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Skalierbares, verteiltes Monitoring für Cluster und Grids Serverüberwachung mit Ganglia

Von Thomas Joos 6 min Lesedauer

Ganglia ist ein skalierbares, verteiltes Überwachungssystem dar, das speziell für Hochleistungs-Computing-Systeme wie Cluster und Grids entwickelt wurde. Wir zeigen in diesem Beitrag die Möglichkeiten und Vorteile der Lösung für das Monitoring in Netzwerken.

Das Ganglia-Webfrontend erlaubt eine grafische Konfiguration und Auswertung.(Bild:  Joos - Ganglia Development Team)
Das Ganglia-Webfrontend erlaubt eine grafische Konfiguration und Auswertung.
(Bild: Joos - Ganglia Development Team)

Ganglia nutzt ein hierarchisches Design, welches sich auf Monitoring-Deamons (gmond) und einem Meta-Deamon (gmetad) stützt. Für die Datenrepräsentation setzt Ganglia auf XML, für die Datenübertragung auf XDR (External Data Representation) und für Datenlagerung sowie Visualisierung auf RRDtool.

Die Architektur von Ganglia gliedert sich in zwei Hauptkomponenten, gmond (Ganglia Monitoring Daemon) und gmetad (Ganglia Meta Daemon). Der gmond sammelt Monitoring-Daten auf jedem einzelnen Knoten und überwacht Zustandsänderungen sowie die Sammlung von Metriken. Der gmetad aggregiert Daten von mehreren Clustern, speichert historische Daten und bereitet diese für Frontend-Anwendungen auf. Zusätzlich bietet Ganglia ein Web-Frontend zur Visualisierung der gesammelten Daten. Es ist aber auch eine Zusammenarbeit mit Grafana denkbar.

Funktionen und Vorteile von Ganglia

Ganglia zeichnet sich durch seine Skalierbarkeit aus, wodurch es sowohl für kleine als auch große Cluster effektiv einsetzbar ist. Das Tool bietet eine leichte Integration in andere Tools und Skripte, unterstützt eine Vielzahl von Metrik-Typen, einschließlich benutzerdefinierter Metriken, und verbraucht nur minimale Systemressourcen, was den Einfluss auf die Systemleistung gering hält. Ganglia wird vorrangig zur Ressourcenüberwachung (wie CPU-Auslastung und Speichernutzung), Performance-Monitoring in Echtzeit und für die Fehlerdiagnose, speziell zur Identifikation und Analyse von Systemausfällen, eingesetzt.

Installation von Ganglia auf Ubuntu

Der Befehl für die Installation lautet „sudo apt-get install ganglia-monitor gmetad ganglia-webfrontend“. Danach erfolgt die Einrichtung:

sudo systemctl start ganglia-monitor.servicesudo systemctl enable ganglia-monitor.service

Der aktuelle Status des Dienstes kann ebenfalls im Terminal angezeigt werden:

systemctl status ganglia-monitor.service

Parallel kann der Zustand von metad überprüft werden:

systemctl status gmetad

Nach der Installation muss der Ganglia-Deamon (gmond) konfiguriert werden. Die Konfigurationsdateien für gmond befinden sich typischerweise im Verzeichnis „/etc/ganglia“. Hier können Einstellungen wie der Name des Clusters, die zu überwachenden Metriken und die Kommunikationsparameter mit anderen Ganglia-Daemons angepasst werden. Abschließend wird der gmetad-Deamon konfiguriert, dessen Konfigurationsdateien sich ebenfalls im „/etc/ganglia“-Verzeichnis befinden. Nach der Konfiguration müssen der gmond- und der gmetad-Dienst neu gestartet werden, um die Änderungen zu übernehmen. Dies geschieht mit den Befehlen „sudo systemctl restart gmond und sudo systemctl restart gmetad“. Um die Web-Oberfläche von Ganglia zu nutzen, ist eine zusätzliche Konfiguration des Apache-Servers erforderlich, abhängig von den spezifischen Anforderungen der Systemumgebung.

Optimale Nutzung von Ganglia

Bei der Verwendung von Ganglia in einer IT-Umgebung ist eine strategische Herangehensweise von Vorteil, um das volle Potenzial des Überwachungssystems auszuschöpfen. Zunächst empfiehlt sich eine detaillierte Definition der zu überwachenden Metriken, um relevante Daten effizient zu erfassen. Es ist sinnvoll, benutzerdefinierte Metriken zu implementieren, die spezifisch auf die Besonderheiten des eigenen Systems zugeschnitten sind. Dafür bietet Ganglia eine flexible Plattform, die es erlaubt, individuelle Metriken einfach zu integrieren.

Weiterhin ist eine regelmäßige Überprüfung und Anpassung der Konfigurationseinstellungen empfehlenswert, um die Genauigkeit und Effizienz der Datenerfassung zu gewährleisten. Ein besonderer Fokus sollte auf die Konfiguration von Schwellwerten gelegt werden, um frühzeitig Alarme bei ungewöhnlichen Aktivitäten oder Leistungsproblemen auszulösen. Für eine umfassende Analyse ist die Integration von Ganglia-Daten in andere Analyse-Tools oder Dashboards möglich. Das ermöglicht eine tiefere Einsicht in die Leistungsdaten und unterstützt eine datengesteuerte Entscheidungsfindung. Zudem können durch die Langzeitüberwachung von Trends in den Ganglia-Daten Muster identifiziert werden, die zur Optimierung der Systemleistung und zur Planung zukünftiger Ressourcenanforderungen beitragen können.

