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Definition Was ist Automated Infrastructure Management (AIM)?

Aktualisiert am 17.11.2025 Von Dipl.-Ing. (FH) Stefan Luber tutanch 3 min Lesedauer

Automated Infrastructure Management erkennt Verbindungen und angeschlossene Geräte in einem Netzwerk auf physikalischer Ebene. Es lässt sich einsetzen, um die Infrastruktur eines Rechenzentrums automatisiert zu erfassen, zu dokumentieren und zu verwalten. AIM-Systeme bestehen aus Hard- und Softwarekomponenten.

Automated Infrastructure Management ermöglicht die automatisierte Erkennung, Verwaltung und Dokumentation der Verbindungsinfrastruktur.(Bild:  Copilot / KI-generiert)
Automated Infrastructure Management ermöglicht die automatisierte Erkennung, Verwaltung und Dokumentation der Verbindungsinfrastruktur.
(Bild: Copilot / KI-generiert)

AIM ist das Akronym für Automated Infrastructure Management. Es handelt sich um ein Konzept und eine technische Lösung, mit der sich die Kabelverbindungen und die angeschlossenen Geräte in einem Netzwerk auf physikalischer Ebene erkennen, erfassen, dokumentieren und verwalten lassen. AIM-Systeme bestehen aus Hard- und Softwarekomponenten, die in Echtzeit eine genaue Übersicht über alle verbundenen Geräte und Ports liefern und Daten mit anderen Managementsystemen austauschen können. Zur Erkennung des Einsteckens oder Entfernens von Kabeln und zur Identifizierung der Steckverbindungen kommen mit drahtlosen Technologien und Sensoren ausgestattete Kabel und Patchfelder zum Einsatz.

AIM-Systeme liefern eine genaue Übersicht über alle verbundenen Geräte und Ports eines Rechenzentrums und helfen so, den aktuellen Verbindungszustand der Infrastruktur zu dokumentieren und zu optimieren. AIM erleichtert die Fehlersuche und trägt zu einer höheren Netzwerkzuverlässigkeit bei.

Automated Infrastructure Management ist im internationalen Standard ISO/IEC 18598 spezifiziert. Der Standard legt die funktionalen Mindestanforderungen an AIM-Systeme, ihre Schnittstellen, Datenaustauschformate und Anwendungsmöglichkeiten fest. ISO/IEC 18598 ist auch Vorlage für DIN EN 50667.

Automated Infrastructure Management – eine wichtige Komponente des Data Center Infrastructure Managements (DCIM)

AIM ist eine wichtige Komponente des Data Center Infrastructure Managements (DCIM). DCIM umfasst die Gesamtheit der Prozesse und Technologien zur Verwaltung und Überwachung von Datenzentren und geht weit über die automatisierte Erkennung der Verbindungsinfrastruktur hinaus. Zum Data Center Infrastructure Management gehören weitere Managementsysteme wie Systeme für das Energiemanagement, das Konfigurationsmanagement, die Gebäudesicherheit oder den Zugangsschutz. Es finden alle infrastrukturellen Aspekte der IT-Systeme und der Anlagen eines Rechenzentrums Beachtung, wodurch eine ganzheitliche Sicht auf die Infrastruktur und die IT-Komponenten eines Data Centers entsteht.

Wie funktioniert AIM?

AIM-Systeme bestehen aus Hardware- und Softwarekomponenten. Intelligente Kupferkabel- oder Glasfaser-Patchfelder erkennen Kabelsteckverbindungen mithilfe von Sensoren und drahtlosen Technologien wie RFID oder Infrarottechnik. Die verwendeten Kupfer- oder Glasfaser-Patchkabel und die Patchfelder müssen dafür mit der geeigneten Technik ausgestattet sein oder entsprechend nachgerüstet werden. Werden Patchkabel gesteckt oder gelöst, erkennen das die intelligenten Patchfelder und leiten die Informationen inklusive der genauen Identität der Stecker und Ports über einen integrierten oder externen Controller an eine zentralisierte Managementsoftware weiter.

