Mobile-Menu

Netzwerk und Traffic im Blick halten und Probleme erkennen
Traceroute und PCAP: So lassen sich Routing-Probleme eingrenzen

Von Thomas Joos 6 min Lesedauer

Komplexe On-Premises-Netzwerke mit vielen VLAN-Segmenten, Routern, Firewalls und Load-Balancern erschweren die Nachverfolgung von Netzwerkpaketen und deren Routen. Mit Tools wie Traceroute und Paketmitschnitten lassen sich dennoch die Routen von Paketen sichtbar machen und Fehlerquellen aufdecken.

Traceroute zeigt den Netzwerkpfad – Packet Captures liefern die Details. Wie sich Routing-Probleme in komplexen Netzen eingrenzen lassen.(Bild:  Joos | Microsoft)
Traceroute zeigt den Netzwerkpfad – Packet Captures liefern die Details. Wie sich Routing-Probleme in komplexen Netzen eingrenzen lassen.
(Bild: Joos | Microsoft)

Das Tool traceroute (unter Windows: tracert) ermittelt den Weg eines IP-Pakets durch ein Netzwerk, indem es die Layer-3-Hops nacheinander sichtbar macht. Dazu manipuliert das Programm die Time to Live (TTL) der Probe-Pakete. Es startet mit TTL=1, was bewirkt, dass das Paket nur bis zum ersten Router gelangt. Dieser Router verwirft das Paket (weil die TTL auf 0 fällt) und antwortet mit einer ICMP-Fehlermeldung vom Typ Time Exceeded.

Anschließend sendet traceroute ein Paket mit TTL=2, das den zweiten Router erreicht, und erhöht so schrittweise die TTL, bis schließlich das Zielsystem erreicht wird. Auf diese Weise meldet jeder zwischenliegende Router seine Anwesenheit. Ist der Trace abgeschlossen, listet das Programm alle durchlaufenen Hops in der Reihenfolge auf, inklusive der IP-Adresse (oder aufgelösten Hostnamen) und der Round-Trip-Zeit zu jedem Hop.