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Die Wahl des richtigen Hosting-Typs Shared Hosting im Vergleich zu Virtual Private Server (VPS)

Ein Gastbeitrag von Konstantin Otten 5 min Lesedauer

Die Wahl des richtigen Hosting-Typs gehört zu den grundlegenden Entscheidungen, die Unternehmen und IT-Experten bei der Planung einer stabilen und leistungsstarken IT-Infrastruktur treffen müssen. Während Shared Hosting für viele kleinere Projekte ausreichend ist, bieten Virtual Private Server (VPS) deutlich mehr Flexibilität, Leistung und Sicherheit.

Die Entscheidung zwischen Shared Hosting und VPS hängt maßgeblich von den spezifischen Anforderungen eines Projekts ab.(Bild:  Fabio Principe - stock.adobe.com)
Die Entscheidung zwischen Shared Hosting und VPS hängt maßgeblich von den spezifischen Anforderungen eines Projekts ab.
(Bild: Fabio Principe - stock.adobe.com)

Welche technischen Hintergründe, Einsatzmöglichkeiten und relevanten IT-Parameter von Shared Hosting und Virtual Private Server Unternehmen näher beleuchten sollten, wenn sie die beiden Hosting-Modelle miteinander vergleichen möchten, zeigt dieser Beitrag.

In einer ganzheitlich gedachten und mitwachsenden IT-Infrastruktur nimmt die gewählte Hosting-Lösung eine Schlüsselrolle ein. Zwischen Shared Hosting und Virtual Private Servern sind einige grundlegende strukturelle Unterschiede zu berücksichtigen.

Shared Hosting

Shared Hosting basiert auf einer Multi-Tenant-Architektur, bei der ein physischer Server seine Ressourcen auf mehrere Nutzer aufteilt. Hierbei werden CPU-Kerne, RAM, Speicherplatz und Bandbreite gemeinsam genutzt. Diese Ressourcenverteilung erfolgt meist dynamisch, jedoch ohne garantierte Mindestressourcen pro Nutzer. Die Serveradministration, einschließlich der Betriebssystemupdates, Sicherheitskonfigurationen und Backup-Prozesse, liegt bei diesem Hosting-Modell vollständig beim Hosting-Anbieter.

Ein großer Vorteil von Shared Hosting ist die niedrige Einstiegsschwelle. Es ist kostengünstig und erfordert keine tiefgehenden technischen Kenntnisse seitens der Nutzer oder umfangreiche Eingriffe in die vorhandene IT-Infrastruktur. Für kleinere Websites wie Blogs, Landingpages oder Unternehmensseiten mit begrenztem Traffic ist dies eine praktische Lösung. Die Nachteile zeigen sich jedoch schnell, wenn mehrere Websites auf demselben Server hohe Lasten erzeugen: Die Performance sinkt, da alle Nutzer von der gleichen Ressourcenpools abhängig sind.

Virtual Private Server (VPS)

Ein VPS nutzt Virtualisierungstechnologien wie KVM, Xen, Hyper-V oder VMware, um einen physischen Server in mehrere unabhängige, virtuelle Server zu unterteilen. Jeder VPS verfügt über eigene, garantierte Ressourcen wie dedizierte CPU-Cores, Arbeitsspeicher und Speicherplatz, die nicht von anderen Instanzen beeinflusst werden. Diese Trennung wird durch Hypervisor-Software-Lösungen realisiert, die auch für die Zuweisung und Verwaltung der Hardware sorgen.

Ein wesentlicher Vorteil eines VPS ist der Root-Zugriff, der es Administratoren ermöglicht, das Betriebssystem und die Softwareumgebung individuell zu konfigurieren. Diese Flexibilität macht VPS-Lösungen ideal für komplexere Anwendungen, datenintensive Websites, Online-Shops oder Entwicklungsumgebungen mit hohem Trafficvolumen.

Shared Hosting und VPS im Vergleich

Um das passende Hosting-Modell für die eigene IT-Infrastruktur zu implementieren, lohnt sich für Unternehmen ein Blick aufs Detail. Shared Hosting und VPS Lösungen haben Vorteile, die je nach vorhandener Infrastruktur und den Anforderungen an zukünftige Entwicklungen entscheidungsrelevant sein können.

Leistung und Ressourcenmanagement

Shared Hosting ist durch eine hohe Abhängigkeit von der Auslastung durch andere Nutzer gekennzeichnet. Die Ressourcen des Servers werden geteilt, und der Noisy-Neighbor-Effekt kann dazu führen, dass eine stark frequentierte Website die Performance aller anderen Websites beeinträchtigt. Technisch basiert diese Einschränkung auf einer fehlenden Isolation zwischen den einzelnen Instanzen, was insbesondere in Spitzenzeiten mit hohem Traffic zu einem problematischen Performanceabfall führen kann.

Eine VPS-Lösung bietet im Vergleich dazu eine garantierte Zuweisung von Ressourcen. Virtualisierungslösungen wie KVM und VMware sorgen dafür, dass jede Instanz über eigene CPU-Cores, RAM und IOPS verfügt. Diese garantierten Ressourcen gewährleisten stabile Ladezeiten und eine gleichbleibend hohe Performance, auch wenn andere VPS-Instanzen auf demselben physischen Hostserver stark ausgelastet sind.

