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Grundlagen moderner Netzwerktechnologien im Überblick – Teil 97

Strukturprotokolle der Datenkommunikation – VPNs und mandantenfähige Netze

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Geschützte Virtuelle Verbindung im WAN

Grob vereinfacht kann man das VPN als Zusatzleistung in einem bestehenden WAN, also als zusätzliche Qualität zwischen Teilnehmereinrichtungen, verstehen; siehe Abbildung 1. Diesen Schutz kann man auf zweierlei Weise herbeiführen:

  • Verschlüsselung zwischen den DEEs auf Basis eines kundeneigenen Verschlüsselungsverfahrens
  • Verschlüsselung zwischen den DÜEs durch den Provider

Die erste Alternative bietet anscheinend Kostenvorteile. Sie hat aber den Nachteil, dass sich der Kunde selbst um die Verschlüsselung kümmern und die ganzen damit zusammenhängenden organisatorischen Aufgaben selbst erledigen muss.

Und eine Sicherheitslösung ist keinesfalls statisch. Es kommen vielmehr sozusagen täglich neue Bedrohungen hinzu, und sei es nur in Gestalt abgewandelter Viren. Also muss eine entsprechende Lösung permanent überwacht, gewartet und neu kalibriert werden. Dies kann die Kosten erheblich in die Höhe treiben. Außerdem schützt die erste Alternative nicht vor dem Ausfall der Datenübertragungsstrecke.

Die zweite Alternative bietet die Möglichkeit, dass der Kunde sich nicht selbst um die Verschlüsselung kümmern muss. Da der Provider diesen Dienst vielen Kunden anbietet, wird er selbst eine systematische Verschlüsselungs-Infrastruktur aufbauen, die mit entsprechendem Personal versehen ist. Die Aufgaben für die Anpassung an neue Bedrohungen fallen ebenfalls an, können aber kostenmäßig auf die Menge der Kunden umgelegt werden. Um es ganz klar zu sagen: die wenigsten Kunden können den Aufwand, der hier für eine wirklich sichere Lösung zu treiben ist, selbst leisten. Es ist auch nicht ihre Aufgabe.

Ein weiterer Vorzug der zweiten Alternative ist die Möglichkeit der Eingliederung von Dienstqualitätsanforderungen, z.B. hinsichtlich Ausfallschutz, Verzögerung und Verzögerungsvarianz, die z.B. für die Kopplung von VoIP-Anlagen sogar innerhalb eines LANs ein besonders kritischer Faktor ist.

Zusammenfassend bietet eine von einem Provider bereitgestellte VPN-Lösung folgende Vorteile für die Kunden:

  • I.d.R. wesentlich preiswerter als eigenes WAN
  • sauber gemanagte Struktur
  • sehr hohe Verfügbarkeit
  • sehr gutes Verfügbarkeits-Kosten-Verhältnis
  • kaum Personalaufwand auf Kundenseite
  • flexibler als Miet- oder Wählleitungen
  • jederzeit skalierbar
  • saubere Service Level Agreements
  • Fehlerreaktion differenzierbar (Kosten)
  • Quality of Service möglich
  • vollständige Transparenz
  • Unabhängigkeit von der Technologieentwicklung
  • Datenschutz
  • Datensicherheit
  • Integrität