Um Fehler im Netzwerk zu finden oder Analysen durchzuführen, sind nicht immer komplexe Zusatztools notwendig. Auch kleine Helfer, die sich über die Befehlszeile und mithilfe der PowerShell starten lassen, können sinnvoll sein, um Probleme schnell zu identifizieren und zu beheben.
Es müssen nicht immer große Programm-Suiten sein – oft sind kleine Werkzeuge sogar die bessere Wahl. Wir zeigen 10 Tools für Command Line und PowerShell.
Geht es um die Analyse von Netzwerkverbindungen oder das Aufdecken von Problemen, können Tools und Skripte für die Befehlszeile und die PowerShell ein wertvolles Hilfsmittel sein. Solche Tools müssen nicht installiert werden und belasten das System nicht mit einer grafischen Oberfläche. Hinzu kommt die Möglichkeit, diese Tools in eigene Skripte zu integrieren.
Fehler im Netzwerk und von Serverdiensten in der Befehlszeile erkennen
Um zum Beispiel Probleme mit DHCP-Servern zu analysieren, oder sicherzustellen, ob das Zuteilen von IP-Adressen über DHCP-Funktioniert, gibt es kostenlose Tools. Die beiden bekanntesten Werkzeuge zum Testen von DHCP-Servern sind „dhcptest.exe“ und „dhcpcheck.exe“.
Neben Zusatztools, die gesondert heruntergeladen werden müssen, stehen auf Windows-Servern ab Werk Tools wie „dcdiag“, „Repadmin“ und „Nltest“ zur Verfügung, mit denen in der Befehlszeile Probleme mit Active Directory gefunden und behoben werden können. Im Beitrag „Diese Befehlszeilentools sollten Admins kennen“ haben wir ebenfalls zahlreiche Tools für die Befehlszeile vorgestellt, die bereits Bestandteil von Windows sind.
1. Active Directory mit der PowerShell dokumentieren
Mit dem Active Directory Dcoumentation Script kann eine Dokumentation für Active Directory erstellt werden. Das Skript wird auf einer Arbeitsstation gestartet, auf der auch Microsoft Word installiert sein muss. Durch das Aufrufen des Skriptes, wird das Inventar erstellt und als Word-Datei gespeichert, inklusive Inhaltsverzeichnis. Das Skript ist ideal, um einen schnellen Überblick über eine Active-Directory-Gesamtstruktur zu erhalten.
2. Routen verfolgen in der Befehlszeile - Pathping und Tracert
Mit dem Bordmittel-Tool „Pathping“ können in Windows die einzelnen Abschnitte nachverfolgt werden, die Pakete zu einer bestimmten IP-Adresse durchlaufen. Gleichzeitig versucht Pathping auch den DNS-Namen von IP-Adressen in Erfahrung zu bringen. Dadurch lassen sich Probleme bei Netzwerkverbindungen schnell finden, die IP-Adressen der Gateways in Erfahrung bringen und es kann genau festgestellt werden, warum Pakete nicht zugestellt werden.
Insgesamt kann Pathping bis zu 30 Abschnitte nachverfolgen. Hier pingt der Befehl alle Stationen an und zeigt im Anschluss eine Statistik an. Pathping erweitert die Möglichkeiten von Tracert und Ping. Auch Tracert liefert Informationen zu den einzelnen Hops von Paketen.
3. Externe IP-Adresse des Gateways in der PowerShell anzeigen
Mit dem Befehl „$ip = Invoke-RestMethod http://ipinfo.io/json | Select -exp ip“ wird die externe IP-Adresse des Netzwerks in der Variablen „$ip“ gespeichert. Durch Eingabe von „$ip“ kann die Adresse ausgegeben werden.
4. ipcalc PowerShell Script: Informationen zu IP-Subnetzen auslesen
Mit dem kostenlosen PowerShell-Skript „ipcalc“ können schnell und einfach Informationen zu einem Subnetz angezeigt werden. Das Skript ermittelt die Netzwerk-ID, die erste Host-Adresse, die letzte Host-Adresse, die Broadcast-Adresse und weitere Informationen.
