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5. Windows XP galt eine Zeitlang als Virenschleuder

Microsoft stand vor einem großen Problem, da der Ruf des Betriebssystems erheblich unter den Malware-Attacken litt. Deswegen entschloss sich der Konzern, die Sicherheitsarchitektur der Software grundlegend umzubauen. Das Ergebnis war das Service Pack 2 für XP, das im September 2004 erschien. Mit dem SP2 wurde das Windows-Sicherheitscenter eingeführt, der unter anderem sicherstellt, dass der Virenschutz sowie die Betriebssystemsoftware auf dem aktuellen Stand sind und eine Firewall aktiv ist.
Darüber hinaus wurden die Sicherheitslücken gestopft, von denen die Würmer wie Sasser und Blaster Gebrauch gemacht hatten. Letzten Endes war die Sicherheitsarchitektur, die mit dem Service Pack 2 Einzug hielt, ein wichtiger Baustein für den langfristigen Erfolg des Betriebssystems.
6. Warum Windows Vista XP nicht beerben konnte
Dass sich XP langfristig so stark etablieren konnte, ist auch auf die Schwächen des Nachfolgers Windows Vista zurückzuführen. Das System, das bereits 2005 auf den Markt hätte kommen sollen, war von einem langen und wechselhaften Entwicklungsprozess geprägt gewesen.
Viele Features, die in Longhorn – so der Codename von Vista – eingebaut werden sollten, wurden wieder verworfen, so etwa das geplante relationale DateisystemWinFS oder die Sicherheitsarchitektur Next Generation Secure Computing Base, die das sogenannte Trusted Computing ermöglichen sollte. Dazu kam, dass einige Entwickler, die an Longhorn arbeiteten, zeitweise vom Projekt abgezogen wurden, um die Entwicklung des Service Pack 2 von XP voranzutreiben.
Dadurch zog sich der Entwicklungsprozess in die Länge. Zudem erschlossen sich dem Normalanwender die Vorteile von Vista nicht, als der XP-Nachfolger schließlich Ende 2006 offiziell vorgestellt wurde. Zwar erhielt Vista eine überarbeitete Oberfläche und eine stark verbesserte Suchfunktion, aber abgesehen davon gab es wenig, was dem Normalanwender sofort ins Auge gestochen wäre.
Für Unmut sorgte indirekt auch das Treibermodell, das mit Vista eingeführt wurde und das für mehr Systemstabilität sorgte. Manche Druckerhersteller brachten für ihre älteren Modelle keine Vista-kompatiblen Treiber heraus – natürlich in der Hoffung, die Anwender zum Kauf eines neuen Druckers zu bewegen. Die meisten Anwender blieben jedoch gleich bei XP.
Zudem sorgten die gestiegenen Hardware-Anforderungen für einen schleppenden Absatz von Windows Vista. Erst das 2009 erschienene Windows 7 vermochte sich als Erbe von XP zu etablieren.
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