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Windows- und Linux-Server mit Collectd überwachen So integrieren Sie Collectd in heterogene IT-Umgebungen

Von Thomas Joos 7 min Lesedauer

Mit Collectd lassen sich Netzwerke mit Linux und Windows dezentral überwachen. Dazu kann die Lösung einzelne Server oder auch mehrere Computer im Netzwerk überwachen und deren Überwachungsdaten sammeln und auswerten.

Das Systemüberwachungstool Collectd ist auf Effizienz und Modularität ausgelegt.(Bild:  © momius - stock.adobe.com)
Das Systemüberwachungstool Collectd ist auf Effizienz und Modularität ausgelegt.
(Bild: © momius - stock.adobe.com)

Collectd ist ein Systemüberwachungstool, das auf Effizienz und Modularität ausgelegt ist. Es sammelt Metadaten von verschiedenen Quellen wie Betriebssystemen, Anwendungen und Netzwerkgeräten. Collectd verwendet Plugins, um Systemmetriken wie CPU-Auslastung, Speichernutzung, Netzwerkverkehr und andere Daten zu erfassen.

Durch den modularen Aufbau können Administratoren die Funktionalität leicht erweitern und anpassen, indem sie spezifische Plugins aktivieren oder deaktivieren. Collectd ist für den Betrieb auf Systemen mit begrenzten Ressourcen optimiert und verursacht nur eine minimale Systembelastung. Das Tool unterstützt verschiedene Protokolle zur Übertragung gesammelter Daten, einschließlich Netzwerkübertragung an zentrale Sammelpunkte. Dadurch lässt sich eine dezentrale Überwachung aufbauen, da der Sammelknoten jederzeit geändert werden kann.

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Collectd lässt sich schnell einrichten und dezentral betreiben

Collectd wird über eine zentrale Konfigurationsdatei gesteuert, in der Administratoren die gewünschten Plugins und deren Einstellungen definieren können. Administratoren können hier auch spezifische Datenquellen definieren, um spezifische Anforderungen zu erfüllen, indem sie die Konfiguration der Plugins entsprechend anpassen.

Collectd kann so konfiguriert werden, dass es mit anderen Überwachungstools wie Nagios, Grafana oder Prometheus zusammenarbeitet. Es ist sinnvoll, regelmäßig die verfügbaren Plugins zu überprüfen und zu aktualisieren, um von neuen Funktionen und Verbesserungen zu profitieren.

Datensammlung in Collectd

Die Datensammlung in Collectd basiert auf Plugins, die Metriken aus unterschiedlichen Quellen erfassen. Diese Plugins sind darauf ausgelegt, Daten wie CPU- und Speicherauslastung, Festplatten-I/O, Netzwerktraffic und viele weitere Systemparameter zu sammeln. Die Effizienz der Datensammlung wird durch einen geringen Ressourcenverbrauch gewährleistet, was besonders wichtig ist, um die Leistung des überwachten Systems nicht zu beeinträchtigen.

Die gesammelten Daten können in verschiedenen Formaten gespeichert oder für die Echtzeit-Analyse an Überwachungssysteme wie Grafana oder Prometheus übertragen werden. Die Flexibilität in der Konfiguration der Datensammlung ermöglicht es Administratoren, gezielt die für ihre spezifischen Bedürfnisse relevanten Metriken zu erfassen und somit eine detaillierte und anpassbare Überwachung ihrer IT-Infrastruktur zu realisieren.

Installation von Collectd auf Ubuntu

Die Installation von Collectd auf einem Ubuntu-System erfolgt über die Paketverwaltung. Zunächst ist ein Update der Paketlisten notwendig, was mit dem Befehl sudo apt update erreicht wird. Anschließend kann Collectd mittels „sudo apt install collectd“ installiert werden.

Nach der Installation ist es sinnvoll, den Dienst zu starten und zu überprüfen, ob er korrekt läuft. Dies geschieht mit „sudo systemctl start collectd“ und „sudo systemctl status collectd“. Für die Konfiguration von Collectd wird die Hauptkonfigurationsdatei „/etc/collectd/collectd.conf“ verwendet. In dieser Datei können Plugins aktiviert und konfiguriert werden, um die Datensammlung an die spezifischen Anforderungen anzupassen.