5. NTttcp Utility: Profilieren und Messen der Windows-Netzwerkleistung
Das Tool „NTttcp“ wird zur Messung der Netzwerkleistung von Windows-Servern genutzt. Auch Microsoft-Ingenieure setzen auf dieses Tool. NTttcp ist bereits etwas älter, funktioniert aber auch auf aktuellen Servern noch problemlos. Die Syntax und Vorgehensweise des Tools wird auf der Downloadseite umfassend beschrieben.
6. GetMac.exe: MAC-Adresse anzeigen – auch über das Netzwerk
Mit dem Bordmitteltool „GetMac“ können gezielt die MAC-Adressen der lokalen Netzwerkadapter, aber auch von Netzwerkadaptern anderer Computern im Netzwerk angezeigt werden. Der Befehl „getmac“ zeigt die MAC-Adressen der lokalen Adapter an. Mit „getmac /s <Computername>“ werden die MAC-Adressen von anderen Computern angezeigt. Für die Anzeige muss der entfernte Computer auf eine RPC-Anfrage antworten.
Um Probleme mit Netzwerkeinstellungen zu beheben, oder in Windows Netzwerkeinstellungen schneller zu erreichen, können auch Tools aus der grafischen Oberfläche direkt in der Befehlszeile gestartet werden. Das hat den Vorteil, dass Sie mit einem Befehl schnell in eine wichtige Einstellung springen und danach in der Befehlszeile weiterarbeiten können. Für den Netzwerkbereich spielen zum Beispiel folgende Befehle eine wichtige Rolle:
Ncpa.cpl – Netzwerkeinstellungen in Windows direkt aufrufen
Sysdm.cpl – Wichtige Systemeinstellungen, wie Remotedesktop und Domänenmitgliedschaft
Firewall.cpl – Standardeinstellungen der Windows-Firewall
Wf.msc – Erweiterte Einstellungen der Windows-Firewall
Shrpubw.exe – Assistent zum Freigeben von Verzeichnissen
Certlm.msc – Lokale Zertifikate des Computers
Certmgr.msc – Lokale Zertifikate des Anwenders.
8. Get-DnsClientCache: DNS-Cache auslesen und löschen
In der PowerShell kann mit „Get-DnsClientCache“ der DNS-Cache ausgelesen und mit „Clear-DnsClientCache“ gelöscht werden. Um auf einem Windows-Computer den verwendeten DNS-Server anzuzeigen, wird das Cmdlet „Get-DNSClientServerAddress“ verwendet. Um sich die komplette Netzwerkkonfiguration anzeigen zu lassen, steht das Cmdlet „Get-NetIPConfiguration“ zur Verfügung.
Stand: 08.12.2025
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9. Test-NetConnection: Offene Ports und Verbindungen mit der PowerShell testen
Mit „Test-NetConnection“ können in der PowerShell Netzwerkverbindungen getestet werden. Das Cmdlet hilft auch dabei, offene Ports zu testen. Ein Beispiel für den Befehl ist:
Test-NetConnection dc01 -port 135
In diesem Beispiel wird überprüft, ob auf dem Server „dc01“ der Port 135 geöffnet ist. Mit dem Cmdlet „Test-NetConnection -DiagnoseRouting“ kann auf einem Server das Routing getestet werden.
10. Pktmon.exe: Paket-Monitor in Windows 10 und Windows Server 2019
In Windows 10 und Windows Server 2019 hat Microsoft das Tool „pktmon.exe“ integriert. Mit diesem Tool steht der Paket-Monitor in der Befehlszeile zur Verfügung. Wie das Tool funktioniert zeigt Microsoft auf der Seite „Windows Insiders can now test DNS over HTTPS“. Das Tool kann eine Textdatei erstellen, die sich nach der Erstellung analysieren lässt.