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Geschützte Virtuelle Verbindung im WAN
Grob vereinfacht kann man das VPN als Zusatzleistung in einem bestehenden WAN, also als zusätzliche Qualität zwischen Teilnehmereinrichtungen, verstehen; siehe Abbildung 1. Diesen Schutz kann man auf zweierlei Weise herbeiführen:
- Verschlüsselung zwischen den DEEs auf Basis eines kundeneigenen Verschlüsselungsverfahrens
- Verschlüsselung zwischen den DÜEs durch den Provider
Die erste Alternative bietet anscheinend Kostenvorteile. Sie hat aber den Nachteil, dass sich der Kunde selbst um die Verschlüsselung kümmern und die ganzen damit zusammenhängenden organisatorischen Aufgaben selbst erledigen muss.
Und eine Sicherheitslösung ist keinesfalls statisch. Es kommen vielmehr sozusagen täglich neue Bedrohungen hinzu, und sei es nur in Gestalt abgewandelter Viren. Also muss eine entsprechende Lösung permanent überwacht, gewartet und neu kalibriert werden. Dies kann die Kosten erheblich in die Höhe treiben. Außerdem schützt die erste Alternative nicht vor dem Ausfall der Datenübertragungsstrecke.
Die zweite Alternative bietet die Möglichkeit, dass der Kunde sich nicht selbst um die Verschlüsselung kümmern muss. Da der Provider diesen Dienst vielen Kunden anbietet, wird er selbst eine systematische Verschlüsselungs-Infrastruktur aufbauen, die mit entsprechendem Personal versehen ist. Die Aufgaben für die Anpassung an neue Bedrohungen fallen ebenfalls an, können aber kostenmäßig auf die Menge der Kunden umgelegt werden. Um es ganz klar zu sagen: die wenigsten Kunden können den Aufwand, der hier für eine wirklich sichere Lösung zu treiben ist, selbst leisten. Es ist auch nicht ihre Aufgabe.
Ein weiterer Vorzug der zweiten Alternative ist die Möglichkeit der Eingliederung von Dienstqualitätsanforderungen, z.B. hinsichtlich Ausfallschutz, Verzögerung und Verzögerungsvarianz, die z.B. für die Kopplung von VoIP-Anlagen sogar innerhalb eines LANs ein besonders kritischer Faktor ist.
Zusammenfassend bietet eine von einem Provider bereitgestellte VPN-Lösung folgende Vorteile für die Kunden:
- I.d.R. wesentlich preiswerter als eigenes WAN
- sauber gemanagte Struktur
- sehr hohe Verfügbarkeit
- sehr gutes Verfügbarkeits-Kosten-Verhältnis
- kaum Personalaufwand auf Kundenseite
- flexibler als Miet- oder Wählleitungen
- jederzeit skalierbar
- saubere Service Level Agreements
- Fehlerreaktion differenzierbar (Kosten)
- Quality of Service möglich
- vollständige Transparenz
- Unabhängigkeit von der Technologieentwicklung
- Datenschutz
- Datensicherheit
- Integrität
Über den Autor
Dr. Franz-Joachim Kauffels ist seit über 25 Jahren als unabhängiger Unternehmensberater, Autor und Referent im Bereich Netzwerke selbständig tätig. Mit über 15 Fachbüchern in ca. 60 Auflagen und Ausgaben, über 1.200 Fachartikeln sowie unzähligen Vorträgen ist er ein fester und oftmals unbequemer Bestandteil der deutschsprachigen Netzwerkszene, immer auf der Suche nach dem größten Nutzen neuer Technologien für die Anwender. Sein besonderes Augenmerk galt immer der soliden Grundlagenausbildung.
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