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Mailflut im Job Warum E-Mails trotz Kollabo­ra­tions-Tools weiter dominieren

Von Berk Kutsal 2 min Lesedauer

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Der berufliche E-Mail-Verkehr in Deutschland erreicht einen neuen Höchststand. Trotz Collaboration-Plattformen, Messengern und Projekttools bleibt die E-Mail das zentrale Rückgrat der digitalen Arbeitskommunikation. Allerdings mit spürbaren Folgen für Produktivität und Arbeitsorganisation.

Der berufliche E-Mail-Verkehr in Deutschland steigt weiter. Neue Bitkom-Zahlen zeigen, wie stark Postfächer belastet sind – und warum E-Mail dominiert.(Bild:  KI-generiert)
Der berufliche E-Mail-Verkehr in Deutschland steigt weiter. Neue Bitkom-Zahlen zeigen, wie stark Postfächer belastet sind – und warum E-Mail dominiert.
(Bild: KI-generiert)

Die tägliche Zahl beruflicher E-Mails steigt weiter an. Nach aktuellen Daten* von Bitkom erhalten berufstätige Internetnutzer in Deutschland im Schnitt 53 E-Mails pro Arbeitstag. Damit setzt sich ein Trend fort, der sich über Jahre aufgebaut hat: 2023 lag der Wert noch bei rund 40 E-Mails, 2021 bei 26.

Besonders auffällig ist die Spreizung der Belastung. 14 Prozent der Befragten geben an, mindestens 100 berufliche E-Mails pro Tag zu erhalten. Weitere 22 Prozent bewegen sich zwischen 50 und 100 Nachrichten, während 46 Prozent täglich 10 bis 50 E-Mails verarbeiten müssen. Nur ein sehr kleiner Teil der Berufstätigen kommt mit weniger als zehn Mails pro Tag aus.

Warum E-Mail nicht verdrängt wird

Die Zahlen zeigen: E-Mail ist kein Auslaufmodell, sondern weiterhin das universelle Kommunikationsmittel im Arbeitsalltag. Sie verbindet interne Abstimmung, externe Kommunikation, Dokumentation und rechtliche Nachvollziehbarkeit in einem System. Genau diese Vielseitigkeit erklärt, warum E-Mail selbst dort dominiert, wo Unternehmen längst moderne Kollaborationstools eingeführt haben.

Bitkom verweist zudem auf strukturelle Gründe. E-Mail basiert auf offenen Standards, funktioniert organisationsübergreifend und ist unabhängig von einzelnen Plattformanbietern. Während Chats und Kollaborationstools meist auf bestimmte Nutzergruppen oder Projekte begrenzt sind, bleibt die E-Mail der kleinste gemeinsame Nenner zwischen Unternehmen, Partnern und Kunden.

Produktivitätsrisiko Postfach

Gleichzeitig wächst der Druck auf Beschäftigte. Eine steigende E-Mail-Menge bedeutet nicht nur mehr Kommunikation, sondern auch mehr Kontextwechsel, Unterbrechungen und Entscheidungsaufwand. Jede eingehende Nachricht fordert Aufmerksamkeit, Priorisierung und Reaktion – unabhängig davon, ob sie tatsächlich relevant ist.

Der neue Höchststand macht deutlich: Die Diskussion um effizientere Arbeitskommunikation ist weniger eine Frage neuer Tools als eine Frage von Regeln, Prozessen und digitaler Disziplin. Solange E-Mail der zentrale Knotenpunkt bleibt, entscheidet nicht die Technologie über Entlastung, sondern der Umgang mit ihr.

* Die Bitkom-Erhebung basiert auf einer repräsentativen Befragung von 1.002 Personen ab 16 Jahren, darunter 532 berufstätige Internetnutzer, durchgeführt im Herbst 2025. Abgefragt wurde die durchschnittliche Anzahl beruflicher E-Mails pro Arbeitstag.

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