Die Software erfasst die Verbindungen, dokumentiert sie und ermöglicht deren Verwaltung. In der Regel sind die AIM-Systeme in der Lage, die Infrastruktur mit ihrem aktuellen Verbindungsstatus in Echtzeit in einer visuellen Form darzustellen. Über integrierte Anzeigen der intelligenten Patchfelder unterstützen einige Systeme zudem die Techniker vor Ort bei Verkabelungsarbeiten. Die Verkabelungsaufträge werden in der Managementsoftware angelegt und dem Techniker direkt am Patchfeld signalisiert oder über moderne visuelle Echtzeittechnologien wie Augmented Reality eingeblendet.

Erkennt das System nicht autorisierte, nicht geplante oder fehlerhafte Verbindungen, löst es Alarmmeldungen aus. Über Softwareschnittstellen sind die AIM-Systeme zudem in der Lage, mit anderen Data-Center-Infrastructure-Managementsystemen zu kommunizieren und Informationen auszutauschen. Gemäß des ISO/IEC-Standards sind sie für die DCIM-Integration mit entsprechenden Schnittstellen wie SOAP- oder RESTful-APIs ausgestattet.

Welche Vorteile bietet das automatisierte Infrastrukturmanagement?

Die Implementierung eines Automated Infrastructure Managements bietet den Betreibern von Netzwerkinfrastrukturen und Rechenzentren zahlreiche Vorteile. Verbindungen müssen nicht mehr zeitaufwendig und fehleranfällig manuell erfasst, überwacht und dokumentiert werden. AIM-Systeme ermöglichen die Überwachung und visuelle Darstellung sämtlicher physikalischer Verbindungen und angeschlossener Endgeräte in Echtzeit.

Das Anlegen von Arbeitsaufträgen per Software und die Signalisierung der durchzuführenden Arbeiten direkt am Patchfeld unterstützen die Arbeit der Techniker vor Ort, reduzieren den Zeitaufwand, verhindern Fehler und erlauben die Nachverfolgung des Status der angelegten Arbeitsaufträge. Darüber hinaus vereinfacht sich durch den stets aktuellen Verbindungsstatus die Fehlersuche. Erkennt das System ungeplante, nicht autorisierte oder fehlerhafte Änderungen, werden automatisch Alarme abgesetzt. Das bietet den Verantwortlichen die Möglichkeit, direkt zu reagieren. Die Ausfallzeiten des Netzwerks werden reduziert und die Sicherheit und Verfügbarkeit erhöht.

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Kurz zusammengefasst bietet der Einsatz einer AIM-Lösung folgende Vorteile:

  • aktive Überwachung der physikalischen Verbindungen und der Infrastruktur in Echtzeit
  • Dokumentation und Nachvollziehbarkeit aller Veränderungen
  • visuelle Darstellungen der aktuellen Infrastruktur inklusive Detail- und Überblicksansichten
  • optimierte Ressourcenauslastung durch genaue Einblicke in die Nutzung von Ports und Kabeln
  • Reduzierung des Zeitaufwands für Verkabelungsarbeiten durch Unterstützung der Techniker vor Ort
  • Nachverfolgbarkeit des Ausführungsstatus der Verkabelungsaufträge
  • höhere Sicherheit durch Alarmierung bei nicht autorisierten oder nicht geplanten Änderungen
  • Minimierung von Fehlern in der Verkabelung
  • vereinfachtes Troubleshooting
  • Reduzierung von Ausfallzeiten und höhere Verfügbarkeit der Infrastruktur
  • vereinfachtes Asset-Management
  • schnellere Bereitstellung neuer Dienste
  • Unterstützung bei der Einhaltung von Sicherheitsrichtlinien und Rechtsvorschriften
  • umfassende Integrationsmöglichkeiten in DCIM und andere Verwaltungssysteme

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