Mobile-Menu

Broadband as a Service für Stadtwerke und Kommunen Breitbandnetze einfach selber machen lassen

Von Hendrik Kahmann

Anbieter zum Thema

Die Nutzung von Broadband as a Service (BaaS) ist eine neue Alternative für Kommunen und Stadtwerke, die eine kostengünstige und transparente Lösung suchen, um selbst als Breitbandanbieter aufzutreten und so neue Geschäftsmodelle zu erschließen.

Broadband as a Service unterstützt Kommunen und Stadtwerke dabei, Mehreinnahmen durch einen eigenen Breitband-Netzbetrieb zu erschließen, ohne alles selbst machen zu müssen. Wie das geht, erläutert Hendrik Kahmann von Axians.(Bild:  Axians)
Broadband as a Service unterstützt Kommunen und Stadtwerke dabei, Mehreinnahmen durch einen eigenen Breitband-Netzbetrieb zu erschließen, ohne alles selbst machen zu müssen. Wie das geht, erläutert Hendrik Kahmann von Axians.
(Bild: Axians)

Breitbandnetze bilden das Rückgrat der Digitalisierung moderner Regionen und Städte. Neue digitale Technologien sowohl in der Wirtschaft als auch im Privatsektor erfordern ein schnelles und sicheres Internet. Der Ausbau der Breitbandnetze und -technologien ist daher erklärtes Ziel der Bundesregierung, welche die flächendeckende Einführung leistungsfähiger Zugangstechnologien, vor allem Glasfaser, fördert. Bisher profitierten vor allem Ballungsräume und größere Städte vom Ausbau der Breitbandnetze. Doch der Markt verändert sich: Immer mehr Stadtwerke und Kommunen auch im ländlichen Raum sowie kleinere Gemeinden erkennen, dass Breitband ein wichtiger Standortfaktor ist, und investieren in diese Netzwerke.

Vorteile von Breitband für Stadtwerke und Kommunen

Dabei geht es ihnen zunehmend darum, nicht nur die Infrastruktur bereitzustellen, sondern diese auch zu bewirtschaften. Sie wollen Produkte und Dienstleistungen anbieten können, die auf die neuen, digitalen Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger ebenso wie auf die jeweilige Gemeindestruktur abgestimmt sind. Smart Metering oder ein digitales Parkplatzmanagement sind nur einige Beispiele für digitale Anwendungen, die Städte in Zukunft attraktiv machen. Geschäftsmodelle auf der Grundlage von Breitband zu erschließen, wird für Stadtwerke und Kommunen jedoch erst dann profitabel, wenn sie diese Angebote und die entsprechenden Netze selbst verwalten können – bei möglichst geringen Kosten.

Bildergalerie

BaaS – die Alternative zum Eigenbetrieb

Möglich macht es das Konzept Broadband as a Service (BaaS). Hierbei unterstützt ein externer Dienstleister den Aufbau und den Betrieb einer Breitbandarchitektur und die Entwicklung passender Produkte und Tarife. Auf diese Weise lassen sich die Erlöse aus der Bewirtschaftung der Breitbandstruktur komplett durch den Netzbetreiber, also die Kommunen und Stadtwerke, abschöpfen. Die Kosten für den externen Service werden in einem Pay-per-Use-Modell abgerechnet und richten sich exakt nach den erbrachten Leistungen. Der ICT-Spezialist hilft zudem bei der Entwicklung eines passenden Geschäftsmodells für die geplanten Leistungen, er steht aber auch bereit, die aktive und passive Breitbandinfrastruktur zu bewerten sowie eine Kalkulation zu Kosten und Return on Investment (ROI) zu erstellen.

Aber wie funktioniert BaaS genau? Die verschiedenen Ebenen der Infrastruktur werden in einer flexiblen Architekturplattform zusammengeführt und über diese integrativ in die gegebenenfalls bereits bestehende Glasfaser- oder Access-Infrastruktur eingebunden. Eine webbasierte Shared-Service-Plattform (BaaS-Dashboard) fasst als Steuerungszentrale für den Breitbandbetrieb die verschiedenen Dienste, Prozesse und Systeme zusammen und ermöglicht die Überwachung der Anwendungen per Dashboard sowie ein Status-Reporting oder ein Anschluss-Monitoring.

Dieses Shared-Service-System besitzt eine hohe Schnittstellen-Interoperabilität, sodass sich auch CRM-Systeme, ein Ticketing oder Self-Services für die Endkunden anbinden lassen. Die verschiedenen Prozesse lassen sich aufgrund einer geführten Konfiguration unkompliziert und übersichtlich verwalten. Darüber hinaus lässt sich das BaaS-Dashboard mit zusätzlichen Services erweitern oder weiteren beim Kunden vorliegenden Services verbinden – etwa einem Cloud- oder E-Mail-Service. Der große Vorteil: Im Gegensatz zu der Vergabe der Breitbandanwendungen an einen Telekommunikationsdienstleister ist die Verwaltung über das User Interface mandantenfähig. Kommunen und Stadtwerke können ihr eigenes Logo nutzen und auf diese Weise ihre Marke präsentieren und stärken.

