DLNA-zertifizierte Geräte wie DLNA-Server oder -Player erlauben das Streamen und Wiedergeben von Multimediainhalten wie Videos, Bilder und Musik über ein Netzwerk. Die Zertifizierung nimmt die Digital Living Network Alliance vor, ein Zusammenschluss von Unternehmen aus der Computer-, Telekommunikations- und Unterhaltungselektronikbranche. Technisch basiert DLNA auf Universal Plug and Play (UPnP).
Die wichtigsten IT-Fachbegriffe verständlich erklärt.
Von der Digital Living Network Alliance, abgekürzt DLNA, zertifizierte Geräte wie Player oder Server ermöglichen das Abspielen, Streamen und Wiedergeben von Multimediainhalten wie Videos, Bilder oder Musik über ein kabelgebundenes oder drahtloses Heimnetzwerk. Die Zertifizierung sorgt dafür, dass die DLNA-Geräte untereinander kompatibel sind und gewisse Mindeststandards und Multimediadatenformate unterstützt werden.
Grundsätzlich ist eine Unterscheidung zwischen DLNA-Server und DLNA-Player möglich. Die Digital Living Network Alliance definiert noch weitere Geräteklassen. Die Geräteklassen beschreiben Funktionalitäten und Eigenschaften und sind prinzipiell nicht an eine bestimmte Hardware gebunden. Beispielsweise kann ein Gerät wie ein PC gleichzeitig als DLNA-Server oder DLNA-Player agieren. Viele Geräte der Unterhaltungselektronik wie Fernseher, Spielekonsolen, Blu-ray-Player, Smartphones, Tablets oder Beamer besitzen eine DLNA-Zertifzierung.
Mindestvoraussetzungen für das Abspielen und Wiedergeben von Multimediainhalten sind ein aktives drahtloses oder kabelgebundenes Netzwerk, ein DLNA-zertifizierter Media-Server und ein DLNA-zertifizierter Media-Player. Eine Zertifizierung der Digital Living Network Alliance setzt die Unterstützung bestimmter Protokolle, Standards und Dateiformate voraus. Ein Großteil der Funktionalität basiert auf Universal Plug and Play (UPnP).
Die Digital Living Network Alliance
Die Digital Living Network Alliance (DLNA) ist ein ursprünglich 2003 als Digital Home Working Group (DHWG) gegründeter Zusammenschluss von Unternehmen aus der Computer-, Telekommunikations- und Unterhaltungselektronikbranche. Gründungsmitglieder waren die Firmen Sony und Intel. Im Jahr 2004 erfolgte die Umbenennung zur Digital Living Network Alliance. Ziel der Organisation war es, durch entsprechende Zertifizierungen sicherzustellen, dass Geräte verschiedener Hersteller in einem Netzwerk problemlos beim Abspielen und Wiedergeben von Multimediainhalten zusammenarbeiten. Hierfür übernahm die Digital Living Network Alliance die Aufgaben der Entwicklung und Überwachung der DLNA-Standards, die Produktzertifizierung und die Vergabe von DLNA-Logos an zertifizierte Produkte.
Da es Voraussetzung für eine Produktzertifizierung war, dass der Hersteller Mitglied der Digital Living Network Alliance ist, wuchs die Allianz schnell auf über 250 Hersteller aus mehr als 20 Ländern an. Darunter waren Unternehmen wie HP, Cisco, Samsung, Toshiba, Nokia, Microsoft und viele mehr. 2017 gab die Digital Living Network Alliance bekannt, dass alle wesentlichen Ziele der Organisation erreicht sind und löste sich auf. Die Zertifizierung wird von der Nachfolgeorganisation SpireSpark fortgeführt. Während des Bestehens der Digital Living Network Alliance wurden folgende Versionen des DLNA-Standards veröffentlicht: Version 1.0 im Jahr 2004, Version 1.5 im Jahr 2006, Version 2.0 im Jahr 2008, Version 3.0 im Jahr 2015 und Version 4.0 im Jahr 2016.
Die prinzipielle DLNA-Funktionsweise
DLNA ist im eigentlichen Sinn kein eigenständiger technischer Standard. Eine Zertifizierung der Digital Living Network Alliance besagt, dass ein DLNA-Gerät bestimmte, in der Regel offene Mindeststandards, Protokolle und Dateiformate unterstützt. Zu diesen gehören beispielsweise IP, HTTP, UPnP, XML und andere. Für das Abspielen und Wiedergeben von Multimediainhalten müssen folgende drei Mindestvoraussetzungen erfüllt sein:
1. Ein kabelgebundenes oder drahtloses aktives Netzwerk
2. Ein von der Digital Living Network Alliance zertifizierter Media-Server zum Speichern, Bereitstellen und Abspielen oder Streamen von Multimediainhalten
3. Ein von der Digital Living Network Alliance zertifizierter Media-Player für den Zugriff und das Wiedergeben der Multimediainhalte des Media-Servers
Als Netzwerkprotokollstack kommt IP zum Einsatz. Um Multimediadatenströme gegenüber anderem Datenverkehr im Netzwerk zu priorisieren, lässt sich Quality of Service (QoS) auf Basis von 802.Q und DSCP (Differentiated Service Code Point) nutzen. Grundsätzlich basieren die Priorisierungsmechanismen auf UPnP-QoS.
