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Grundlagen moderner Netzwerktechnologien im Überblick – Teil 61

Der Wireless LAN Standard IEEE 802.11 im Überblick

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Die Sicherheit

Die Sicherheit ist besser, als man zunächst vielleicht denkt. Man kann eine AP-Identifikation vergeben, so dass nur Clients, die diese haben, mit dem betreffenden AP funken können. Zusätzlich kann man in den APs Zugriffskontroll-Listen ablegen, in denen via MAC-Adressen verzeichnet ist, welche Stationen zugreifen dürfen. Schließlich kann man die Kommunikation noch mit einer 40-Bit-RSA-Verschlüsselung sichern (RC4 PRNG). Allerdings, im Rahmen alter militärischer Funknetze gibt es noch weitere, wesentlich sicherere Verschlüsselungsverfahren, hauptsächlich im Zusammenhang mit Frequency Hopping.

Die allgemeine, wie oben beschriebene Betriebsweise des Systems heißt Distributed Coordination Function DCF. Von der Bandbreite des Systems lässt sich noch etwas für Sprach- und Video-Kommunikation abzweigen, natürlich zu Lasten des Datenverkehrs. Das heißt dann Point Coordination Function PCF.

Insgesamt ergeben sich jedoch schwerwiegende Probleme mit Interferenzen. In dem gleichen Band wie IEEE 802.11 arbeitet nämlich auch noch Bluetooth. Dies ist ein normiertes und seit Beginn des Jahres 2000 erheblich mit Promotion versehenes Verfahren für die Verbindung von Peripheriegeräten untereinander und zu PCs, Telefonen, PDAs, Handys usf. Alles, was man heute mit Kabeln oder Infrarotübertragung auf ein paar Metern macht, wird man demnächst fast ausschließlich mit Bluetooth machen. Die Sendeleistung von Bluetooth-Chips ist gering, die Reichweite damit auch. Wenn aber zwischen einem Bluetooth-Sender und einem IEEE 802.11-Empfänger ein Abstand von weniger als 10 m besteht, kann es zu schwerwiegenden Interferenzen kommen, die die Datenrate von IEEE 802.11 auf die Hälfte herabsetzen. Hier sieht man eine absolut mangelhafte Koordination der entsprechenden Gremien. Man arbeitet allerdings heftig an diesem Problem.

Ein weiteres Problem mit IEEE 802.11 ergibt sich dann, wenn man in einem Gebäude unterschiedliche Netze, z.B. auf verschiedenen Etagen betreiben will, die nicht zu einem Mieter oder ähnlichen organisatorischen Einheiten gehören. Dann kann es nämlich zwischen den Etagen durchaus zu ernstzunehmenden Interferenzen kommen.

Wie geht es weiter?

Es hat sich zwischenzeitlich eine andere IEEE Arbeitsgruppe gebildet, nämlich IEEE 802.15 Wireless Personal Area Networks WPAN, die sich mit Fragen der Störungen durch Bluetooth und einer Erhöhung der Datenrate auf deutlich über 20 Mbps befasst. Außerdem hat die Standardisierung durch neue Versionen von IEEE 802.11 erhebliche Fahrt aufgenommen und die Anwender interessieren sich immer mehr für diese Form der Vernetzung.

In den nächsten Folgen betrachten wir folgende heute relevante Standards von IEEE 802.11 genauer:

  • 802.11b mit bis zu 11 Mbit/s. im 2,4 oder 5 GHz-Band
  • 802.11g mit bis zu 54 Mbit/s. OFDM im 2,4 GHz-Band
  • 802.11a mit bis zu 54 Mbit/s. OFDM im 5 GHz-Band
  • 802.11n mit bis zu 600 Mbit/s MIMO-OFDM im 5 GHz-Band
  • 802.11s Mesh Networks

Bitte beachten Sie immer, dass in der Bundesrepublik Deutschland die allgemeinen Bestimmungen der Telekommunikationsordnung beachtet werden müssen. Insbesondere müssen die gesamten Geräte durch FTZ/ZZF zugelassen sein und die Europäischen Normen für Störstrahlfestigkeit erfüllen.