Die Homeoffice-Pflicht ist Geschichte, Präsenzveranstaltungen an Schulen und Universitäten sind wieder geplant – wenn Menschen sich wieder verstärkt in Person treffen und Veranstaltungen besuchen, werden sie auch dort eine stabile Netzwerkanbindung erwarten.
Um rentabel zu bleiben, müssen Sportstadien und Arenen auch mit Konzerten oder Shows ausgelastet werden.
Die Notwendigkeit, Schulen zu digitalisieren, ist mittlerweile breiter Konsens und die Netzwerke der Bildungseinrichtungen müssen gestärkt werden. Verlässliche Konnektivität wurde in der Pandemie allgemein zu einem Grundbedürfnis und wird es auch darüber hinaus bleiben. Campus-Netzwerke, die viele Teilnehmer auf begrenztem Raum bewältigen können, werden daher in Zukunft an Bedeutung gewinnen.
Das digitale Klassenzimmer
Viele Bildungseinrichtungen versuchen seit Beginn der Pandemie, den Rückstand bei der Digitalisierung aufzuholen. Die Vision ist, dass Klassenzimmer hybride Lernumgebungen beherbergen, die sowohl Präsenz- als auch Fernunterricht ermöglichen. Die Räume müssen dazu mit Mikrofonen, Kameras und Videobildschirmen ausgestattet sein. Schüler verfügen zudem über eigene digitale Endgeräte. Die Herausforderung besteht nun darin, die technische Infrastruktur für eine derart hochvernetzte Umgebung aufzubauen.
Dabei wiederum zeigt sich verstärkt ein Trend zu konvergenten Netzwerken – also Netzwerken, die digitale Lernnetzwerke, gebäudeinterne Mobilfunk-, Vermittlungs- und Verkabelungsanlagen sowie IoT-Systeme verbinden. Auch Gebäudeautomationssysteme für Heizung und Kühlung, Beleuchtung, Rauch- und Rauchgasmelder und elektronische Schlösser werden auf IP-Netzwerke umgestellt, was die Konvergenz weiter fördert. Dennoch werden nicht alle Einrichtungen auf konvergente Netzwerke umstellen, sondern das getrennte Modell beibehalten. Die Anbieter von Netzwerktechnologie müssen demnach beide Modelle unterstützen.
Neben der technischen Machbarkeit steht natürlich immer noch die Frage der Finanzierung im Raum. Zwar existiert mit dem DigitalPakt Schule eine breite Förderung des Bundes, doch wurden diese Mittel bisher eher spärlich abgerufen. Zwei Drittel des mehr als sechs Mrd. Euro umfassenden Budgets wurden noch nicht ausbezahlt. Experten sehen die Verzögerung u.a. in komplizierten Vergabeverfahren und Personalmangel begründet. Technologieanbieter können ihren Kunden nun Hilfe bei den Förderverfahren anbieten und sich so vom Wettbewerb differenzieren.
Stadien und Arenen werden zum Multimediaerlebnis
Um rentabel zu bleiben, müssen Veranstaltungsorte wie Sportstadien und Arenen auch mit anderen Veranstaltungen wie Konzerten oder Shows ausgelastet werden. Live-Veranstaltungen müssen allerdings immer mehr mit digitalen Alternativen konkurrieren. Die Veranstalter werden sich bemühen, das Besuchererlebnis zu bereichern, indem sie beispielsweise den Komfort durch berührungslosen Ticketverkauf verbessern, Onlineinformationen über Engpässe an den Schaltern oder in den Toiletten bereitstellen und automatische Temperaturkontrollen zur Sicherheit der Besucher durchführen. Die Veranstaltungsorte werden ständig Informationen mit Besuchern austauschen und Videos remote übertragen.
Die Grundlage für all dies ist natürlich Netzwerkkonnektivität. Veranstaltungsorte setzen verstärkt auf selbst finanzierte Netzwerkoptionen wie Wi-Fi 6. Jahrelang ging der Trend dahin, Mobilfunkbetreibern oder neutralen Hosts die Bereitstellung von Systemen zu überlassen, die die Mobilfunkabdeckung verbessern, aber mit der Ausweitung der digitalen Anwendungen werden wir immer mehr Wi-Fi-Netzwerke in Stadien und Arenen sehen. Anbieter können bei dieser Umstellung helfen, indem sie die Eigentümer von Veranstaltungsorten zu Finanzierungs- und Betriebsmodellen beraten.
Hotels verbessern das Gästeerlebnis
Da in der Coronapandemie private und geschäftliche Reisen stark rückläufig waren, sehen sich Hotels einem starken Konkurrenzdruck ausgesetzt. Sie bemühen sich daher, ihre Einrichtungen für Gäste attraktiver zu machen. Dazu gehört auch verbesserte Konnektivität durch schnelle und zuverlässige Wi-Fi-Netzwerke sowie die Ausstattung von Veranstaltungsräumen mit moderner Multimediatechnik.
Darüber hinaus arbeiten die Hotels daran, durch digitale Technologien effizienter zu werden. Elektronische Türschlösser sind heute gang und gäbe, und größere Häuser verfügen über IP-Telefonsysteme, die Onlinebestellungen beim Zimmerservice, Concierge-Dienste und andere Annehmlichkeiten bieten. Die Internetverbindungen der Gäste laufen über dasselbe IP-Netz, wie die Haustechnik im Hintergrund, um die Effizienz durch Konvergenz zu steigern.
Um mehr Sicherheit zu erzielen, setzen Hotels außerdem vermehrt auf moderne SD-WAN-Netzwerke. All dies hilft Hotelbetreibern im Wettbewerb um Markentreue und schützt ihre Investitionen im Laufe der Zeit. Was die Infrastruktur betrifft, so suchen Hotels nach Mobilfunkbetreibern, um ihre Makronetze zu skalieren, während sie Wi-Fi für die Konnektivität in den Gebäuden nutzen.
Stand: 08.12.2025
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Chris Mendoza.
(Bild: CommScope)
Über den Autor
Chris Mendoza ist Senior Director Business Development DACH bei CommScope.