Ein Großteil der Funktionalität der von der Digital Living Network Alliance zertifizierten Geräte basiert auf dem ursprünglich von Microsoft in den 1990er Jahren entwickelten Universal Plug and Play (UPnP). UPnP unterstützt das Vernetzen von Endgeräten ohne vorige Konfiguration (Zero Configuration Networking) und das automatische Finden von Geräten, Services und Inhalten. Ein DLNA-Gerät erhält selbständig eine IP-Adresse, gibt seine Anwesenheit und seinen Namen im Netz bekannt und informiert über die bereitgestellten Funktionalitäten. Hierfür verwendet UPnP Protokolle und Standards wie HTTP, SSDP, XML und SOAP.
Die logische Struktur der auf einem Server verfügbaren Multimediainhalte wird über den so genannten Content Directory Service (CDS) abgebildet. Er gestattet, nach Inhalten zu suchen und Informationen eines Objekts bereitzustellen und anzuzeigen. Die Medienbibliothek eines Servers erhält dank CDS eine logische Struktur. Organisiert sind die Objekte in einer hierarchischen Baumstruktur. Informationen über die Objekte sind in XML-Dokumenten gespeichert.
Stand: 08.12.2025
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Die verschiedenen von der Digital Living Network Alliance definierten Geräteklassen
Die Digital Living Network Alliance definiert verschiedene zertifizierbare Geräteklassen, die in drei Hauptkategorien eingeteilt sind. Diese drei Hauptkategorien sind:
Heimnetzwerkgeräte (Home Network Devices)
Mobile tragbare Geräte (Mobile Handheld Devices)
Netzwerkinfrastrukturgeräte
Wichtig zu wissen ist, dass die Geräteklassen Eigenschaften und Funktionalitäten definieren, die unabhängig von der zugrundeliegenden Hardware sind. So kann ein Gerät wie ein PC gleichzeitig verschiedenen Geräteklassen angehören.
Zur Geräteklasse der Heimnetzwerkgeräte gehören unter anderem Digital Media Server (DMS), Digital Media Player (DMP), Digital Media Printer (DMPr) und Digital Media Renderer (DMR). DMS stellen Multimediainhalte zur Wiedergabe mit einem DMP oder DMR bereit. Ein Digital Media Renderer kann zwar auch Inhalte wiedergeben aber diese nicht selbständig finden. Die Inhalte lassen sich über einen Digital Media Controller (DMC) finden und auswählen. Der Digital Media Player ist eine Kombination aus DMC und DMR. Er findet Inhalte eines DMS und spielt sie ab. Ein Digital Media Printer stellt Druckdienste im Netzwerk zur Verfügung.
In der Kategorie der mobilen tragbaren Geräte sind Mobile Digital Media Server (M-DMS), Mobile Digital Media Player (M-DMP), Mobile Digital Media Uploader (M-DMU), Mobile Digital Media Downloader (M-DMD) und Mobile Digital Media Controller (M-DMC) zu finden. M-DMU und M-DMD können Daten auf Media Server hochladen oder herunterladen. Es handelt sich dabei um DLNA-Geräte wie Digitalkameras oder Camcorder.
Die Kategorie der Netzwerkinfrastrukturgeräte umfasst Media Interoperability Unit (MIU) und Mobile Network Connectivity Function (M-NCF). Sie dienen zur Konvertierung von Medienformaten oder als Gateway zwischen tragbaren und stationären Geräten.
Vom DLNA-Gerät unterstützte Formate
Ein von der Digital Living Network Alliance zertifiziertes Gerät muss eine Mindestanzahl von Multimediaformaten unterstützen. Neben den geforderten Formaten kann das Gerät mit weiteren optionalen Formaten kompatibel sein. Ein vorgeschriebenes Format für Bilder ist beispielsweise JPEG. Im Audio-Bereich sind LPCM und im Video-Bereich MPEG2 die mindestens zu unterstützenden Formate. Optionale Formate, mit denen viele DLNA-Geräte arbeiten, sind GIF, TIFF, PNG, MP3, WMA9, AAC, AC-3, MPEG-4 oder WMV9.