Immer mehr Unternehmen steigen auf Promox VE um, denn die Lösung ist kostengünstig und gleichzeitig sehr umfassend im Bereich der Virtualisierung und dem Aufbau einer Container-Umgebung. Der Artikel gibt Tipps für den Umstieg.
Proxmox Server Solutions erlaubt nicht nur aus der VMware-Welt eine einfache Migration zur eigenen Virtualisierungslösung.
(Bild: Fotograf - stock.adobe.com / KI-generiert)
In einem früheren Artikel haben wir bereits darüber berichtet, wie Administratoren mit dem neuen VM Migration Wizard einzelne VMs von ESXi zu Proxmox migrieren können. Ab Version 8.1.8 steht ein Assistent zur Verfügung, mit dem ESXi Server direkt an die Web UI angebunden werden können, um VMs zu migrieren. Es gibt aber noch weitere Möglichkeiten, mit denen Unternehmen ihre VMs aus verschiedenen Umgebungen nach Proxmox migrieren können. Diese werden im Folgenden näher beschrieben.
Das sollten Administratoren für die Migration zu Proxmox wissen
Proxmox VE ist auf einer Debian Linux-Distribution aufgebaut. Kernel-based Virtual Machine (KVM) ist die primäre Technologie für die Vollvirtualisierung in Proxmox, die es ermöglicht, mehrere Betriebssysteme wie Windows, Linux und andere auf denselben Hardware-Ressourcen laufen zu lassen. KVM nutzt die Virtualisierungserweiterungen moderner Prozessoren, um eine effiziente Ausführung der Gast-Betriebssysteme zu ermöglichen.
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Für die containerbasierte Virtualisierung verwendet Proxmox Linux Containers (LXC), das eine Betriebssystemvirtualisierung ermöglicht, bei der mehrere isolierte Linux-Systemcontainer auf einem einzigen Linux-Kernel laufen können. LXC unterstützt dabei die CPU-, Speicher-, Netzwerk- und andere Ressourcenisolierung und -verwaltung.
Proxmox nutzt QEMU (Quick Emulator) für die Hardware-Emulation, um Virtual Machines (VMs) zu erstellen und zu betreiben. QEMU kann verschiedene Hardware-Umgebungen innerhalb einer VM emulieren. Zusätzlich unterstützt Proxmox softwaredefinierte Speicherlösungen wie Ceph und ZFS, die hochverfügbare und skalierbare Speicherumgebungen ermöglichen. Ebenfalls integriert ist die Unterstützung für softwaredefinierte Netzwerke, was komplexe Netzwerktopologien und -isolierungen innerhalb der Proxmox-Umgebung vereinfacht.
Proxmox bietet eine web-basierte Verwaltungsoberfläche, über die Nutzer ihre virtuellen Maschinen und Container verwalten, Ressourcen überwachen und Systemeinstellungen konfigurieren können. Zusätzlich ermöglicht eine umfangreiche API die Automatisierung von Verwaltungsaufgaben und die Integration mit anderen Systemen.
Migrationsmöglichkeiten von Hyper-V, VMware und Xen auf Proxmox
Der Migrationsassistent von VMware zu Proxmox ist eine einfache Möglichkeit, VMs zu Proxmox zu migrieren. Nach einem Klick auf „Datacenter“ und dann auf „Storage -> Add“ steht unten im Menü die Option „ESXi“ zur Verfügung. Hier wird der ESXi-Server unter Angabe des Namens und der Anmeldedaten hinzugefügt. Der ESXi-Server erscheint dann unterhalb des Servers auf der linken Seite. Nach einem Klick sind im Fenster die VMs des ESXi zu sehen, die dann mit „Import“ nach Proxmox übertragen werden können. Dazu müssen die VMs auf dem ESXi Server deaktiviert werden. VMDK-Dateien können auch direkt importiert werden, indem sie über Netzwerkfreigaben, die sowohl vom VMware-Cluster als auch von Proxmox VE zugänglich sind, bereitgestellt werden. Dies ermöglicht einen direkten Import der Disk-Images in die Proxmox-Umgebung.
Alternativ stehen auch Clonezilla oder der VMware vCenter Converter zur Verfügung. Dies ist hilfreich bei der Migration von physischen Servern zu Proxmox. Bei Xen ist es möglich, die VMs als OCF zu exportieren und in Proxmox wieder als OCF zu importieren. Nach dem Export können VM-Images über die Proxmox Web-Oberfläche oder mittels des qm importdisk Befehls in Proxmox VE importiert werden.