Skalierbarkeit und Flexibilität

Shared Hosting bietet nur begrenzte Möglichkeiten zur Skalierung. Nutzer können meist lediglich auf größere Hosting-Pläne upgraden, was jedoch keinen Einfluss auf die grundlegenden Einschränkungen des Shared-Umfelds hat.

Eine VPS-Lösung hingegen bietet eine granulare Skalierbarkeit. Ressourcen wie CPU-Kerne, RAM oder SSD-Speicher können bei Bedarf dynamisch erweitert werden. Diese horizontale und vertikale Skalierbarkeit macht VPS-Lösungen ideal für Projekte und Unternehmen, die mit wachsenden Anforderungen planen. Cloud-basierte VPS-Implementierungen ermöglichen zudem eine nahezu unbegrenzte Anpassung in Echtzeit, wodurch auch Auslastungsspitzen effizient abgefangen werden können.

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Sicherheit und Isolation

In Shared-Hosting-Umgebungen teilen sich alle Websites ein identisches Betriebssystem und damit einhergehend dieselben Sicherheitsmaßnahmen. Eine Sicherheitslücke bei einer einzigen Website kann potenziell die gesamte Hosting-Umgebung gefährden. Dies ist besonders kritisch in Hinblick auf Angriffe wie Cross-Site Contamination oder unzureichend abgesicherte Skripte.

Ein VPS bietet dank vollständiger Isolation deutlich höhere Sicherheitsstandards. Jede virtuelle Maschine läuft in einer eigenen Instanz, wodurch sie im Hinblick auf Sicherheitsmaßnahmen unabhängig von anderen Nutzern bleibt. IT-Spezialisten können eigene Firewalls, Anti-Malware-Lösungen und Sicherheitsrichtlinien implementieren. Zudem besteht die Möglichkeit, spezielle Sicherheitsprotokolle wie SELinux oder AppArmor zu aktivieren, um granulare Zugriffsrechte auf Prozessebene zu definieren.

Verwaltung und Konfigurationsmöglichkeiten

Shared Hosting wird vollständig vom Anbieter verwaltet. Das bedeutet, dass Nutzer keine tiefgreifenden Anpassungen an der Serverumgebung vornehmen können. Während dies den administrativen Aufwand reduziert, limitiert es die Möglichkeiten für individuelle Software-Installationen oder spezielle Konfigurationen.

Ein VPS bietet hingegen volle administrative Kontrolle. IT-Fachkräfte können Betriebssysteme bedarfsoptimiert und angepasst an die eigene IT-Infrastruktur installieren, eigene Software-Pakete integrieren und die Serverumgebung auf die spezifischen Anforderungen ihrer Anwendungen abstimmen. Ob LAMP-Stacks, Node.js-Umgebungen oder Container-Lösungen mit Docker – ein VPS eröffnet nahezu unbegrenzte Möglichkeiten, erfordert jedoch auch technisches Know-how und Zeit für die Verwaltung.

Kosten und Wirtschaftlichkeit

Shared Hosting ist eine kostengünstige Lösung und damit wirtschaftlich besonders attraktiv für kleine Projekte mit begrenztem Budget. Das Einsparpotenzial ist allerdings mit Einschränkungen in der Performance und der Flexibilität verbunden. Für Projekte, die Wachstumspotenzial bergen, kann die IT-Infrastruktur so zu einem hemmenden Faktor werden.

Eine VPS-Lösung ist mit höheren Kosten verbunden, bietet jedoch ein deutlich besseres Preis-Leistungs-Verhältnis für professionelle Anwendungen. Die Möglichkeit, Ressourcen bedarfsgerecht anzupassen und die Sicherheit sowie die Performance-Stabilität zu maximieren, rechtfertigt für viele Projekte mit zukunftsweisendem Charakter die höheren Kosten. Insbesondere Unternehmen, die auf Zuverlässigkeit und Skalierbarkeit angewiesen sind, profitieren langfristig von dieser Lösung.

Einsatzszenarien und Empfehlungen

Die Entscheidung zwischen Shared Hosting und VPS hängt maßgeblich von den spezifischen Anforderungen eines Projekts ab. Shared Hosting ist ideal für kleinere Websites mit begrenztem Traffic und überschaubaren technischen Anforderungen. Es bietet eine einfache Handhabung, wenig internen Verwaltungsaufwand und bindet nur geringe wirtschaftliche Ressourcen.

Ein VPS ist hingegen die optimale Wahl für mittlere bis große Projekte, die eine stabile Performance, hohe Sicherheit und individuelle Konfigurationsmöglichkeiten erfordern. Durch die dedizierten Ressourcen und die Flexibilität eignet sich ein VPS hervorragend für Anwendungen mit wachsenden Anforderungen, wie z.B. E-Commerce-Websites, SaaS-Plattformen oder Unternehmenslösungen mit einem hohen Traffic-Volumen.

Die richtige Wahl des Hosting-Typs bildet die Grundlage für eine leistungsstarke und zukunftssichere IT-Infrastruktur. Ein wesentliches Entscheidungskriterium sollten dabei nicht nur die aktuellen Anforderungen an die IT-Infrastruktur sein. Für eine nachhaltige und ganzheitliche Planung lohnt sich ein perspektivischer Blick auf langfristige Ziele der jeweiligen Projekte.

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