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Spezielle Schwachstellen in Internet/Intranets
Folgende Schwachstellen erleichtern dem Angreifer im Internet das Leben:
- gänzlich fehlende Sicherheitsmaßnahmen,
- mangelhaft konfigurierte und administrierte Systeme,
- prinzipielle Sicherheitsprobleme der Kommunikationsprotokolle,
- fehlerhafte Dienstprogramme,
- prinzipielle Sicherheitsprobleme der Dienstprogramme.
Am unbegreiflichsten ist der erste Punkt. Aber in der Tat gibt es viele Unternehmen, die hier völlig unbedarft in die Falle tappen, indem z.B. ein Web-Server mit dem Dienstleistungs- oder Produktangebot verknüpft wird.
Dieser wird zunächst isoliert betrieben, aber zu einem späteren Zeitpunkt ins Intranet (oder ein anders betriebenes LAN) integriert. Das kann z.B. dadurch passieren, dass der Web-Server nur ein Prozess auf einer größeren Maschine ist, die ins Netz eingebunden wird. Und vor einer Anbindung schaut man sich doch nicht alle lächerlichen Anwendungen auf dem Rechner an, oder?
In der Tat begünstigen generell organisatorische Mängel elektronische Einbrüche am meisten. Dazu gehören dann auch die schlecht administrierten oder konfigurierten Systeme. Wer noch nicht einmal grob weiß, welche (eigenen) Benutzer wann was auf welchem Rechner wie machen dürfen, darf sich nicht wundern, wenn Fremde auf einmal mitspielen wollen. Aus der Perspektive des System-Managements sind sie ja noch nicht einmal von den eigenen, autorisierten Benutzern zu unterscheiden.
Ein anderes, seit langem bestehendes Problem sind die nicht-vertrauenswürdigen Server. Woher weiß ein Benutzer, dass der Server der ist, der er vorgibt zu sein? Woher weiß ich, dass der Server, an den ich mich wende, nicht für meinen ärgsten Feind arbeitet? Im Gegensatz zum Problem der nicht-autorisierten Benutzer gibt es für die nicht-autorisierten Server nur sehr wenige Lösungen – und die meist nur im Umfeld von UNIX-Systemen.
Die Hauptursachen von Sicherheitsmängeln
Zahlreiche Studien kommen immer wieder zu dem Ergebnis, dass die Hauptursachen von Sicherheitsmängeln im mangelnden Problembewusstsein auf allen Ebenen im Unternehmen von den Beschäftigten bis hin zum Top-Management zu suchen sind. Wenn Vorgaben fehlen, welche Sicherheitsstufen an den unterschiedlichen Stellen der Informationsverarbeitung erlangt werden sollen, ist es für Netzbetreiber und Administratoren des Unternehmens ungemein schwierig, für Sicherheit zu sorgen. Alles in allem sind Sicherheitsmaßnahmen nämlich fast immer unbequem für die berechtigten Benutzer und nutzen überhaupt nichts, wenn sie mit mangelnder Disziplin durchgeführt werden.
Heute wird viel zu wenig für die Sicherheit getan. Wirklich sicherheitsbewusst sind eigentlich nur Anwender, bei denen das Bekanntwerden einer Sicherheitslücke zu einem erheblichen Imageverlust führen würde, wie z.B. Banken, die ja jetzt vermehrt Produkte auch über das Internet anbieten. Aber es ist tatsächlich das Image, was Sorgen bereitet, ein paar verlorengegangene Millionen fallen nicht ins Gewicht.
Diese Haltung öffnet natürlich professionellen Angreifern Tür und Tor. Laut eines Umfrageergebnisses sind die Irrtümer der Beschäftigten zwar nach wie vor ein sehr großes Gefahrenpotential, für die Zukunft rechnet man aber vor allem mit einem Anwachsen der Bedrohung durch Computerviren.
Der nächste Teil behandelt die speziellen Probleme der Internet/Intranet-Technologie.
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