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Definition Was ist More Instant Messaging Interoperability (MIMI)?

Von Dipl.-Ing. (FH) Stefan Luber 2 min Lesedauer

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More Instant Messaging Interoperability (MIMI) ist ein aktuell bei der IETF in Entwicklung befindlicher Standard. Er soll die Interoperabilität von Messengern sicherstellen. Im Gegensatz zu gescheiterten Standardisierungsversuchen der Vergangenheit wie XMPP oder Matrix räumt die Fachwelt dem MIMI-Standard gute Erfolgsaussichten ein. Das ist unter anderem auch auf den EU Digital Markets Act (DMA) zurückzuführen, der eine Interoperabilität großer Messenger-Dienste fordert.

Die wichtigsten IT-Fachbegriffe verständlich erklärt.(Bild:  © aga7ta - stock.adobe.com)
Die wichtigsten IT-Fachbegriffe verständlich erklärt.
(Bild: © aga7ta - stock.adobe.com)

MIMI ist das Akronym für More Instant Messaging Interoperability. Es handelt sich um einen Standard, der die Interoperabilität von Messengern und Instant-Messaging-Diensten sicherstellen soll. Der Standard wird derzeit von der Anfang 2023 ins Leben gerufenen MIMI-Arbeitsgruppe der IETF (Internet Engineering Task Force) entwickelt. Mithilfe von MIMI soll weltweit eine sichere, private und zuverlässige Kommunikation über verschiedene Messanger-Dienste und -Apps möglich werden.

Hierfür definiert der Standard einen minimalen Satz an Mechanismen. Zur Einhaltung der Sicherheitsanforderungen und Ende-zu-Ende-Verschlüsselung basiert MIMI auf dem MLS-Protokoll (Messaging Layer Security). MLS sorgt unabhängig vom verwendeten Identitätssystem eines Messaging-Diensts auch in Gruppen-Chats für die Vertraulichkeit der Nachrichten. Die Standardisierung des MLS-Protokolls ist bereits abgeschlossen. Der Abschluss der Standardisierungsarbeiten an MIMI wird für das Jahr 2024 erwartet.

Die Fachwelt räumt More Instant Messaging Interoperability gute Erfolgsaussichten ein, sich als universeller Standard zu etablieren. In der Vergangenheit konnten sich einige Standardisierungsversuche und Protokolle für eine interoperable Messenger-Kommunikation wie XMPP oder Matrix nicht durchsetzen.

Motivation und Notwendigkeit der Entwicklung von More Instant Messaging Interoperability

Durch den Erfolg und die große Verbreitung von internetfähigen Smartphones sind Instant Messenger in den letzten Jahren immer wichtiger geworden. Viele Menschen erledigen einen Großteil ihrer privaten oder geschäftlichen Kommunikation über Messenger-Dienste wie WhatsApp, Signal, Threema oder iMessage. Leider fehlt es den Messenger-Diensten aber an Interoperabilität. Möchten Nutzer verschiedener Dienste kommunizieren, müssen unterschiedliche Apps auf den Geräten installiert und verwendet werden.

Die Anbieter der Messaging-Services zeigen oft wenig Interesse, sich zu öffnen. Vor allem die großen Anbieter haben starkes Interesse daran, ihre geschlossenen Systeme und Insellösungen beizubehalten, um ihre starke Marktposition nicht zu verlieren. Es entstehen Monopolisten und Abhängigkeiten für die Anwender. Die Politik hat das Problem erkannt. So fordert beispielsweise der 2022 in der EU in Kraft getretene Digital Markets Act (DMA) große Plattformdienste als so genannte Gatekeeper dazu auf, für entsprechende Interoperabilität ihrer Dienste zu sorgen.

Auch in anderen Regionen und Ländern wie den USA gibt es ähnliche Bestrebungen. Messenger-Betreiber stehen durch diese Vorgaben unter Druck, interoperable Dienste anzubieten. Die Interoperabilität mit anderen Betreibern über bilaterale Abkommen und proprietäre Techniken herzustellen ist kaum zu leisten. Durch einen standardisierten Satz von Mechanismen und Protokollen, wie von MIMI vorgesehen, wird den Entwicklern und Dienstebetreibern viel Arbeit abgenommen.

Von More Instant Messaging Interoperability zu bewältigende technische Herausforderungen

Um eine sichere, zuverlässige und private Kommunikation zwischen unterschiedlichen Messenger-Diensten herzustellen, haben der MIMI- und MLS-Standard verschiedene technische Problemstellungen zu lösen. Dazu zählen:

  • die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung in Einzel- und Gruppen-Chats
  • Schaffung einheitlicher Namensschemata
  • interoperable Serviceerkennung und Content-Verhandlung
  • Standardisierung der Content-Formate für Text, Bilder, Audio und Video und der Metainformationen der Nachrichten
  • Definition eines Transportprotokolls
  • Abwicklung der Echtzeitkommunikation
  • Sicherstellung der Skalierbarkeit

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