Umgang mit Metriken in Ganglia und Praxistipps für das Terminal

Für die Auswahl der Metriken ist eine genaue Analyse der Systemanforderungen und Performance-Indikatoren erforderlich. Fokus sollte auf Kernmetriken wie CPU-Auslastung, Arbeitsspeichernutzung, Disk IO und Netzwerkverkehr liegen. Die Verwendung von Befehlszeilenwerkzeugen wie gmetric, das Teil des Ganglia-Pakets ist, ermöglicht es, benutzerdefinierte Metriken vom Terminal aus zu erstellen und zu senden.

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Die regelmäßige Überprüfung der Metrik-Daten durch Befehle wie „gstat“ oder „ganglia-cli“ ist sinnvoll. Diese Tools bieten einen schnellen Überblick über den Zustand des Clusters direkt vom Terminal aus. Für eine detailliertere Analyse ist der Einsatz von Skripten sinnvoll, die spezifische Metriken automatisch abfragen und die Ergebnisse in einem benutzerfreundlichen Format, beispielsweise als Bericht oder Dashboard, aufbereiten.

Es ist auch sinnvoll, die Metrik-Daten in regelmäßigen Intervallen zu überwachen, um Anomalien oder Leistungsschwankungen schnell zu erkennen. Dafür können Cron-Jobs oder andere Automatisierungswerkzeuge eingesetzt werden, die in festgelegten Zeitabständen Metrik-Abfragen ausführen und bei Auffälligkeiten Benachrichtigungen senden.

Benutzer sollten sich mit den fortgeschrittenen Funktionen von „gmond“ und „gmetad“ vertraut machen. Dies beinhaltet das Verständnis, wie Metriken aggregiert, gespeichert und abgerufen werden. Darüber hinaus ist es wichtig, die Konfigurationsdateien von Ganglia regelmäßig zu überprüfen und zu optimieren, um eine präzise und effiziente Datenerfassung sicherzustellen.

Ganglia konfigurieren

Um Ganglia optimal zu nutzen, ist es empfehlenswert, die Datenvisualisierung zu erweitern und anzupassen. Nutzer können eigene Grafiken und Dashboards erstellen, um spezifische Metriken oder KPIs (Key Performance Indicators) hervorzuheben. Das kann durch die Integration von Ganglia-Daten in Tools wie Grafana erreicht werden, welche eine umfassendere und interaktivere Darstellung der Leistungsdaten ermöglichen. Eine weitere Technik ist die Implementierung von Skripten zur automatisierten Analyse der Ganglia-Daten. Diese Skripte können beispielsweise zur Erkennung von Mustern oder zur Vorhersage von Systemausfällen verwendet werden. Durch die Kombination dieser Daten mit maschinellem Lernen oder statistischen Methoden lassen sich tiefere Einblicke in das Systemverhalten gewinnen.

Ein weiterer Tipp ist die Verwendung von Ganglia in Verbindung mit Konfigurationsmanagement-Tools wie Ansible oder Puppet. Das ermöglicht eine effiziente und konsistente Konfiguration von Ganglia über mehrere Server und Umgebungen hinweg. Zudem kann die Überwachung und Wartung von Ganglia selbst automatisiert werden, indem beispielsweise Skripte eingesetzt werden, die regelmäßig die Integrität der Ganglia-Installationen überprüfen und notwendige Updates oder Korrekturen automatisch durchführen.

In großen und dynamischen Umgebungen, wo Cluster und Ressourcen sich häufig ändern, ist es ratsam, eine dynamische Konfiguration zu implementieren. Hierbei können Ganglia-Konfigurationsdateien basierend auf aktuellen Systemzuständen und Ereignissen automatisch aktualisiert werden. Diese Art der dynamischen Anpassung sorgt dafür, dass die Überwachung die aktuelle Infrastruktur widerspiegelt und relevante Metriken erfasst werden.

Gmond und gmetad konfigurieren

Die Konfiguration von gmond erfolgt in der Regel über die Datei gmond.conf. Hier können Anpassungen vorgenommen werden, um beispielsweise den Cluster-Namen zu setzen. Ebenso wichtig ist die Konfiguration der Datenquelle, welche festlegt, von welchen Knoten Daten empfangen werden. Dies kann durch die Anpassung der Einstellung „bind“ und „port“ erreicht werden, um den Netzwerkverkehr zu steuern.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist das Einstellen der Metrik-Sammlung. In „gmond.conf“ kann definiert werden, welche Metriken erfasst und wie häufig sie aktualisiert werden. Dies ist besonders relevant, um den Overhead zu minimieren und nur relevante Daten zu sammeln. Zusätzlich kann in der Konfiguration die Weiterleitung von Metrik-Daten an gmetad festgelegt werden, was für die zentrale Datensammlung und Analyse notwendig ist.

Bei der Konfiguration von gmetad, die in der Datei „gmetad.conf“ erfolgt, ist es entscheidend, die Datenquellen korrekt anzugeben. Hier müssen die IP-Adresse und der Port jedes gmond-Dienstes angegeben werden, von dem Daten gesammelt werden sollen. Die Konfiguration der RRD-Datenbanken, in denen gmetad die historischen Daten speichert, ist ein weiterer wichtiger Schritt. Dabei kann die Aufbewahrungsdauer und die Auflösung der Daten festgelegt werden, was für die langfristige Analyse und den Speicherbedarf von Bedeutung ist.

Die Anpassung der Zugriffsrechte und Sicherheitseinstellungen in beiden Konfigurationsdateien umfasst die Festlegung, welche Benutzer oder Systeme auf die Monitoring-Daten zugreifen dürfen. Abschließend ist es notwendig, nach jeder Konfigurationsänderung die Dienste neu zu starten, um die Änderungen zu übernehmen. Dies kann durch Befehle wie „sudo systemctl restart gmond“ und „sudo systemctl restart gmetad“ erfolgen.

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