Wie bestellt man eine Pizza?

Prozess-Systeme wie Aegis sind aufgrund ihrer Flexibilität nicht auf typische IT-Angelegenheiten begrenzt, auch wenn sie erwartungsgemäß in dieser Kategorie ihre Fähigkeiten am besten auszuspielen wissen. Es sollte im Test also nicht darum gehen, bei Bedarf über die Aktivierung eines Ports auf einem Switch ein Netzwerk umzuschalten oder Terminal-Server in bestimmten Abständen aus einem NLB-Verbund zu lösen, um diese von Benutzern befreit automatisiert in ein Support-Zeitfenster zu überführen.
Dies sind Prozessbeispiele die vollautomatisch mit Aegis abgebildet werden können. Da es sich dabei jedoch um gleichsam typische IT-Prozesse handelt, die über verschiedene Skript-Sprachen mit mehr oder weniger großem Aufwand ebenfalls realisiert werden können, entschieden wir uns für ein lebenspraktischeres Beispiel: eine E-Mail-Pizza-Bestellung.
Um nicht allzu viel Zeit mit dem Design und dem Anlegen von Webseiten und einem Warenkorb zu vergeuden, reicht in unserem Beispiel eine E-Mail an die Adresse des Administrators mit der Betreffzeile „NEUE BESTELLUNG“. Aegis ist über den Exchange-Adapter in der Lage, auf alle Eigenschaften des Microsoft-Mail-Servers zuzugreifen.
Wie genau die Datenfelder benannt sind, das braucht den Prozess-Designer nicht weiter zu interessieren, da die entsprechenden Felder bereits eingeblendet sind. Die Aufgabe des Designers ist lediglich festzulegen, welche Felder nach welchen Werten durchsucht werden sollen.
Die ersten Arbeitsschritte
Im grafischen Prozess-Designer legen wir zunächst die zwei Pflichtfelder „Start“ und „Ende“ für den neuen Prozess „Pizza Bestellung“ an. Mit grafischen Dummy-Icons bilden wir den gewünschten Vorgang ohne eine automatisierte Intelligenz ab: Nach Eintreffen der E-Mail prüft Aegis die Anzahl noch offener Bestellungen und sendet dem Absender eine Eingangsbestätigung seiner Bestellung mit unterschiedlichen Zeitangaben. Warten mehr als drei Bestellungen in der Küche auf ihre Abarbeitung, so wird von einer Lieferzeit von 45 Minuten ausgegangen – sind weniger Aufträge vorhanden, so heißt es im Text 30 Minuten.
Der Auftrag wird in der Datenbank gespeichert und ein Ausdruck auf einem LPR-Drucker in die „virtuelle Pizzabäckerei“ ausgegeben. Kommt es bei diesem Vorgang zu einem Fehler, ruht der Prozess, bis der Fehler behoben ist. Über die Weboberfläche wird dazu auf einen Mausklick gewartet.
Verlässt eine fertige Pizza die Bäckerei, so wird der Zeitwert in der Datenbank festgehalten – die Fertigstellung wird ebenfalls durch einen Mausklick abgebildet. Einer zeitlichen Auswertung über die Reporting-Fähigkeiten von Aegis steht somit nichts im Wege.
Typischer Vorgang
In diesem recht einfachen Prozess stecken Funktionen, die in jedem Unternehmenskontext vorkommen: Mail-Server abfragen, Service-Reaktionen auswerten, Datenbank-Werte schreiben und lesen, Benutzeraktionen einbinden und E-Mail-Nachrichten automatisiert auf Basis von ermittelten Informationen versenden.
Ohne Frage wäre es problemlos möglich, die Komplexität zu erhöhen, indem beispielsweise bei einem Scheitern des Ausdrucks ein anderer Print-Server oder ein Fax-Gerät aktiviert wird. Aber dies würde in Bezug auf die dargestellten Funktionen keinen Unterschied machen.
Weiter geht es…
Jeder Zwischenschritt, der zunächst mit einem Dummy-Icon eingefügt wurde, wird nun durch ein echtes Kommando aus Aegis ersetzt. Bei der Zuordnung von Icons ist Aegis sehr flexibel: Welches „Bildchen“ sich hinter welchem Prozessschritt verbirgt, ist frei definierbar. Die Auswahl an modernen Icons ist umfangreich, was eine insgesamt „farbenfrohe Abbildung“ von Prozessen ermöglicht.
Der Start des Vorgangs wird durch den Trigger E-Mail-Empfang mit NEUE BESTELLUNG in der Betreffzeile“ aktiviert (siehe: Bild 2). Wie in der traditionellen Programmierung, so benötigt auch der grafische Prozess-Designer die Möglichkeit, Daten zu speichern.
Hier gibt es eine Variable „Absender-Adresse“ vom Typ „String“ (siehe: Galerie Abbildung 3). Den Wert selbst erhält Aegis vom Exchange-Adapter über das Event „Exchange.New Message Event“ mit dem Event-Attribut „Sender“. Die Bezeichnungen werden in einer Drop-Down-Liste zur Auswahl angeboten.
weiter mit: Der Prozess wird komplettiert
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