Nach Änderungen in der Konfiguration ist es erforderlich, den Collectd-Dienst neu zu starten, um die Änderungen zu übernehmen. Dies wird mit dem Befehl „sudo systemctl restart collectd“ durchgeführt. Somit ist Collectd auf dem Ubuntu-System einsatzbereit und beginnt mit der Sammlung und Überwachung der Systemdaten.

Ein nützlicher Befehl ist „collectd -h“, der nicht nur die installierte Version von Collectd anzeigt, sondern auch eine Liste der verfügbaren Kommandozeilenoptionen bereitstellt. Für die Fehlersuche ist der Befehl „collectd -T“ von Bedeutung, da er Collectd im Testmodus startet, was hilft, Konfigurationsfehler zu identifizieren, ohne dass Daten gesendet werden. Um das Logging-Verhalten von Collectd zu ändern, kann „collectd -f“ verwendet werden, um den Dienst im Vordergrund mit Logging in der Konsole zu starten. Dies erleichtert das Verfolgen von Problemen in Echtzeit.

Für fortgeschrittene Anpassungen kann der Befehl „collectd -C /pfad/zur/konfigurationsdatei“ genutzt werden, um Collectd mit einer spezifischen Konfigurationsdatei zu starten, was nützlich ist, wenn mit verschiedenen Konfigurationen experimentiert wird oder wenn Collectd in einer containerisierten Umgebung läuft. Diese Befehle erweitern die Möglichkeiten der Überwachung und Fehlerbehebung für erfahrene Administratoren, indem sie tiefergehende Kontrolle und Einblicke in die Funktionsweise von Collectd bieten.

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Praxisbeispiele zu Collectd Plugins

In der Praxis wird Collectd durch Plugins erweitert, die spezifische Aufgaben erfüllen. Zum Beispiel wird das CPU-Plugin verwendet, um die Auslastung der Prozessoren zu überwachen. Das Memory-Plugin liefert detaillierte Informationen über die Speichernutzung, was bei der Diagnose von Speicherlecks oder bei der Optimierung der Speicherauslastung hilfreich ist. Netzwerkadministratoren nutzen das Interface-Plugin, um den Netzwerkverkehr und die Bandbreitennutzung zu überwachen, was für die Aufrechterhaltung der Netzwerkleistung und -sicherheit entscheidend ist.

Für Speicher- und Dateisystemanalysen kommt das DF-Plugin zum Einsatz, das den belegten und verfügbaren Speicherplatz auf verschiedenen Laufwerken erfasst. Zudem ermöglicht das Syslog-Plugin die Integration von Systemprotokollen in die Überwachung, wodurch ein umfassendes Bild des Systemzustands erlangt wird.

Für die Aktivierung essenzieller Plugins in Collectd wird die Konfigurationsdatei „/etc/collectd/collectd.conf“ bearbeitet. Das CPU-Plugin, das Informationen zur CPU-Auslastung liefert, wird durch Entfernen des Kommentarzeichens vor „LoadPlugin cpu“ aktiviert. Ähnlich wird beim Memory-Plugin verfahren, um Daten über die Speichernutzung zu erfassen. Das Disk-Plugin ist für die Überwachung der Festplattenaktivität zuständig und wird ebenfalls durch Entfernen des Kommentarzeichens aktiviert. Netzwerkverkehr und Bandbreitennutzung werden durch das Interface-Plugin überwacht, dessen Aktivierung auf die gleiche Weise erfolgt.

Für die Erfassung von Systemprotokollen ist das Syslog-Plugin von Bedeutung, das ebenfalls in der collectd.conf-Datei aktiviert wird. Nach der Anpassung der Konfigurationsdatei ist ein Neustart des Collectd-Dienstes erforderlich, um die Änderungen zu übernehmen. Dieser Prozess stellt sicher, dass Collectd die für die Systemüberwachung relevanten Daten effektiv sammelt und bereitstellt.