Der Befehl qm importdisk in Proxmox ist ein Werkzeug, um Festplatten-Images in die Proxmox-Umgebung zu importieren und diese einer bestimmten virtuellen Maschine zuzuordnen. Dieser Befehl ist hilfreich bei der VM-Migration von anderen Plattformen oder beim Wiederherstellen von Backups. Beispielsweise, wenn ein Administrator ein Disk-Image im QCOW2-Format, das von einer anderen Virtualisierungsplattform stammt, in eine Proxmox-VM importieren möchte, könnte der Befehl wie folgt lauten: qm importdisk 100 diskimage.qcow2 local-lvm. In diesem Beispiel steht 100 für die VM-ID, unter der die Disk in Proxmox registriert wird, diskimage.qcow2 ist der Dateiname des Disk-Images, und local-lvm bezeichnet den Speicherort, an dem das Image gespeichert werden soll.
Ein weiteres Anwendungsbeispiel ist das Importieren einer Festplattendatei aus einem Backup, das außerhalb von Proxmox erstellt wurde. Der Befehl könnte qm importdisk 101 backupimage.vmdk local lauten, wobei 101 die Ziel-VM-ID darstellt, backupimage.vmdk das zu importierende VMDK-Image und local den Speicherpool in Proxmox angibt, in den das Image importiert wird.
Stand: 08.12.2025
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Dieser Befehl erleichtert den Administratoren die Integration und das Management von virtuellen Disks erheblich, indem er ermöglicht, Disk-Images direkt in den VM-Konfigurationsprozess einzubinden – ohne die Notwendigkeit manueller Konfigurationen durch die Proxmox-Web-Oberfläche. Die korrekte Nutzung von qm importdisk trägt zur Optimierung des Workflows und zur Minimierung von Ausfallzeiten während der Disk-Migration oder -Wiederherstellung bei.
Wollen Administratoren von Hyper-V zu Proxmox wechseln, kann dies mit dem Tool „QEMU-Img“ geschehen. Es ist jedoch wichtig, dass Administratoren verstehen, wie die Virtualisierung in Proxmox aufgebaut ist.
Hyper-V-Migration mit QEMU-Img durchführen
QEMU spielt eine zentrale Rolle in der Architektur von Proxmox VE, insbesondere bei der Emulation und Bereitstellung von Hardware-Ressourcen für virtuelle Maschinen. Administratoren sollten verstehen, dass QEMU in Proxmox als Hostprozess für jede virtuelle Maschine dient, um Hardware-Funktionen zu emulieren, die nicht direkt durch den KVM-Hypervisor bereitgestellt werden. Dies beinhaltet die Emulation von CPU, Speicher, Grafikadaptern und Netzwerkinterfaces.
Bei der Virtualisierung von Windows-Servern über Proxmox und QEMU ist es wesentlich, dass Administratoren die QEMU-Gast-Agenten installieren. Diese Agenten verbessern die Interaktion zwischen dem Windows-Betriebssystem und dem Proxmox-Host, ermöglichen ein sanftes Herunterfahren und den Neustart der VMs sowie eine verbesserte Synchronisation von Systemzeit und Leistungsdaten. Zudem optimiert der Einsatz des VirtIO-Treibers die Performance von Netzwerk- und Festplattenoperationen, was für Windows-Server essentiell ist, um eine konkurrenzfähige Leistungsfähigkeit in einer virtualisierten Umgebung sicherzustellen.
In Bezug auf die Virtualisierung von Linux-Servern ist es wichtig zu wissen, dass QEMU zusammen mit KVM genutzt wird, um die Vorteile der direkten Kernel-Integration zu nutzen. Linux-Gäste profitieren enorm von der paravirtualisierten Hardwareunterstützung durch VirtIO, was insbesondere die I/O-Leistung verbessert. Administratoren sollten sicherstellen, dass ihre Linux-Distributionen aktuelle VirtIO-Treiber verwenden, um Netzwerk- und Festplattendurchsatz zu maximieren und CPU-Overheads zu minimieren.
