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Microsoft Windows Server 2008 – Der Server Core im Überblick, Teil 1

Den Windows Server 2008 ohne grafische Benutzeroberfläche administrieren

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Die Administration des Server Core im Detail

Da die Administration des Server Core nicht ganz einfach ist, sich eine Core-Installation aber dennoch häufig empfiehlt, widmet IP-Insider diesem Thema eine mehrteilige Artikelserie. Der Leser erfährt darin, wie der Server Core administriert werden kann. Außerdem erhält er Tipps und Tricks für die einfache Administration.

Die Artikelserie besteht aus folgenden Teilen:

  • 1. Überblick (dieser Artikel)
  • 2. Netzwerkverwaltung
  • 3. Anwendungs-Verwaltung
  • 4. Verzeichnisdienst
  • 5. Benutzerverwaltung

Gute Gründe für den Server Core

Was mit dem Fehlen der GUI auf den ersten Blick als Rückschritt erscheinen mag, hat einige handfeste Vorteile:

  • Weniger Ballast – Der Server Core enthält nur die notwendigen Komponenten für die Rollen AD, AD LDS, DNS, DHCP, File, Media Services sowie Print. Weiterer Ballast ist nicht vorhanden. Kommt es zum Problemfall, kann die Ursachensuche auf diese Bestandteile beschränkt werden.
  • Weniger Sicherheitsrisiken – Durch die Reduktion auf das Wesentliche sind auch weniger potentielle Sicherheitslücken vorhanden, die etwa Client-Software (beispielsweise ein Browser) mit sich bringen könnte.
  • Schnellere Administration – So manche Administrationsaufgabe kann insgesamt über die Eingabeaufforderung schneller erledigt werden als durch übertrieben mächtige Benutzeroberflächen (die gegebenenfalls den Anwender auch noch bevormunden). Allerdings erfordert dies entsprechende Kenntnisse beim Administrator.
  • Weniger Systemressourcen – Ohne unnötigen Ballast benötigt ein Server Core weniger Systemressourcen, als die vollständige Ausführung. Dies wird schon bei der Installation deutlich. Der Server Core benötigt hierfür nur wenige Minuten und belegt rund 2 GB Plattenplatz. Eine vollständige Installation der Standard Edition rund das Vierfache.

Fehlendes .NET-Framework

Durch die Reduktion ergeben sich jedoch auch einige Einschränkungen. Nicht nur die klassischen GUI-Anwendungen wie Windows-Explorer, Systemsteuerung und MMC fehlen, sondern auch das .NET-Framework. Dies hat etwa zur Folge, dass mit dem Windows-eigenen Web-Server IIS („Internet Information Server“) keine ASP.NET-Anwendungen ausgeführt werden können. Klassische ASP-Anwendungen mit VBScript oder JavaScript funktionieren dagegen. Ebenso ist der Einsatz von CGI-Scripten möglich.

Und ein weiteres Werkzeug fällt dem fehlenden .NET-Framework zum Opfer: die PowerShell, die vielfach als würdiger Nachfolger von cmd.exe gepriesen wurde. Findige Tüftler haben allerdings einen Weg gefunden, Teile des .NET-Frameworks und die PowerShell auf dem Server Core zum Laufen zu bringen – allerdings ohne den Segen und den Support durch Microsoft. Interessierte Leser finden hier zu diesem Thema eine detaillierte Beschreibung.

Statt der PowerShell findet sich allerdings ein alter Bekannter im Server Core wieder. Der WSH („Windows Script Host“) ist in der aktuellen Version 5.7 vorhanden. Damit steht der Automatisierung von Administrationsaufgaben über VB- und JS-Scripte nichts im Wege. Aus- und Eingaben können nicht nur in der Eingabeaufforderung, sondern auch über Windows-Fenster vorgenommen werden. Der Server Core schließt dies nicht aus.

weiter mit: Anmelden und Arbeiten mit dem Server Core

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