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Netzwerk-Experten starten Selbstversuch, knipsen IPv4 aus und IPv6 an Das Internet wird dunkel, wenn die IPv4-Adressen ausgehen

Redakteur: Ulrike Ostler

Es war nicht der erste Versuch dieser Art, aber sicher einer der publikumwirksamsten. In der vergangenen Woche schalteten Netzwerkexperten während der 71. Konferenz der US Internet Engineering Task Force in Philadelphia auf IPv6 um. Das Ergebnis war wie erwartet: Einiges funktionierte erstaunlich gut, etwa der IPv6-Server von Google, anderes, etwa Jabber oder AIM Clients, nicht.

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Unter der Web Adresse „ipv6.google.com“, beziehungsweise 2001:4860:0:2001::68, läuft seit der vergangenen Woche ein Web-Server von Google. Dieser bearbeitet ausschließlich Suchanfragen, die über das Internet Protokoll Version 6 (IPv6) gestellt werden.

Aus dem Ipv4-Internet lässt sich der Server über Proxy-Dienste erreichen, zum Beispiel so: http://ipv6.google.com.ipv4.sixxs.org. Viel anfangen lässt sich damit aus dem IPv4-Netz heraus allerdings nicht.

IPv6 bei Google. Aus dem IPv4-Netz ist ein Tunnel notwendig, um den Server zu erreichen. (Archiv: Vogel Business Media)

Was umgekehrt passiert, wenn die IPv4-Verbindungen gekappt werden und IPv6 den alleinigen Zugang zum Internet bietet, probierten die Teilnehmer des IETF-Treffens während einer Stunde gemeinsam aus.

Zirka 60 der insgesamt 1250 Konferenzteilnehmer hatten ihre Laptops zu Hause auf den Test vorbereitet, ein paar weniger glaubten, dass sie ohnehin fit für den Test seien und andere Teilnehmer präparierten ihre Systeme noch kurz vor dem Start.

An ein solches Bild dürfen sich hartnäckige Ipv6-Verweigerer offenbar gewöhnen. (Archiv: Vogel Business Media)

Die Ergebnisse sind gemischt. So waren viele Sites nicht erreichbar. Ohnehin ist die Liste von Domains, die per IPv6 angesteuert werden können, ist noch kurz. Neu hinzukommen soll in diesem Jahr etwa noch das amerikanische Department of Defense (DoD). Verizon will 2009 seine gesamte Infrastruktur auf Ipv6 umgestellt haben.

Anderes scheint nahezu ohne Probleme zu laufen. So lässt sich in „Kurti´s Blog“ nachlesen, dass sein Mail-System funktionierte, sowohl der Courier-IMAP-Server als auch der Postfix-SMTP-Server.

Probleme hingegen gab es mit dem Apple-Bug-Reporter und mit einigen Jabber-Clients (Adium.IChat), während andere ohne Probleme arbeiteten. Auch die IETF-Seiten und die Google-Suche funktionierten, Google Maps aber nicht.

IPv6 Summit in Potsdam

Am 7. bis 8. Mai dieses Jahres wird der German IPv6 Summit in Potsdam stattfinden. Veranstalter ist das Hasso Plattner Institut der dortigen Universtät, das die Veranstaltung gemeinsam mit dem deutschen IPv6-Council, eine Organisation des IPv6 Forum, vorbereitet.

Panikmache oder Realismus? Zum Beispiel befürchtet Rick Jones, Director der Global Government Solutions Group bei Cisco, dass es spätestens 2010 oder 2011 keine Ipv4-Adressen mehr zu verteilen sind. Bildquelle: http://penrose.uk6x.com (Archiv: Vogel Business Media)

Am ersten Tag soll es darum gehen, wie weit die Umstellung auf Ipv6 in den einzelnen Ländern vorangeschritten ist; am zweiten Tag referieren Experten darüber was in Unternehmen und Behörden, aber auch bei Providern und Organisationen zu tun ist, um sich vorzubereiten.

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