Bei ihrer Mitte Juni gestarteten 5G-Initiative verkündete die Telekom die 5G-Verfügbarkeit für 16 Mio. Menschen in 1.000 deutschen Städten und Gemeinden. Mitte Juli sollen sogar mehr als 40 Mio. Menschen in Deutschland vom neuen Mobilfunkstandard profitieren können.
Am 17.06.2020 startete die Telekom ihre 5G-Initiative.
(Bild: Deutsche Telekom)
„Wir bringen 5G für die Hälfte der deutschen Bevölkerung in die Stadt und auf das Land. Und dieses Etappenziel erreichen wir jetzt schon früher als geplant“, betont Telekom-Deutschland-Chef Dirk Wössner. „Trotz der Corona-Krise haben wir 5G ohne Umwege ausgebaut. Unsere Netze haben zuverlässig gearbeitet. Zusätzlich zur Krisensituation haben unsere Techniker über 12.000 Antennen für 5G fit gemacht. Bis Ende des Jahres werden es sogar 40.000 Antennen sein.“
10 MHz zusätzliches 3G-Spektrum
Der 5G-Ausbau beruhe auf dem variablen Einsatz von Mobilfunkfrequenzen sowie von neuen, innovativen Technologien. Die Telekom nutze hierfür 15 MHz im 2,1-GHz-Band für LTE und 5G. Davon würden 5 MHz aus dem bisherigen 3G-Spektrum umgewidmet. Zusätzlich habe die Telekom vorzeitig 10 MHz des jetzigen 3G-Spektrums eines anderen Anbieters erworben. Auch dieses Spektrum werde für LTE und 5G eingesetzt. Ersteigert habe die Telekom dieses Spektrum ursprünglich für die Nutzung ab dem Jahr 2021. Durch den vorzeitigen Zukauf verdreifache der Konzern das bisher in diesem Frequenzbereich für die neuen Technologien genutzte Spektrum.
Intelligenter Einsatz von Spektrum
Die unterschiedliche Frequenzen würden sich in puncto Reichweite und Geschwindigkeit sinnvoll ergänzen. 5G funke in Großstädten in der Regel auf einer sehr hohen Frequenz: bei der Telekom auf 3,6 GHz. Hohe Frequenzen, so der Konzern, bieten höhere Geschwindigkeiten, reichen aber nicht besonders weit. Auf der niedrigeren 2,1-GHz-Frequenz seien die Reichweiten der 5G-Antennen deutlich höher. Das Prinzip sei bereits vom LTE-Ausbau bekannt: Hier würden Frequenzen mit großer Reichweite vor allem für die Flächenversorgung genutzt. Frequenzen mit kürzeren Reichweiten könnten ihre Stärken im städtischen Umfeld ausspielen und so für die gleichzeitige Versorgung sehr vieler Kunden und für noch höhere Geschwindigkeiten sorgen.
Durch diese Kombination der zur Verfügung stehenden Frequenzen werde der 5G-Ausbau erheblich beschleunigt – gerade im ländlichen Raum, so die Telekom. Auch LTE werde dadurch einen Schub erfahren. Kunden erhielten ein weiteres Frequenzband für die Nutzung von LTE und somit mehr Bandbreite. Durch den Einsatz des sogenannten Dynamic Spectrum Sharing (DSS) werde zusätzliches Spektrum für LTE-Kunden bereitgestellt.
Mit DSS betreibe die Telekom zwei Mobilfunkstandards parallel in einem Frequenzband. Die neue Technologie verteile das Spektrum bedarfsorientiert zwischen LTE- und 5G-Anwendern. Das Netz passe sich so innerhalb von Millisekunden automatisch dem Bedarf der jeweiligen Kunden an. Dies führe zu einem besseren Nutzungserlebnis.
Mehr Geschwindigkeit für Stadt und Land – auch für LTE
Mittels DSS und des zusätzlichen Spektrums werde die Datenrate erhöht: Im ländlichen Bereich würden die Geschwindigkeiten teilweise mehr als verdoppelt. Hier könnten Kunden jetzt mit bis zu 225 MBit/s surfen. In städtischen Gebieten seien es in der Spitze 600 bis 800 MBit/s. Von diesen Geschwindigkeiten würden nicht nur Kunden mit neuen 5G-Smartphones, sondern auch Kunden im LTE-Netz profitieren.
Nach Telekom-Angaben funken die 5G-Antennen in Großstädten wie Berlin oder Köln auf 3,6 GHz mit einer Übertragungsrate von bis zu 1 GBit/s und mehr.
Integrierte Angebote aus Netz, Tarif und Endgerät
5G sei in allen Magenta-Mobil-Tarifen der Telekom enthalten. Für die neuen 2,1-GHz-Frequenzen stünden Geräte aus der Samsung-S20-Serie, das OnePlus 8 und OnePlus 8 Pro sowie das Huawei P40 Pro bereit. Diese Smartphones hätten bereits das notwendige Software-Update oder würden es in Kürze automatisch erhalten. Das Geräteportfolio für 5G werde nach und nach erweitert. Bestandskunden könnten überwiegend mit ihrem bisherigen Gerät ebenfalls LTE verwenden und somit gleichermaßen von DSS profitieren.
LTE-Netz ist Basis für 5G-Netz
Die Telekom habe bereits 2019 entschieden, chinesische Lieferanten aus dem sicherheitskritischen Kernnetz auszuphasen. Dies gelte auch für das sich derzeit noch in der Standardisierung befindliche 5G-Kernnetz. Im Kernnetz befänden sich die zentralen Elemente zur Steuerung und Verarbeitung von Daten im Netz. Dagegen bestehe das Zugangs- oder Antennennetz aus den Funkmasten und den dazugehörigen Sende- und Empfangseinrichtungen. Eine Datenverarbeitung finde in diesem sogenannten Radio Access Network (RAN) nicht statt.
5G sei technisch kein eigenständiges Netz, sondern baue in das bestehende 4G-Netz neue Funktionen und technische Eigenschaften ein. Eine isolierte Betrachtung von 4G und 5G widerspreche schlicht den technischen Fakten. Im Bereich des Antennennetzes sei es technisch nicht möglich, ein 5G-Upgrade eines bestimmten Herstellers auf 4G-Komponenten eines anderen Herstellers durchzuführen. Im heutigen Bestandsnetz seien im Bereich der Antennen hauptsächlich Komponenten von Ericsson und Huawei verbaut.
Stand: 08.12.2025
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Für die Weiterentwicklung dieses Antennennetzes von 4G auf 5G werde die Telekom weiterhin die Bestandslieferanten Ericsson und Huawei nutzen. Dazu habe der Konzern jetzt mit den beiden Unternehmen Neuverträge geschlossen. Um hier mittelfristig mehr Komponentenvielfalt im Netz zu gewährleisten und zwischen mehr Herstellern wählen zu können, unterstütze die Telekom die sogenannte Open-RAN-Initiative.