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Mehr als 2 Mio. Haushalte sollen mit Glasfaser versorgt werden 5 Mrd. Euro für Glasfaser­anschlüsse im ländlichen Raum

Von Bernhard Lück 3 min Lesedauer

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Unsere Grüne Glasfaser (UGG) hat angekündigt, den Breitbandausbau in Deutschland weiter voranzutreiben. Das Joint Venture aus Allianz und Telefónica bietet Kommunen an, eine anbieteroffene Glasfaserinfrastruktur ganz ohne Vorvermarktungsquote in ländlichen Gebieten zu bauen.

Jens Prautzsch, CEO und Geschäftsführer von UGG: „Schnelles Internet ist aktive Wirtschaftsförderung für den ländlichen Raum.“(Bild:  Unsere Grüne Glasfaser)
Jens Prautzsch, CEO und Geschäftsführer von UGG: „Schnelles Internet ist aktive Wirtschaftsförderung für den ländlichen Raum.“
(Bild: Unsere Grüne Glasfaser)

Das in Ismaning bei München ansässige Glasfaserunternehmen UGG möchte mit dem alternativen Geschäftsmodell den Rückstand Deutschlands beim Breitbandausbau aufholen. Derzeit liege Deutschland beim Glasfasernetzausbau in der EU im hinteren Mittelfeld. Schon in den kommenden Monaten sollen voraussichtlich gut eine Million Haushalte in den ländlichen Gebieten Deutschlands an das Glasfasernetz von UGG angeschlossen werden können.

Investition von fünf Mrd. Euro

Eigenen Angaben zufolge wird UGG in den kommenden Jahren fünf Mrd. Euro investieren, um Glasfaser in mehr als zwei Mio. Haushalten direkt bis ins Haus oder in die Wohnung (FTTH) zu verlegen – bevorzugt in Städten und Gemeinden im ländlichen Bereich, weil dort der Bedarf am größten sei. Das Unternehmen sei mittlerweile in acht Bundesländern aktiv und habe bereits Absichtserklärungen mit mehr als 350 Kommunen unterzeichnet.

„Schnelles Internet ist aktive Wirtschaftsförderung für den ländlichen Raum. Wir sehen uns auf einem guten Weg, den Stadt-Land-Gegensatz beim Breitbandangebot zu überwinden“, sagt Jens Prautzsch, CEO und Geschäftsführer von UGG.

Langfristiges Investment statt schneller Rendite

Der Bedarf nach den schnellen Glasfaserverbindungen sei enorm: Noch immer hätten drei Viertel der deutschen Haushalte keinen Breitbandanschluss. UGG plant bis Ende 2023 mit einer weiteren hohen Anzahl auszubauender Kommunen. 300.000 Anschlüsse seien derzeit im Bau oder bereits durch UGG fertiggestellt. Dafür habe man bislang ca. 5.000 Kilometer Glasfaserkabel verlegt (oder man befinde sich in der Feinplanung). Damit auch Miete von Wohnungen in größeren Wohnanlagen einen Anschluss an die Gigabitgesellschaft bekommen, seien neben Einzelhäusern auch Mehrparteienhäuser Teil des UGG-Konzepts.

CEO Jens Prautzsch sagt, er wolle er von einer angeblichen Goldgräberstimmung am Markt nichts wissen. „Wir sind langfristig investiert und an einer verlässlichen Partnerschaft mit den Kommunen interessiert. Mit Allianz und Telefónica haben wir zwei starke und erfahrene Partner an unserer Seite, die diesen langfristigen Ansatz mit uns verfolgen.“

Forderung von Branchenkonsens zum offenen Netzzugang

Auf dem Glasfasermarkt in Deutschland gebe es eine dynamische Entwicklung. Milliarden würden investiert, zugleich aber würden Lieferkettenprobleme und knappe Ressourcen die Kapazitäten im Ausbau begrenzen. Prautzsch betont, dass die Ziele der Gigabitstrategie des Bundes nur mit der gemeinsamen Kraftanstrengung aller Anbieter zu erreichen seien. Der flächendeckende Ausbau noch nicht erschlossener Gebiete habe Vorrang vor einem Doppelausbau.

„Der strategische Überbau, d.h. aktuell vor allem die strategische Ankündigung eines parallelen Ausbaus, selbst in geringerem Umfang, ist Ressourcenverschwendung. Allein die Ankündigung verunsichert Kommunen und ihre Bürgerinnen und Bürger und verursacht unnötige Verzögerungen“, so Prautzsch. Die Folge sei zudem, dass manche Kommunen nur in Teilen ausgebaut werden könnten, wenn einzelne Anbieter sich lediglich die lukrativsten Adressen aussuchen. Mit den übrigen Ortsteilen müsse dann wieder ein langes und vom Steuerzahlenden finanziertes Förderverfahren angestrebt werden. Genau das stehe einem flächendeckenden Ausbau, wie ihn UGG anbiete, aber entgegen.

„Wir sind für eine Selbstverpflichtung und die Herbeiführung eines Branchenkonsenses für ein offenes Zugangsmodell“, sagte Jens Prautzsch. Zusammen mit den führenden Branchenverbänden setze UGG sich für faire und transparente Rahmenbedingungen ein, um allen Menschen im ländlichen Raum Zugang zu schnellem Internet zu ermöglichen.

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