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Was Unternehmen jetzt beachten sollten Der erweiterte Support von Windows Server 2012 ist ausgelaufen

Von Thomas Joos 4 min Lesedauer

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Seit dem 10. Oktober 2023 ist der erweiterte Support für Windows Server 2012/2012 R2 ausgelaufen. Da jetzt auch keine Sicherheitsupdates mehr zur Verfügung gestellt werden, gilt es, einiges zu beachten. Nicht unbedingt erleichtert wird die Situation durch den am 09. Januar 2024 endenden Main-Stream-Support von Windows Server 2019.

Windows Server 2012/2012 R2 sind End of Life und erhalten keine Updates mehr – und ein Upgrade zu Windows Server 2019 ist nicht unbedingt die Lösung.(Bild:  © Zsolt Biczó - stock.adobe.com)
Windows Server 2012/2012 R2 sind End of Life und erhalten keine Updates mehr – und ein Upgrade zu Windows Server 2019 ist nicht unbedingt die Lösung.
(Bild: © Zsolt Biczó - stock.adobe.com)

Seit dem 10. Oktober 2023 ist der erweiterte Support von Windows Server 2012/2012 R2 ausgelaufen. Das heißt, für dieses Produkt werden jetzt keinerlei Updates mehr zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus hilft Microsoft nicht mehr bei Problemen mit diese Serverversion. Unternehmen, die noch nicht migriert haben, laufen jetzt Gefahr, dass Angreifer die Serverversion erfolgreich attackieren. Wir haben uns mit dem Thema bereits in verschiedenen Beiträgen auseinandergesetzt (siehe Liste am Ende dieses Beitrags.

In diesen Beiträgen gehen wir auch darauf ein, wie Unternehmen nun am besten reagieren sollten. Im folgenden Beitrag geben wir noch einige weitere Hinweise und Tipps, wie jetzt mit noch vorhandenen Servern umgegangen werden sollte, wenn Windows Server 2012 oder Windows Server 2012 R2 installiert ist. Microsoft gibt in der Windows Server-Dokumentation ebenfalls Tipps, was Unternehmen jetzt tun können. https://learn.microsoft.com/de-de/lifecycle/announcements/windows-server-2012-r2-end-of-support

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Ende des Mainstream-Supports von Windows Server 2019

Ein weiteres wichtiges Datum ist der 09. Januar 2024. An diesem Tag läuft der Mainstream-Support von Windows Server 2019 aus. Es gibt zwar weiterhin Updates für diese Serverversion, und zwar bis zum 09. Januar 2029, aber dennoch hat das Auslaufen des Mainstream-Supports Nachteile: Neue Serverprodukte von Microsoft und Clouddienste werden jetzt nicht mehr für Windows Server 2019 optimiert. Wollen Unternehmen im Rahmen ihrer digitalen Transformation daher neue Produkte einsetzen, kann das unter Umständen mit Windows Server 2019 nicht mehr möglich sein. Microsoft empfiehlt deshalb generell, dass sich produktive Server möglichst im Mainstream-Support befinden sollten.

Auch neue Produkte und Erweiterungen für Windows Server 2019 wird es nicht mehr geben. Dieses Thema spielt eine Rolle für Unternehmen, die auf Exchange 2019 setzen. Auch das haben wir in einem eigenen Beitrag besprochen.

Der Main-Stream-Support von Windows Server 2016 ist bereits am 11. Januar 2022 ausgelaufen, der erweiterte Support dieser Serverversion läuft am 12. Januar 2027 aus. Wer noch Windows Server 2012 oder Windows Server 2012 R2 einsetzt, sollte daher besser zu Windows Server 2022 aktualisieren. Hier besteht der Mainstream-Support noch bis zum 13. Oktober 2026, der erweiterte Support endet für Windows Server 2022 am 14. Oktober 2031.

