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Definition Was ist Bare-Metal?

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Bare-Metal heißt blankes Metall. Der Ausdruck soll im IT-Umfeld verdeutlichen, dass es sich um reine Hardware handelt. Ein Bare-Metal Server ist ein physischer Server, ohne Betriebssystem und ohne weitere Software oder Anwendungen. Im Gegensatz zum Shared-Hosting-Modell verwendet nur ein einziger Kunde den Server. Dem Kunden stehen alle Ressourcen exklusiv zur Verfügung. Solche Server lassen sich individuellen Performance-, Sicherheits- und Zuverlässigkeitsanforderungen anpassen.

Die wichtigsten IT-Fachbegriffe verständlich erklärt.(Bild:  © aga7ta - stock.adobe.com)
Die wichtigsten IT-Fachbegriffe verständlich erklärt.
(Bild: © aga7ta - stock.adobe.com)

Wörtlich übersetzt bedeutet Bare-Metal "nacktes", "blankes" oder "bloßes Metall". Der Begriff wird im IT-Umfeld verwendet, um zum Ausdruck zu bringen, dass es sich um reine Hardware ohne vorinstallierte Software handelt. Ein Bare-Metal Server ist dementsprechend ein blanker, physischer Server, auf dem kein Betriebssystem und weitere Software oder Anwendungen vorinstalliert sind.

Alternativ werden zum Teil Begriffe wie Single-Tenant Server, Dedicated Server oder Root Server verwendet. Sie können je nach Anbieter und technischer Ausprägung leicht unterschiedliche Bedeutung haben. Im Gegensatz zum Shared-Hosting-Modell und virtuellen Servern muss sich ein Kunde seinen Bare-Metal Server nicht mit anderen Kunden teilen. Die Hardware-Ressourcen stehen ihm exklusiv zur Verfügung. Der Kunde kann ein Betriebssystem seiner Wahl installieren und unter diesem Betriebssystem beliebige Anwendungen betreiben.

Der Begriff Bare-Metal wird aber nicht nur im Zusammenhang mit Servern verwendet. Üblich ist die Bezeichnung zum Beispiel auch für bestimmte Varianten und Bereitstellungsmodelle von Netzwerkhardware wie Switches oder Router. Im Cloud-Umfeld spricht man von einer Bare-Metal Cloud, wenn die Cloud-Services auf angemieteten, dedizierten Servern bereitgestellt werden und Systemressourcen nicht mit anderen Kunden geteilt werden müssen.

Bare-Metal Hardware kann im eigenen Rechenzentrum betrieben, im Colocation-Modell bereitgestellt oder auf Abonnementbasis im Rechenzentrum eines Anbieters gemietet werden. Als Leistungsmerkmale lassen sich Hardware-Ressourcen wie Rechenleistung (Prozessortyp und -anzahl), Arbeitsspeichergröße (RAM), Speicherplatz und Netzwerkbandbreite festlegen. Bare-Metal Server erlauben den Betrieb maßgeschneiderter Software, bieten eine uneingeschränkte Performance und lassen sich individuellen Performance-, Sicherheits- und Zuverlässigkeitsanforderungen anpassen.

Abgrenzung zwischen Bare-Metal Server mit und ohne Hypervisor

Bei Bare-Metal Servern haben sich zwei Varianten etabliert: der traditionelle Bare-Metal Server und der Bare-Metal Server mit Hypervisor. Beim traditionellen Server setzt das Betriebssystem direkt auf der Hardware auf. Alle Anwendungen werden in diesem Betriebssystem ausgeführt.

Ein Server mit Hypervisor besitzt zwischen Betriebssystem und Hardware eine zusätzliche Zwischenschicht, den Hypervisor. Der Kunde greift über eine Administrationsoberfläche auf den Hypervisor zu und kann ein oder mehrere virtuelle Maschinen auf dem Server mit eigenen Betriebssystemen erstellen und verwalten. Die Anwendungen laufen in den virtualisierten Gastbetriebssystemen.

Einsatzmöglichkeiten von Bare-Metal Servern

Bare-Metal Server kommen für anspruchsvolle, individuelle Projekte und Anwendungen zum Einsatz, die nicht mit den Standardservices und geteilten Ressourcen eines Shared-Hosting-Modells realisierbar sind. Es lassen sich Hosting-Plattformen mit maßgeschneiderter Software bereitstellen, die höchsten Anforderungen hinsichtlich Performance, Sicherheit, Datenschutz, Compliance und Zuverlässigkeit gerecht werden. Beispiele für solche Einsatzmöglichkeiten sind:

  • Webserver für Internetseiten mit viel Content, hohen Besucherzahlen oder starker Benutzerinteraktion
  • Datenbankserver für große Datenmengen
  • Server für die Verarbeitung datenschutzrechtlich kritischer Daten
  • Server für Echtzeitanwendungen mit hohen Anforderungen an kurze Antwortzeiten und vorhersagbarer Leistung
  • Gaming Server
  • Zugangsserver für geschlossene Firmennetzwerke

Vor- und Nachteile des Bare-Metal-Bereitstellungsmodells

Vorteil dieses Bereitstellungsmodells ist, dass die Hardware-Ressourcen nicht mit anderen geteilt werden müssen und exklusiv zur Verfügung stehen. Performance und Stabilität sind vorhersagbar und zuverlässig hoch. Sie werden nicht durch andere, auf der gleichen Hardware betriebene Webprojekte beeinflusst. Der Kunde hat die Freiheit, selbst zu entscheiden, welches Betriebssystem und welche Anwendungssoftware er auf der Hardware betreibt. Dank voller Zugriffsrechte lässt sich der Server nach eigenen Vorstellungen konfigurieren, optimal einstellen und individuell anpassen. Der Server bietet ein hohes Maß an Sicherheit und Privatsphäre.

Mögliche Nachteile des Bereitstellungsmodells sind:

  • tiefes Server-Know-how notwendig
  • hoher administrativer Aufwand für die Serververwaltung
  • höhere Kosten im Vergleich zum Shared-Hosting-Modell
  • nur bedingt skalierbar – sind die Leistungsobergrenzen der Hardware erreicht, müssen Hardwarekomponenten nachgerüstet oder die komplette Hardware ersetzt werden

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