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Definition Was ist Licensed Spectrum Access / Licensed Shared Access (LSA)?

Von Dipl.-Ing. (FH) Stefan Luber 2 min Lesedauer

LSA ist ein Frequenz-Sharing- und Regulierungsansatz für die gemeinsame Nutzung lizenzierter Funkfrequenzbänder. Neben bereits etablierten Betreibern von Mobilfunkdiensten erhalten weitere Nutzer die regulatorische Genehmigung, das Spektrum unter Einhaltung vorgegebener Sharing-Regeln mitzunutzen.

Die wichtigsten IT-Fachbegriffe verständlich erklärt.(Bild:  © aga7ta - stock.adobe.com)
Die wichtigsten IT-Fachbegriffe verständlich erklärt.
(Bild: © aga7ta - stock.adobe.com)

Das Akronym LSA steht für Licensed Shared Access. Manchmal wird dafür der Begriff Licensed Spectrum Access verwendet. Bei LSA handelt es sich um einen Regulierungsansatz und ein Frequenz-Sharing-Modell für die gemeinsame Nutzung von lizenzierten Funkfrequenzspektren. Mit Licensed Spectrum Access erhalten neben den bereits lizenzierten und etablierten Betreibern von Mobilfunkdiensten eines Frequenzbereichs weitere Lizenznehmer Zugang zum Funkfrequenzband oder zu Teilen des Frequenzbands. So wird eine gemeinsame, dynamische Nutzung dieses Frequenzbands ermöglicht.

Die Mitbenutzung erfordert eine regulatorische Einzelgenehmigung (individuelle Lizenz). Zudem sind die in den Nutzungsrechten vorgegebenen Sharing-Regeln einzuhalten, um etablierten Betreibern und den weiteren Nutzern des Frequenzbands vorhersehbare Dienstgüten (Quality of Service; QoS) garantieren zu können. Das Interferenzmanagement liegt im Verantwortungsbereich der Frequenzverwaltungsbehörde und kann über statische oder dynamische Ansätze erfolgen.

Neben Licensed Shared Access für lizenzierte Systeme, bei denen die Frequenzzugangsrechte von einer Regulierungsbehörde garantiert werden, gibt es auch Frequenz-Sharing-Modelle für unlizenzierte Systeme. In diesem Fall benötigen die Mitbenutzer zwar keine eigene Lizenz, sie müssen sich aber dennoch an technische Vorgaben halten, um gegenseitige Einschränkungen und Beeinflussungen durch die gemeinsame Nutzung zu minimieren. Die Frequenzzugangsrechte sind aber nicht von der Regulierungsbehörde garantiert.

Das Europäische Institut für Telekommunikationsnormen ETSI (European Telecommunications Standards Institute) hat eine Spezifikation für die Unterstützung von Licensed Shared Access veröffentlicht. Im Rahmen dieser Spezifikation sind auch die Architekturen und funktionalen Anforderungen für den Informationsaustausch zwischen den etablierten Lizenzinhabern und den zusätzlich lizenzierten Mitbenutzern definiert. Die Spezifikation ETSI TS 103 379 des ETSI Technical Committee for Reconfigurable Radio Systems (TC RRS) beschäftigt sich konkret mit Informationselementen und Protokollen für LSA im 3GPP-Band 40 (2.300 - 2.400 MHz). Unter anderem definiert sie eine Schnittstelle zwischen dem LSA-Controller und dem LSA-Repository. Weitere ETSI-Spezifikationen im LSA-Bereich sind ETSI TR 103 113, ETSI TS 103 154 und ETSI TS 103 235.

Vorteile durch Licensed Shared Access

Das Frequenz-Sharing-Modell LSA bietet unter anderem diese Vorteile:

  • öffnet nicht vollständig genutzte Frequenzbänder für zusätzliche Benutzer
  • effizientere Nutzung der vorhandenen Funkfrequenzressourcen und Bereitstellung zusätzlicher Frequenzkapazitäten
  • im Vergleich zu teuren Exklusivlizenzen günstigere Mitbenutzerlizenzen
  • faire Mitbenutzung und Garantien für Dienstgüten durch den regulatorischen Ansatz und vorgegebene Sharing-Regeln
  • ermöglicht einen schnelleren Zugang zu Frequenzspektren ohne langwierige Vergabeprozesse von Exklusivlizenzen
  • ermöglicht die gemeinsame Nutzung von Infrastrukturen
  • fördert Innovationen für drahtlose Services

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