Flexible Clients Citrix macht aus fetten Clients dünne
Desktop-Oberflächen und zugehörige Anwendungen ziehen auf einen Host im Rechenzentrum um. Die Anwender erhalten Zugriff auf die Windows-Anwendungen nur noch nach Bedarf und Arbeitssituation. Das ist das Ziel der „Dynamic-Desktop-Initiative“, die Citrix ins Leben ruft.
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Gestützt wird die Initiative unter anderem durch die Ctrix-Partner AMD, Appsense, Dell, Gemalto, Enteo, Hewlett-Packard, IBM, Microsoft, Neoware, VMware, Wyse und Xensource (Intel fehlt).
Denn neben Citrix-Techiken zur Anwendungs-Virtualisierung sind für die Dynamisierung der Desktops weitere Komponenten von anderen Herstellern notwendig: ein Client-Gerät auf Windows-Basis, eine Anbindung an das Unternehmensnetzwerk, Server und virtuelle Maschinen beziehungsweise Blade PCs sowie Management-Tools. Der Zugriff auf die zentral gehostete Desktop-Umgebungen erfolgt über das Citrix-eigene ICA-Protokoll.
Desktop-Schelte
Citrix hofft, mit der Initiative einen Nerv heutiger IT-Abteilungen zu treffen. Denn mittlerweile hat sich herumgesprochen, dass IT-Komponenten, Desktops, Netzwerke und Anwendungen, zu statisch sind, zu zahlreich und zu komplex. Die Kosten für die Wartung von Desktop-PCs wachsen daher weiter. So sind nahezu immer IT-Mitarbeiter vor Ort notwendig, um Anpassungen, Upgrades und sonstigen Support zu leisten.
Die anstehende Umstellung auf Windows Vista rückt den Aufwand für die PC-Wartung nur einmal mehr ins Blickfeld. Schätzungen gehen davon aus, dass jeder dritte PC auf das neue Microsoft-Betriebssystem umgestellt wird und ein Upgrade summa summarum zwischen 3.250 und 5.000 Dollar kosten dürfte.
Wenn die Oberflächen und Anwendungen aber direkt aus dem Rechenzentrum kämen, fiele für solcherlei Upgrades nur ein Bruchteil dieser Kosten an, so die Überlegungen des Initiators Citrix.
Barrieren
Mit der bisherigen Citrix-Technik konnten unterschiedliche Anforderungen der Anwender nicht oder nur unzureichend abgebildet werden. So hat jemand mit statischen Aufgaben in einem Call-Center oder einer Bank andere Anforderungen an einen Desktop als jemand der rechenintensive Arbeit erledigt. Zudem kann ein Desktop, der Fehlfunktionen aufweist, unter Umständen auch den Betrieb aller anderen gefährden.
Nun gibt es mit dem „Desktop-Broker“ ein Add-on für den Presentation-Server 4 von Cirtix. Diese Komponente ist dafür zuständig, neue Zugriffsarten für Virtual Machines und Blade PCs bereitzustellen und übernimmt das Management der Multi-Client-Umgebung. Sie besitzt eine Konsole, über die sich unter anderem die Netzwerk-Performance verbessern lassen soll.
Den Anwendern wird nun automatisch ein passender Desktop zugewiesen, sofern dieser unter Windows Terminal Services, Microsoft Virtual Server, VMware-Infrastruktur, Xen-Enterprise oder Bade-Servern im Rechenzentrum laufen.
Variationen
Die Variante mit Blade-PCs im Server-Rack ist nach Aussage von Citrix die für die höchsten Ansprüche, wie sie Konstrukteure, Software-Entwickler oder Finanzanalysten haben. Hier werden mittels VMware, Xensource oder Virtual PC virtuelle Zwischenschichten eingeführt. Dem Benutzer steht zudem ein eigenständiger Windows-XP-PC zur Verfügung, der zentral gehostet wird.
Die zweite Möglichkeit, den Desktop zu dynamisieren, nennt Citrix „Personal & Versatile“. Auch hier gibt es die Zwischenschicht. Allerdings wird im Rechenzentrum für jeden Benutzer die Oberfläche eins virtuellen Windows-PCs bereitgestellt. Jeder Server kann mehrere eigenständige virtuelle Desktops beherbergen.
„Simple & Fast“ hingegen ist das bekannte Citrix-Prinzip der Server-basierten Virtualisierung, das Betriebssystem und Anwendungen von Usern mit ähnlichen IT-Anforderungen gleichzeitig bedient.
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