BaaS einrichten in sechs Schritten

Der Einstieg in den eigenen Breitbandbetrieb mit Broadband as a Service erfolgt in sechs Schritten:

  • 1. Schritt: Vorstellung von BaaS und Diskussion zur gegebenenfalls bereits bestehenden kommunalen Breitbandplanung
  • 2. Schritt: Prüfung und Bewertung der aktiven und passiven Breitband-Infrastruktur
  • 3. Schritt: Erstellung einer individuellen Kalkulation zu Kosten und Return on Investment (ROI)
  • 4. Schritt: Demonstration und Proof of Concept auf Basis der aktuellen kommunalen Gegebenheiten
  • 5. Schritt: Aufnahme und Umsetzung der spezifischen Anforderungen zum Breitbandbetrieb
  • 6. Schritt: Umsetzung, Rollout und Betriebsüberführung des kommunalen Breitbandnetzes als Co-Managed/Managed Service

Die Dauer für die Umsetzung hängt von den jeweiligen Voraussetzungen des Breitbandbetreibers ab. Im Vordergrund steht jedoch zunächst immer, das Geschäftsmodell für den Breitbandanbieter zu entwickeln. Sind alle Voraussetzungen vorhanden und steht das Geschäftsmodell fest, lässt sich BaaS in der Regel nach neun bis achtzehn Monaten einführen.

Vorteile durch staatliche Förderung

Dank der Förderungen des Bundes für den Ausbau von Breitband und Glasfasernetzen können Städte und Gemeinden Innovationskosten sparen. Wenn sie im Betreibermodell diese Netze selbst bauen und betreiben oder an ein Telekommunikationsunternehmen verpachten, fördert der Bund bis zu 50 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten. Eine Förderung ist bereits vor dem Förderentscheid für Planung und Beratung möglich. Daneben gibt es noch die Landesförderprogramme. Kommunen können hier den Eigenanteil für den Netzaufbau auf bis zu zehn Prozent der Kosten reduzieren, wenn sie verschiedene Förderprogramme miteinander kombinieren.

Insgesamt stellt der Bund rund 12 Mrd. Euro für die Förderung von Glasfaseranbindungen zur Verfügung. Alle Anschlüsse, die im Download weniger als 100 Mbit/s erreichen, sind förderfähig. Verwaltet wird die Förderung von Atene KOM und Pricewaterhouse Coopers. Die regionalen Fördermaßnahmen der Länder und Kommunen folgen verschiedenen Ansätzen. Beispielsweise soll in Baden-Württemberg durch die Förderung flächendeckend eine Datenübertragungsrate von mindestens 50 Mbit/s erreicht werden. Weitere Möglichkeiten sind Förderkredite der KFW-Förderung sowie europäische Förderausschreibungen.

Jetzt Newsletter abonnieren

Täglich die wichtigsten Infos zu Netzwerktechnik, IP-Kommunikation und UCC

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung

Mehreinnahmen durch Broadband as a Service

Broadband as a Service unterstützt Kommunen und Stadtwerke dabei, Mehreinnahmen durch den eigenen Breitband-Netzbetrieb zu erschließen, ohne alles selbst machen zu müssen. Diese können stattdessen Breitband einfach selber machen lassen. Vorteile sind eine schnelle Realisierung des Breitbandbetriebs und ein schneller Return on Investment sowie eine einfachere Verwaltung des Breitbandangebots durch eine zentrale Shared-Service-Plattform. Aber auch eine transparente Kostenstruktur, Unterstützung im Produkt- und Partnermanagement sowie Sicherstellung der Betriebskonzepte und der Compliance sind bei BaaS enthalten. Ebenso können Kunden eine Anbindung an bestehende Systeme – etwa CRM oder Ticketing – sowie eingebundene Servicestrukturen erwarten.

Hendrik Kahmann.(Bild:  Axians)
Hendrik Kahmann.
(Bild: Axians)

Über den Autor

Hendrik Kahmann fungiert seit 2019 als Leiter im Bereich Business Development Carrier IP Networks & Enterprise Networks bei Axians Deutschland. Seit 2004 ist er in der Telekommunikation tätig. Er arbeitete lange bei einem regionalen Telekommunikationsanbieter und Carrier im technischen sowie kommerziellen Produktmanagement. Die Digitalisierung im Handel zählt zu seinen Kernkompetenzen.

(ID:48668415)