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Definition Was ist eine Domäne / Netzwerkdomäne?

Aktualisiert am 16.07.2025 Von Dipl.-Ing. (FH) Stefan Luber 4 min Lesedauer

Bei einer Domäne handelt es sich um einen administrativ abgegrenzten Netzwerkbereich. Die Benutzer, Geräte und Ressourcen einer Domäne werden zentral verwaltet. Mithilfe von Netzwerkdomänen lassen sich Organisationsstrukturen logisch abbilden und einheitliche Sicherheitsrichtlinien anwenden und durchsetzen.

Eine Netzwerkdomäne ist ein administrativ abgegrenzter Netzwerkbereich mit zentraler Verwaltung von Benutzern, Geräten und Ressourcen.(Bild:  GPT-4o / ChatGPT / KI-generiert)
Eine Netzwerkdomäne ist ein administrativ abgegrenzter Netzwerkbereich mit zentraler Verwaltung von Benutzern, Geräten und Ressourcen.
(Bild: GPT-4o / ChatGPT / KI-generiert)

Eine Netzwerkdomäne, oder in der Kurzform Domäne, ist ein administrativ abgegrenzter Netzwerkbereich, in dem Benutzer, Geräte, Ressourcen und Sicherheitsrichtlinien zentral verwaltet werden. Die logische Struktur einer Domäne kann von der physischen Netzwerkstruktur völlig unabhängig sein.

Domänen werden in Unternehmensnetzwerken genutzt, um die Organisationsstruktur abzubilden und die Steuerung der Zugriffsrechte und Ressourcen nach dieser auszurichten. In einer Domäne lassen sich einheitliche Sicherheitsrichtlinien und Zugriffsrechte für Benutzer und Geräte anwenden und durchsetzen. Domänen sind hierarchisch organisiert und über ein vorgegebenes Schema wie das Domain Name System (DNS) eindeutig benannt.

Zur Verwaltung der Domänen und zur Anmeldung der Benutzer kommen so genannte Domänencontroller zum Einsatz. Große Windows-Unternehmensnetzwerke basieren in der Regel auf hierarchischen Domänenstrukturen und sind mithilfe des Verzeichnisdiensts Microsoft Active Directory realisiert.

Kurze Abgrenzung der Begriffe Netzwerkdomäne, Broadcast-Domäne, Kollisionsdomäne und Internetdomäne

Während eine Netzwerkdomäne ein administrativ abgegrenzter, logischer Netzwerkbereich ohne zwingende Verbindung zu tatsächlichen physischen Netzwerkkomponenten und Netzwerkstrukturen ist, beziehen sich die Begriffe Broadcast-Domäne und Kollisionsdomäne auf die unteren Schichten des OSI-Referenzmodells, die für physische Netzwerkgeräte wie Router, Switches, Bridges und Repeater und deren Netzwerkfunktionen von Bedeutung sind.

Der Begriff Internetdomäne (Domain) bezieht sich auf einen eindeutig zugewiesenen Namensraum im Domain Name System (DNS), der zur Adressierung von Webseiten und Services verwendet wird. Internetdomänen werden durch Registrare und zentrale Vergabestellen verwaltet. Ein Beispiel für eine Internetdomäne ist wikipedia.org.

Struktur und Namenskonventionen von Netzwerkdomänen

Netzwerkdomänen sind hierarchisch strukturiert und besitzen eindeutige Namen. Die Struktur und Benennung basieren in der Regel auf den Konventionen des Domain Name System (DNS). In einer Baumstruktur werden unterhalb einer Stammdomäne untergeordnete Domänen angelegt. Diese Struktur wird auch als Domänenbaum bezeichnet. Die einer Stammdomäne untergeordneten Domänen besitzen in ihren Namen einen Namensteil, der die Stammdomäne repräsentiert. Ein Name einer Netzwerkdomäne könnte beispielsweise folgendermaßen lauten:

vertrieb.unternehmen-xy.net

Die Domänenstruktur ist völlig unabhängig von der physischen Struktur eines Netzwerks, seinen Standorten und den verbundenen Netzwerkobjekten. An einem physischen Standort lassen sich mehrere Domänen bilden oder eine Domäne kann aus mehreren Standorten bestehen. Diese Eigenschaft bildet die Grundlage für eine flexible Abbildung der Organisationsstrukturen eines Unternehmens mit ihren Abteilungen und Bereichen.