Darüber hinaus sollten Administratoren bei der Nutzung von QEMU in Proxmox auf die korrekte Konfiguration der Hardware-Ressourcen achten. Zuweisungen von CPU-Kernen, RAM und Netzwerkeinstellungen müssen sorgfältig geplant werden, um Leistungsengpässe zu vermeiden und die Systemstabilität zu gewährleisten. Dies erfordert ein tiefes Verständnis der Anforderungen jeder einzelnen VM und eine fortlaufende Überwachung der Systemressourcen, um optimale Betriebsbedingungen zu gewährleisten.
Vorgehen
Zunächst müssen die virtuellen Festplattendateien von Hyper-V (normalerweise im VHD- oder VHDX-Format) in ein von Proxmox unterstütztes Format konvertiert werden, typischerweise das QCOW2-Format. Dies kann wie bereits erwähnt mit dem Tool „QEMU-Img“ erreicht werden, einem Tool zur Konvertierung und Verwaltung von VM-Disk-Images. Der Konvertierungsbefehl könnte folgendermaßen aussehen:
Nach der erfolgreichen Konvertierung müssen die QCOW2-Images auf den Proxmox-Server übertragen und dort als virtuelle Laufwerke für die neu erstellten VMs eingebunden werden.
Ein weiterer kritischer Schritt ist die Überprüfung und Anpassung der VM-Konfigurationen sowie insbesondere der Netzwerkeinstellungen und der Speicherzuweisungen. Administratoren sollten auch die installierten Hyper-V Integration Services entfernen, da diese in der Proxmox-Umgebung nicht benötigt werden und zu Konflikten führen können.
VirtIO mit Proxmox nutzen
VirtIO ist eine Sammlung von Virtualisierungsstandards für Netzwerk- und Festplatten-Controller-Treiber, die speziell für virtuelle Maschinen entwickelt wurden. Die primäre Zielsetzung von VirtIO ist es, eine effiziente I/O-Performance in virtuellen Umgebungen zu gewährleisten, indem ein einheitliches Interface für VMs und Hypervisoren bereitgestellt wird, das eine erhebliche Reduzierung der Overheads im Vergleich zu traditionellen Emulationsmethoden ermöglicht.
VirtIO-Treiber sind dafür konzipiert, die Kommunikation zwischen den virtuellen Maschinen und dem physischen Host-System zu optimieren. Durch die Verwendung von VirtIO kann Proxmox VE eine deutlich bessere I/O-Performance erreichen, was besonders bei intensiven Datentransfers oder Netzwerkkommunikationen von Vorteil ist. Die verschiedenen VirtIO-Treiber sind plattformübergreifend kompatibel und unterstützen eine Vielzahl von Gast-Betriebssystemen, darunter Linux, Windows und andere. Dies erleichtert die Migration und den Betrieb von VMs unterschiedlicher Betriebssysteme innerhalb der Proxmox VE-Umgebung.
Proxmox VE bietet integrierte Unterstützung für die Installation und Konfiguration von VirtIO-Treibern, was die Einrichtung und Wartung von VMs vereinfacht. Für Windows-VMs beispielsweise stellt Proxmox ISO-Images mit den erforderlichen Treibern bereit, die während der Installation der VM geladen werden können. Die Verwendung von VirtIO für Netzwerkadapter ermöglicht erweiterte Netzwerkfunktionen wie Bandbreitenbegrenzung, Traffic-Management und verbesserte Netzwerkisolierung. Diese Funktionen sind entscheidend für das Aufrechterhalten einer hohen Leistung und Sicherheit in virtualisierten Netzwerken.
Mit VirtIO können VMs effizient auf physische Festplatten, SSDs oder RAID-Arrays zugreifen. Proxmox unterstützt zudem VirtIO-basierte Blockgeräte, was die Flexibilität und Skalierbarkeit der Speicherlösungen innerhalb der Umgebung verbessert.
Migration von Windows-Servern und VirtIO beachten
Vor der Migration sollte geprüft werden, ob die Windows-VMs auf die Nutzung von VirtIO-Treibern eingestellt sind, welche die Leistung für Netzwerk- und Festplattenzugriffe deutlich verbessern können. Diese Treiber sollten in den Windows-VMs installiert und konfiguriert werden, bevor die eigentliche Migration stattfindet.
Generell gilt bei allen Migrationsvarianten, dass nach der Umstellung die Einstellungen überprüft werden sollten. Vor allem die Netzwerkeinstellungen sollten nach der Migration angepasst werden.