Der Nachfolger von Windows Server 2022 trägt vermutlich die Bezeichnung Windows Server 2025 und soll im Laufe des nächsten Jahres oder im Jahr 2025 erscheinen. Die neue Version lässt sich bereits seit einiger Zeit testen. Wir haben auch diesem Thema einen Beitrag gewidmet und gehen dabei auch auf die Sicherheitsfunktionen der neuen Serverversion ein.

Das ist sollten Sie jetzt wissen, wenn Sie noch auf Server 2012/2012 R2 setzen

Betreiben Sie noch Server mit Windows Server 2012/2012 R2, sollten Sie diese möglichst nicht mehr mit dem Internet verbinden. Aber auch im internen Netzwerk besteht Gefahr, wenn sich Malware oder Cyberkriminelle einnisten. Da die Angriffe auf Unternehmen aller Größenordnungen immer weiter zunehmen, sollte diese Gefahr nicht auf die leichte Schulter genommen werden.

Die beste Variante, um sich jetzt schnellstmöglich abzusichern, ist die Aktualisierung zu Windows Server 2022, mindestens aber auf Windows Server 2019. Alternativ dazu lassen sich die Serverdienste oder sogar die kompletten Server auch als VM nach Azure verschieben. In diesem Zug erhalten Unternehmen über das Extended Security Update-Programm (ESU) weiterhin kostenlos Sicherheitsupdates für die Server. Das schafft Zeit, um mit der Aktualisierung der Server in einer gesicherten Umgebung zu beginnen.

Azure Stack HCI bringt die Microsoft-Cloud ins eigene Rechenzentrum

Wer seine Server nicht in die Cloud migrieren will, kann über Azure Stack HCI die Azure-Cloud auch ins lokale Rechenzentrum bringen. Die Abrechnung erfolgt nach Maßstäben aus Azure, die Server und Daten bleiben dabei aber in der Private Cloud. Für Azure Stack HCI ist aber zertifizierte Hardware notwendig, die von nahezu allen namhaften Herstellern angeboten wird. Vorteil bei Azure Stack HCI ist, dass eine schnelle Migration erfolgen kann, die veralteten Server mit Windows Server 2012/2012 R2 als VM in einem lokalen Cluster weiterlaufen und parallel über ESU für ausreichend Sicherheit gesorgt ist.

Nachteil dabei ist natürlich, dass die Hardware, Software und Einrichtung des Azure Stack HCI-Clusters preislich nicht immer günstig ist. Dennoch profitieren auch kleine Unternehmen davon. Basis von Azure Stack HCI ist eine spezielle Version von Windows Server 2022, welche über Hyper-V Dienste und Server virtualisiert. Das ist im Grunde genommen die gleiche technische Basis wie sie in Azure zur Verfügung steht, nur eben im eigenen Rechenzentrum. Parallel dazu kann Azure Stack HCI natürlich auch Clouddienste aus Azure einbinden und dadurch Migration und digitale Transformation deutlich erleichtern.

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Azure Stack HCI lässt sich in kleinen Unternehmen auch als Micro-Cluster betreiben. In diesem Fall kommen zwei Clusterknoten zum Einsatz, die sich zusammen mit dem Hardwarepartner an die eigenen Anforderungen anpassen lassen. Die Kosten der Hardware sind in diesem Fall nicht höher als der Einsatz anderer Serverlösungen. Insgesamt bietet eine solche Lösung den Vorteil, dass im lokalen Rechenzentrum Azure-Funktionen bereitstehen, die eigenen Daten aber dennoch unter der Kontrolle des Unternehmens bleiben. Dennoch ist es in Zukunft möglich, weitere Clouddienste hinzuzubuchen. Es ist aber mit Azure Stack HCI auch kein Problem weiterhin nur lokal zu arbeiten. ESU kann mit Azure in der Cloud oder mit Azure Stack HCI kostenlos bis zum 13. Oktober 2026 genutzt werden. Ab dann erhalten aber auch diese Server keine Updates mehr. Bis dahin sollte dann spätestens eine Aktualisierung stattfinden – dann aber vermutlich gleich zu Windows Server 2025.

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