Die Rolle des Domänencontrollers

Eine Netzwerkdomäne benötigt mindestens einen Domänencontroller (DC). Bei einem Domänencontroller handelt es sich um einen Server, der die Anfragen zur Authentifizierung und die Zugriffsverwaltung der User in der Domäne übernimmt. An diesen wendet sich der Benutzer initial, um die Anmeldung im Netzwerk in die Wege zu leiten und seine Benutzerrechte zugeteilt zu bekommen. In Windows-Umgebungen kommt der DC in Verbindung mit dem Active Directory zum Einsatz und wird auch als Domänenserver bezeichnet.

Der Controller ermöglicht ein sehr ausgefeiltes Rechtesystem, das sich an den verschiedenen Abteilungen und Arbeitsgruppen im Unternehmen ausrichten lässt. So erhalten beispielsweise alle Mitarbeiter einer Abteilung über den Domänencontroller gleiche Berechtigungen, ohne dass diese für jeden spezifisch konfiguriert werden müssen. Zentrale Konfigurationen und Änderungen sind für alle Benutzer einer Domäne aktiv. Da der DC eine zentrale Rolle für die einwandfreie Funktion einer Domäne einnimmt und ohne Controller keine Anmeldung möglich ist, ist er in den meisten Fällen redundant und mit hoher Verfügbarkeit ausgelegt.

Domänencontroller sind in Form einer oder mehrerer physischer oder virtueller Server realisiert und beispielsweise als Primary Domain Controller (PDC) und Backup Domain Controller (BDC) eingerichtet. Wichtige Informationen wie vollständige Kopien der Active-Directory-Datenbank eines Windows-Netzwerks und seiner Domänen werden auf den Controllern entsprechend repliziert.

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Netzwerkdomänen und das Active Directory

Die Netzwerkdomäne ist ein zentrales Konzept des Microsoft Active Directory. Der Verzeichnisdienst Active Directory ist eine Hauptkomponente moderner Windows-Netzwerke. Er ermöglicht eine zentrale Kontrolle und Verwaltung der Windows-Netzwerke und ihrer Geräte, Benutzer und Ressourcen.

Mithilfe des Active Directory und der Netzwerkdomänen lässt sich die Organisation des Unternehmens mit allen benötigten Berechtigungen logisch abbilden. Jeder Mitarbeiter erhält über das Active Directory eine eindeutige Identität, mit der er sich über eine einzige zentrale Anmeldung gegenüber den bereitgestellten Ressourcen wie Verzeichnissen, Druckern, Datenbanken oder Servern per Windows-Login authentifiziert. Administratoren verfügen mit dem Active Directory über eine leistungsfähige zentrale Datenbank, um Objekte bereitzustellen, zu organisieren und deren Verwendung zu steuern. Die vier Hauptkomponenten des Active Directory von Microsoft sind:

- das Lightweight Directory Access Protocol (LDAP)

- das Kerberos-Protokoll

- das Domain Name System (DNS)

- Server Message Block (SMB)

Merkmale und Vorteile der Strukturierung in Netzwerkdomänen

Die Strukturierung in Netzwerkdomänen ist durch diese Merkmale und Vorteile gekennzeichnet:

  • zentrale Verwaltung der Benutzer, Geräte, Benutzerrechte, Sicherheitsrichtlinien und Ressourcen
  • zentrale Anwendung und Durchsetzung der Sicherheitsrichtlinien und Zugriffsrechte
  • verbesserte Sicherheit durch einheitliche Richtlinien
  • flexible Abbildung der logischen Organisationsstrukturen
  • gute Skalierbarkeit der logischen Strukturen (für große Unternehmensnetzwerke geeignet)
  • effiziente Verwaltung vieler Benutzer und Geräte
  • hohe Ausfallsicherheit durch redundante Domänencontroller realisierbar

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Active Directory & Domain Networking im Fokus

Active Directory & Domain Networking ist seit vielen Jahren ein Schwerpunktthema bei IP-Insider. Neben zahlreichen Fachartikeln finden Sie auch viele Definitionen und Begriffserklärungen aus diesem Themenkomplex auf unserer Website. Am Artikelende der Begriffserläuterung „Was ist Active Directory?“ haben wir als Service für Sie jetzt alle auf IP-Insider erschienenen Artikel rund um die Themen Active Directory, Entra ID und Domain Networking für Sie zusammengefasst. Viel Spaß beim Schmökern!

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