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Automatisierung und Prozess-Steuerung mit Software von NetIQ

Aegis-Praxistest, Teil 3 – Definition von Triggern, Events und Prozessen

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Workflows in XL umwandeln

Das Sichern und Übertragen von Prozessen von einer System-Umgebung in eine andere ist einfach. Über den Export-Befehl wird eine XML-Datei des Prozesses mit allen relevanten Informationen angelegt. Soll diese Datei in einer anderen Umgebung eingespielt werden, so ist in der „Configuration Console“ lediglich sicherzustellen, dass etwaige Abhängigkeiten von Tabellen-Bezeichnungen oder Server-Namen angepasst werden.

Aegis protokolliert zudem genau, welcher Designer an einem Prozess arbeitet. Wurde ein Prozess von einem Designer aus dem System „ausgecheckt“, so muss ein anderer Entwickler diesen Prozess erst wieder „einchecken“, ehe er ihn bearbeiten kann. Ein versehentliches Überarbeiten ist somit ausgeschlossen.

Aegis verfügt über eine Online-Hilfe, die sich kontextsensitiv mit kurzen und brauchbaren Hinweisen in englischer Sprache als überaus nützlich erweist. Einzelne Kapitel in der Online-Hilfe umfassen darüber hinaus Checklisten, die auf Teilbereiche verweisen.

Wie genau ein Trigger erstellt wird und wie ein kompletter Workflow zu definieren ist, findet sich in dieser Anleitung Schritt für Schritt. Die PDF-Dokumentation mit über 180 Seiten, ebenfalls ausschließlich in Englisch, wendet sich an den Nutzer, der eher eine klassische Anleitung bevorzugt.

Ein Fazit mit Verbesserungsvorschlag

Ohne jede Frage – Aegis ist eine sehr beeindruckende Software, die dank ihrer hohen Abstraktionsfähigkeit die Möglichkeit bietet, sehr zügig und ohne größeres Detailwissen Geschäftsprozesse zu entwickeln. Wird das Entwicklungstempo von Aegis mit einer Kombination von asp.net, VB-Script und WMI verglichen, so ist Aegis ohne Zweifel der Tempo- und Komfort-Sieger. Die grafische Darstellung ansonsten komplexer Zusammenhänge vereinfacht die Beschreibung dieser nachhaltig und eröffnet so auch „Nicht-Programmierern“ die Chancen zur weitreichenden Automatisierung.

Das fehlende Zusammenspiel mit einem deutschsprachigen Windows-Server schmälert das Loblied. Der Misston bezieht sich dabei in erster Linie auf den mangelnden Hinweis in der Dokumentation, denn dem Griff zum englischsprachigen Windows-Server.

Unverständlich, aber nicht umständlich, ist das manuelle Setzen von Start- und Endpunkten in jedem Prozess. Ohne beide Punkte ist keine Nutzung des Prozesses möglich. Fragen wir uns also, warum beim Anlegen eines neuen Prozesses beide Punkte nicht automatisch eingefügt werden.

Auch wenn dies sicherlich nur sehr selten vorkommt, so hat sich die Performance beim Lösch-Kommando in Kombination mit der Multiselektion vieler Arbeitsschritte als etwas träge herausgestellt. Der Anwender hat bei Auslösen dieses Kommandos die Möglichkeit, dem Programm beim Entfernen eines jeden Elements á drei Sekunden zuzuschauen. Spannenderweise arbeitet der Befehl „Undo“, der ein Löschen rückgängig macht, deutlich zügiger und stellt alle Elemente in einem Augenblick wieder her.

Ungereimtheiten

Bis auf diese kleinen Ungereimtheiten präsentiert sich NetIQ Aegis als eine ausgewachsene und ausgereifte Technologie zur Abbildung komplexer Prozesse. Sind erst einmal die ersten Berührungsängste mit dieser „moderneren Art der Programmierung“ überwunden, so macht es sehr viel Freude mit dem Programm zu arbeiten.

Besonders leicht fällt die Modifikation eines einmal aktivierten Prozesses. Die Gewissheit, dass stets die vorherige Version unveränderbar in Aegis vorgehalten wird, nimmt die Sorge, dass durch eine unbedachte Änderung unternehmenswichtige Programmierungen verändert werden. Ein später hinzugezogener Kollege, der einen Prozess analysieren und modifizieren sollte, war dazu in weniger als einer halben Stunde in der Lage, obwohl er noch nie zuvor mit Aegis arbeitete.

Der Autor:

Thomas Bär beschäftigt sich als kritischer Autor seit vielen Jahren mit dem professionellen Einsatz von IT-Systemen. (Archiv: Vogel Business Media)

Thomas Bär ist freier Autor aus Irsee und hat für IP-Insider das NetIQ-Tool „Aegis“ unter die Lupe genommen.

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