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Definition Was ist ein Forward-Proxy?

Von Dipl.-Ing. (FH) Stefan Luber 2 min Lesedauer

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Ein Forward-Proxy ist ein zwischen einem privaten Netz und dem Internet platzierter Proxy-Server. Er nimmt Anfragen der Clients aus dem privaten Netzwerk entgegen und leitet sie als Stellvertreter an die Zielserver im Internet weiter. Aus Netzwerksicht der Internetserver ist der Proxy das Ziel für ihre Antwortpakete.

Die wichtigsten IT-Fachbegriffe verständlich erklärt.(Bild:  © aga7ta - stock.adobe.com)
Die wichtigsten IT-Fachbegriffe verständlich erklärt.
(Bild: © aga7ta - stock.adobe.com)

Der Forward-Proxy ist eine von mehreren möglichen Varianten eines Proxy-Servers. Ein Proxy-Server fungiert grundsätzlich als Vermittler zwischen Clients und Servern in Netzwerken. Er nimmt Anfragen oder Antworten entgegen und leitet sie als Stellvertreter weiter. Der Forward-Proxy ist zwischen einem privaten und einem öffentlichen Netzwerk wie dem Internet platziert. Er nimmt Anfragen von Clients aus dem privaten Netzwerk entgegen und leitet sie als Stellvertreter an den Zielserver im Internet weiter. Die Server senden ihre Antworten an den Proxy-Server, der sie an die Clients weiterleitet. Aus Sicht der Server im öffentlichen Internet ist der Forward-Proxy der Netzwerkkommunikationspartner. Die Clients treten nach außen nicht in Erscheinung und sind dadurch abgeschirmt und geschützt. Ihre Identität ist vor dem öffentlichen Netzwerk verborgen.

Funktionsweise eines Forward-Proxys

Der Forward-Proxy ist entweder als dedizierter Server oder in Form einer Proxy-Software auf einem physischen oder virtuellen Server realisiert. Clients, die mit einem Server im Internet kommunizieren möchten, schicken ihre Daten an den Forward-Proxy. Hierfür ist die IP-Adresse des Proxy-Servers entweder manuell auf dem Client konfiguriert oder dynamisch zugewiesen. Es besteht auch die Möglichkeit, einen Forward-Proxy als transparenten Proxy zu implementieren. In diesem Fall benötigt der Client keine spezielle Konfiguration, da der Proxy die Kommunikation auf Netzwerkebene abfängt und als Stellvertreter für den Client führt.

Der Client kann nicht erkennen, dass eine weitere Kommunikationsinstanz zwischengeschaltet ist. Sendet der Forward-Proxy Nachrichten des Clients an einen Zielserver, ersetzt er die IP-Adresse des Clients mit seiner Adresse. Dadurch ist er für den Zielserver der eigentliche Kommunikationspartner, an den er seine Antworten zurücksendet. Bei der Weiterleitung der Antworten an die Clients werden wieder die Client-IP-Adressen eingesetzt. Vor der Weiterleitung, entweder in Richtung Server oder in Richtung Client, kann der Proxy-Server bestimmte Kontroll- und Prüffunktionen ausüben.

Abgrenzung zum Reverse-Proxy

Der Reverse-Proxy agiert im Vergleich zum Forward-Proxy in entgegengesetzter Richtung. Er nimmt Anfragen von Rechnern aus dem öffentlichen Netzwerk (Internet) entgegen und leitet sie als Stellvertreter an Webserver im privaten Netz weiter. Für die Rechner aus dem Internet ist der Reverse-Proxy der eigentliche Netzwerkkommunikationspartner. Der Proxy-Server sorgt für die Adressierung und Weiterleitung der Nachrichten an die Server und kann weitere Funktionen wie Loadbalancing oder Caching übernehmen.

Funktionen und Einsatzmöglichkeiten eines Forward-Proxys

  • Schutz und Anonymisierung der Clients
  • Verbergen der internen Struktur eines Unternehmensnetzwerks
  • Caching von mehrfach abgerufenen Informationen
  • Kontrolle und Filterung von Anfragen nach bestimmten Vorgaben
  • Beschränkung der Kommunikation auf bestimmte Protokolle
  • Durchsetzung von Unternehmensrichtlinien bezüglich der Kommunikation mit Zielen im Internet
  • Authentifizierung der Clients
  • Bandbreitenkontrolle und -steuerung
  • Protokollierung der Kommunikation zwischen Clients und Webserver

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