Collectd bietet die Möglichkeit, mehrere Server im Netzwerk zu verwalten und zu überwachen, indem es Daten von diesen Servern sammelt und an einen zentralen Collectd-Server sendet. Für die Einrichtung dieser Funktionalität ist zunächst auf jedem Server im Netzwerk Collectd zu installieren und zu konfigurieren. Der nächste Schritt besteht darin, das Netzwerk-Plugin auf den Client-Servern zu aktivieren und so zu konfigurieren, dass es die gesammelten Daten an die IP-Adresse des zentralen Collectd-Servers sendet. Dies erfordert die Anpassung der Konfigurationsdatei collectd.conf auf den Client-Servern. Auf dem zentralen Collectd-Server muss ebenfalls das Netzwerk-Plugin aktiviert werden, jedoch im „Listen“-Modus, um Daten von den Client-Servern zu empfangen. Nach der Konfiguration und dem Neustart von Collectd auf allen beteiligten Servern beginnt die zentrale Sammlung und Überwachung der Daten. Diese Konfiguration ermöglicht es, eine konsolidierte Sicht auf die Leistung und den Zustand aller Server im Netzwerk zu erhalten, was für die Systemüberwachung und Fehlerdiagnose in komplexen Netzwerkumgebungen von großem Wert ist.

Praktische Tipps und Beispiele für die Nutzung von Collectd

In der Praxis bringt die effiziente Nutzung von Collectd erhebliche Vorteile für die Systemüberwachung. Ein praxisrelevantes Beispiel ist die Konfiguration des Network-Plugins für die Datenübertragung zu einem zentralen Server. Durch das Einrichten dieses Plugins können Daten von mehreren Servern an einem Ort aggregiert und analysiert werden, was eine umfassende Übersicht über die gesamte Infrastruktur ermöglicht.

Ein weiterer wichtiger Tipp ist die regelmäßige Überprüfung und Anpassung der Intervalle für die Datensammlung. Eine feinere Granularität der Daten kann detailliertere Einblicke bieten, jedoch auf Kosten einer höheren Datenspeicherung und möglicherweise erhöhter Systemlast. In hochdynamischen Umgebungen kann das Load-Plugin konfiguriert werden, um Echtzeitinformationen zur Systemauslastung zu erhalten, was für die schnelle Erkennung und Behebung von Leistungsproblemen entscheidend sein kann. Für Administratoren, die in virtualisierten Umgebungen arbeiten, ist das Virt-Plugin nützlich, da es Einblicke in die Performance von virtuellen Maschinen bietet.

Die zentrale Konfigurationsdatei „/etc/collectd/collectd.conf“ ist das Herzstück für das Management von Collectd. Sie steuert, welche Plugins geladen und wie diese konfiguriert werden. Änderungen in dieser Datei erlauben eine detaillierte Anpassung der Datensammlung und -verarbeitung. Der Zustand des Dienstes kann mit System-Befehlen gesteuert werden. Log-Dateien von Collectd bieten Einblicke in die Funktionsweise des Dienstes und helfen bei der Fehlerbehebung. Diese befinden sich typischerweise unter „/var/log/collectd“ oder in einem ähnlichen Verzeichnis, abhängig von der spezifischen Systemkonfiguration.

Collectd und Grafana, Prometheus und Influxdb

Collectd bietet eine breite Kompatibilität mit einer Vielzahl von Tools und Plattformen, die es ermöglichen, die gesammelten Daten zu analysieren, zu speichern und zu visualisieren. Ein prominentes Tool ist Grafana, das für seine fortschrittlichen Visualisierungsfähigkeiten bekannt ist. Grafana kann Collectd-Daten über verschiedene Datenquellen wie InfluxDB oder Graphite darstellen. Prometheus ist ein weiteres leistungsfähiges Überwachungs- und Alarmierungstool, das mit Collectd integriert werden kann, um eine umfassendere Datenerfassung und -analyse zu ermöglichen.

Für die Langzeitspeicherung und -analyse von Zeitreihendaten ist InfluxDB eine häufig gewählte Option, die gut mit Collectd zusammenarbeitet. Elasticsearch bietet eine leistungsfähige Such- und Analyseplattform, besonders wenn es um große Datenmengen geht. Zusammen mit Kibana, einem Datenvisualisierungstool für Elasticsearch, kann eine effektive Log-Analyse realisiert werden.

Diese Tools ergänzen die Funktionalität von Collectd und erweitern seine Einsatzmöglichkeiten in komplexen IT-Umgebungen, indem sie detaillierte Einblicke und eine effiziente Datenverwaltung bieten.

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