Wi-Fi Protected Access“).
Nächster Schritt bereits in Sicht
Mit Wi-Fi 6E („Enhanced“) erweitert sich das verfügbare Frequenzspektrum auf das 6-Gigahertz-Band. Die Bundesnetzagentur hat die WLAN-Nutzung in diesem Frequenzbereich freigegeben. Wi-Fi 6E kann damit in Betrieb gehen. Der Einsatz des 6-Gigahertz-Frequenzspektrums wird für Entlastung auf den 2,4- und 5-Gigahertz-Bändern sorgen. Die ist auch dringend notwendig: Gerade in dichtbesiedelten Stadtgebieten und Mehrfamilienhäusern sind die drahtlosen Netzwerke so zahlreich und mit Geräten ausgelastet, dass sie sich gegenseitig behindern.
Wi-Fi 6E wird ein Spektrum von 1,2 Gigahertz nutzen (5,925 bis 7,125 Gigahertz), das in 14 Kanäle zu jeweils 80 Megahertz oder 7 Kanäle zu je 160 Megahertz Bandbreite aufgeteilt ist. Allerdings sind in Deutschland erst 480 Megahertz im fraglichen Bereich freigegeben – ob und wann der Rest folgt, ist noch unklar. Funktionsumfang und Datenübertragungsrate von Wi-Fi 6E entsprechen weitestgehend Wi-Fi 6. Auch die Reichweite wird sich vermutlich nur unwesentlich verändern. Erste Router, Adapter und Smartphones, die den neuen Standard unterstützen, sind bereits im Handel zu finden.
Enterprise-WLAN-Markt mit starken Zahlen
Laut den Marktforschern von IDC verzeichnet das WLAN-Enterprise-Segment erfreuliche Zahlen. So stieg das Marktvolumen in diesem Bereich im zweiten Quartal 2021 um 22,4 Prozent gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum auf 1,7 Milliarden US-Dollar. Der Consumer-Bereich schrumpfte im gleichen Zeitraum um 5,7 Prozent auf 2,3 Milliarden US-Dollar. Insgesamt entspricht dies einem Plus von 4,6 Prozent für den Gesamtmarkt im Quartalsvergleich.
Stand: 08.12.2025
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