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Grundlagen moderner Netzwerktechnologien im Überblick – Teil 101

Das Intranet als Unified Communications & Collaboration Tool

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Vorteile und Gefahren des Intranets

Es ist heute durchaus möglich und üblich, dass in einem Unternehmen unterschiedliche Systeme in Hard und Software für Lager und Finanzbauchhaltung, Datenbanken, Prozessdatenverarbeitung, Dokumenten-Server und Produktionsdatenverarbeitung, Logistik, Versand und Management Information bestehen. Den wesentlichen Verdienst z.B. der Fa. SAP sieht dieser Autor vor allem darin, wenigstens benachbarte Bereiche durch unterschiedliche Funktionsmodule einer prinzipiell einheitlichen Software abzudecken, die mit der Version R/3 auch moderne Plattformen unterstützt. Die Problematik und der hohe Beratungsaufwand einer R/3-Einführung liegen vor allem in der Neudefinition von (ggf. bestehenden) Geschäftsprozessen derart, dass sie mit R/3-Modulen abgearbeitet und unterstützt werden können. Die Grenzen der funktionalen Flexibilität werden hierbei durch die R/3-Module und die Datendarstellung gesetzt.

Die Intranet Technologien sind in der Lage, diese Systemgrenzen zu überwinden. Sie können prinzipiell auch nachträglich auf fast allen Rechnern und Systemplattformen installiert werden und diese in bisher ungeahnter Weise integrieren. Durch die Programmierung mit Java können die Funktionserbringer noch wesentlich mehr den Geschäftsprozessen angepasst werden. Insgesamt kann man aber sagen, dass der wirkliche Wirtschaftlichkeitsschub durch den Transfer von traditionellen papier- oder sprachgestützten Informationsflüssen (Ansprachen, Meetings, Aktennotizen, Hauspost) in intranetgestützte Informationen durch kostengünstigen Einsatz moderner Kommunikationstechnologien und die Vermeidung von Medienbrüchen erzielt werden kann.

In einer nächsten Stufe sollte die Wirtschaftlichkeit durch eine Ausdehnung der Vermeidung von Medienbrüchen durch die Integration externer Informationsflüsse (Unternehmen/Kunde, Unternehmen/Vertriebspartner, Unternehmen/Entwicklungspartner, Unternehmen/Behörden) weiter gesteigert werden. Sind die geeigneten Voraussetzungen auch hinsichtlich der Vertraulichkeit gegeben, so können ganze Bereiche wie die Interaktion Unternehmen/Kunde im Rahmen des Bestell und Abrechnungswesens komplett auf die Internet/Intranet Technik gelegt werden. Erst hier ergibt sich übrigens die wirkliche Notwendigkeit für einen Übergang zwischen Intranets und Internet.

Ein weiterer wesentlicher Wirtschaftlichkeitsfaktor ist der universelle Client in Form des Browsers: gleichgültig, was man machen möchte, man macht es mit dem Browser. E-Mail lesen und bearbeiten, eine Verbindung zum Host oder die Suche nach den neuesten Informationen: alles von einer Schnittstelle aus. Man sollte sich vor diesem Hintergrund auch gar nicht damit zufriedengeben, für andere Anwendungen eine andere Schnittstelle zu benutzen: die Video Konferenz muss genauso einfach vom Browser aus aufzurufen sein wie die Textverarbeitung. Hierdurch wird die lernphase dramatisch reduziert, allerdings liegen noch keine festen Zahlen darüber vor, welche Ersparnis sich tatsächlich ergeben kann.