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Owl Labs „State of Hybrid Work“ 2025 KI, Microshifting und Stress prägen den neuen Arbeitsalltag

Von Berk Kutsal 2 min Lesedauer

Hybridarbeit stagniert, Büropräsenz legt zu: Die Owl-Labs-Studie 2025 zeigt, wie RTO-Regeln, steigende Kosten und technische Defizite die deutsche Arbeitswelt verändern. Während flexible Modelle weiter gefragt sind, sorgt die neue Arbeitsnormalität für mehr Stress – und setzt KI als Hebel wie als Belastung ein.

Hybridarbeit ist in Deutschland nach wie vor beliebt.(Bild:  Owl Labs)
Hybridarbeit ist in Deutschland nach wie vor beliebt.
(Bild: Owl Labs)

Laut dem „State of Hybrid Work 2025“ von Owl Labs ist der Anteil der Beschäftigten in Deutschland, die hybrid arbeiten, innerhalb eines Jahres um zehn Prozentpunkte gesunken – auf nun 54 Prozent. Während reine Remote-Arbeit stagniert (drei Prozent), nimmt die Zahl der reinen Büro-Arbeitsplätze deutlich zu: von 30 Prozent im Vorjahr auf 43 Prozent.

Trotzdem bleibt Flexibilität ein zentrales Kriterium für Arbeitnehmer. Rund 40 Prozent lehnen laut Studie Stellenangebote ohne flexible Arbeitszeiten ab, mehr als ein Drittel sieht in einem Bürozwang ein Ausschlusskriterium. Besonders gefragt sind flexible Arbeitszeiten (41 Prozent) und die Vier-Tage-Woche (27 Prozent). Gleichzeitig beklagen viele Beschäftigte einen steigenden Stresslevel – 36 Prozent berichten von einer Zunahme gegenüber dem Vorjahr.

Microshifting statt Nine-to-Five

Ein möglicher Ausweg aus dem Flexibilitätsdilemma heißt „Microshifting“. Dabei wird in kurzen, nichtlinearen Blöcken gearbeitet – angepasst an die eigene Energie oder Lebensrealität. Insbesondere Personen mit Pflegeverantwortung (65 Prozent) sehen darin eine praktikable Lösung. Fast die Hälfte aller Befragten gibt an, persönliche Termine regelmäßig während der Arbeitszeit wahrzunehmen. Klarer Trend: Je jünger, desto selbstverständlicher die Durchmischung von Berufs- und Privatleben.

Produktiver, aber gestresster

Trotz zunehmender Unschärfe zwischen Arbeit und Freizeit: 50 Prozent der Hybrid-Mitarbeiter empfinden ihr Modell als produktiver – deutlich mehr als bei reiner Büroarbeit (27 Prozent). 60 Prozent der Führungskräfte bestätigen diesen Eindruck. Trotzdem haben 61 Prozent keinen klaren Tagesbeginn oder ende mehr. Zudem bleibt die „Meeting Tax“ hoch, also Zeit- und Produktivitätsverluste durch technische Schwierigkeiten insbesondere bei Meetings. Drei von vier Befragten berichten von verspäteten Starts durch Technikprobleme.

„Office Day Tax“ steigt – Homeoffice bleibt günstiger

Ein Tag im Büro kostet im Schnitt 30 Euro – inklusive Anfahrt, Verpflegung und Nebenkosten. Damit liegt die sogenannte „Office Day Tax“ erneut leicht über dem Vorjahreswert. Zum Vergleich: Ein Homeoffice-Tag kostet im Schnitt nur 10 Euro.

KI als Werkzeug und Belastung

Knapp 80 Prozent der Befragten nutzen bereits KI-Tools im Arbeitsalltag. In 41 Prozent der Fälle ersetzen sie bereits bestehende Rollen. Gleichzeitig wird Künstliche Intelligenz von vielen nicht nur als Entlastung wahrgenommen: 35 Prozent – vor allem Jüngere – empfinden KI zunehmend als stressfördernd. Auffällig: 42 Prozent würden künftig einen KI-Avatar als Meeting-Vertretung akzeptieren.

Nebenjobs, Polyworking und Arbeitsplatzwechsel

Auch das Arbeitsverständnis verändert sich. Ein Viertel der Beschäftigten hat einen Nebenjob („Polyworking“), bei Generation Z und Millennials liegt der Anteil bei fast 30 Prozent. Gleichzeitig denken 28 Prozent über einen Jobwechsel nach – primär wegen der Bezahlung (53 Prozent), aber zunehmend auch wegen Work-Life-Balance.

Fazit

Die Arbeitswelt 2025 ist flexibler – aber auch fragmentierter. Ohne tragfähige Infrastruktur, klare Regeln und Sensibilität für technologische wie soziale Spannungsfelder droht vielen Unternehmen der Produktivitätsgewinn wieder zu entgleiten.

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