IT-Support und Remote Management sind wesentliche Bestandteile des IT-Betriebs in beinahe jedem Unternehmen. Die hohe Flexibilität, die mit dem IT-Einsatz einhergeht und der für den Anwender hohe Komfort hat typischerweise auch eine Schattenseite – die Betreuung der Anlage verlangt nach Struktur und Planung. Welche Trends erkennen die Experten der Software-Anbieter?
Moderne Endpoint Management Programme wie Syspectr nutzt der IT-Administrator direkt aus einem Cloud-Service heraus.
(Bild: Thomas Bär - O&O Software GmbH)
Die grundlegenden Strukturen für das Service-Management und die Organisation von IT-Systemen sind mit ITIL (IT Infrastructure Library) bereits auf einer höheren Abstraktionsschicht ausformuliert und mehrfach aktualisiert worden. Anstelle konkreter Handlungsanweisungen finden die Interessenten dort „Good Practices“ im Sinne von Handlungsempfehlungen.
Aber auch ohne sich über die Personenzertifizierung dem höheren Grad des „Maturity Levels“ anzunähern, brauchen IT-Verantwortliche und Service-Mitarbeiter die notwendigen Werkzeuge, um Computersysteme zu verwalten – sprich diese mit Betriebssystemen und Programmen auszustatten, bei Bedarf Aktualisierungen auszubringen, die Konfigurationsmerkmale aus der Distanz sicher festzulegen – und das auch dann, wenn das Endgerät im heimischen Umfeld im Zuge der „mobilen Arbeit“ zum Einsatz kommt.
Fernwartungszugriffe, Hard- und Software-Asset-Verwaltung und im Idealfall eine integrierte Sicherheitsüberwachung runden für viele Administratoren die Wunschliste ab. Wenn dann noch die Anforderungsvorgänge, Beschaffungs- und Freigabeschritte in derselben Software umsetzbar sind, dürfte sich allgemeine Zufriedenheit bei den IT-Verantwortlichen ausbreiten.
Doch welche Trends sehen die Experten der in Deutschland tätigen Endpoint Management Anbieter für unsere Zeit? Wie wichtig diese Programme und Strukturen sind, bestätigt auch der Diplom Informatiker und O&O-Geschäftsführer Olaf Kehrer: „IT-Management ist ein notwendiges Übel. Viele Unternehmen unterschätzen dessen Sinnhaftigkeit – bis es zum Daten-GAU kommt. Moderne RMM-Systeme müssen nicht nur klassisch überwachen und die Verwaltung ermöglichen, sondern auch die täglichen Abläufe und sich wiederholenden Tätigkeiten so einfach wie möglich gestalten – idealerweise vollkommen automatisiert. Hier wird die Integration von Künstlicher Intelligenz in der sehr nahen Zukunft einen massiven Produktivitätsschub bringen und nicht nur repetitive Arbeit einsparen, sondern auch die Qualität der Ergebnisse spürbar erhöhen. Endlich löst der Computer die Probleme, die er selbst erzeugt.“
Das Thema mobile Arbeit wird IT-Verantwortliche auch in Zukunft begleiten. Thomas Fetten, CEO bei Matrix42, weiß, dass „Mobiles Arbeiten gekommen ist, um zu bleiben: Analysten zufolge werden bis Ende 2026 64 Prozent der Mitarbeiter entweder vollständig remote oder hybrid tätig sein. Schon heute ist die Möglichkeit des mobilen Arbeitens nicht länger nur ein Anreiz, sondern vielmehr eine klar formulierte Erwartungshaltung der Mitarbeiter an ihren Arbeitgeber.“
Für die Firma Aagon sieht Sebastian Weber, Head of Product Management, im Sommer 2023 die Trends bei IT- und Remote Management eher im Bereich der Sicherheit: „IT Security wird angesichts der zunehmenden Cyberkriminalität für IT-Admins zum immer drängenderen Thema – gerade angesichts der seit Corona etablierten hybriden Arbeitskultur. Sieben von zehn Unternehmen verzeichneten laut VMware aufgrund zunehmender Homeoffice-Tätigkeit während der Pandemie zum Teil schwerwiegende Sicherheitsverstöße.“
William Fendt, Produkt Manager bei Baramundi Software, kommentiert die Herausforderungen des modernen Remote IT-Managements mit den Worten: „In den vergangenen Jahren hat sich ein deutlicher Trend zur zunehmenden Dezentralisierung der Mitarbeitenden mit PC-Arbeitsplätzen abgezeichnet. Viele Unternehmen ermöglichen es ihren Angestellten mittlerweile, ein paar Tage in der Woche von zu Hause aus oder unterwegs zu arbeiten. Diese Entwicklung bringt für viele von uns den Vorteil mit sich, dass wir Familie, Freizeit und Beruf flexibler gestalten können. Allerdings stellt sie für das IT-Management eine bedeutende Herausforderung dar.“ Im weiteren Verlauf des Statements, den Sie im eBook „Remote-Management und Support“ komplett lesen können, erklärt Fendt, dass eine konsolidierte Sichtweise auf alle Teilaspekte der klassischen PC- und modernen Mobilgerätbetreuung von entscheidender Bedeutung für IT-Administratoren ist, wenn es darum geht, in Krisensituationen schnell reagieren zu können.
Stand: 08.12.2025
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Michael Rödiger, Geschäftsführer bei der Cortado Mobile Solutions GmbH, hebt ebenfalls die Rolle des Mobile Device Managements (MDM) bei den Trends rund um IT- und Remote Management hervor: „Mobile Device Management (MDM) ist mittlerweile ein zentraler Bestandteil der IT- und Remote-Management-Strategien vieler Unternehmen. Smartphones und Tablets werden über MDM zentral gesteuert, gesichert und verwaltet. Durch MDM kann auch mit mobilen Geräten aus der Ferne effizient und vor allem sicher gearbeitet und kommuniziert werden.“
Als weiteren Trend sieht er, neben der künstlichen Intelligenz, die aktuell noch in den Startlöchern steht, die Cloud-Technologie. „Cloud-basierte Lösungen haben die Art und Weise, wie Unternehmen ihre IT-Ressourcen verwalten, grundlegend verändert. Sie bieten diverse Vorteile wie Skalierbarkeit, Kosteneinsparungen, einfachen Zugriff auf Ressourcen und Daten von jedem Ort aus sowie die Möglichkeit, schnell auf sich ändernde Geschäftsanforderungen reagieren zu können.“
Fazit
Die Notwendigkeit für ein in das Tagesgeschäft eingebettetes Remote Management sehen alle Experten. Die aktuellen Trends bleiben bei der konsolidierten Sichtweise, dem Abbau der Trennung bei der Verwaltung von PC und Mobilgeräten, Cloud-Lösungen und natürlich bei der IT-Sicherheit. Was genau die KI für diesen Bereich einmal beisteuern wird, ist, Stand heute, nicht genau abzuschätzen – bald werden wir mehr wissen.