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5G Wireless Backhaul für ländliche Gebiete Richtfunk für 5G-Standorte in Glasfaserqualität

Von Bernhard Lück

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Ericsson und O2 Telefónica haben in einem gemeinsamen Feldversuch demonstriert, dass 5G-Mobilfunkstandorte in ländlichen Gebieten statt mit Glasfaser auch mit leistungsfähigem Richtfunk angebunden werden können. Die Technologie könne den großflächigen 5G-Ausbau beschleunigen.

Die neue Richtfunktechnologie mache die glasfaserähnliche Anbindung eines 5G-Mobilfunkstandortes möglich.(Bild:  Ericsson)
Die neue Richtfunktechnologie mache die glasfaserähnliche Anbindung eines 5G-Mobilfunkstandortes möglich.
(Bild: Ericsson)

Die Demonstration von Ericsson und O2 Telefónica habe gezeigt, dass per 5G Wireless Backhaul (Anbindung der Mobilfunkstandorte via Richtfunk) über herkömmliche Frequenzbänder der kontinuierlichen Ausbau leistungsstarker 5G-Netze unterstützt und damit der Mobilfunk in städtischen bis hin zu vorstädtischen und ländlichen Gebieten verbessert werden könne. Den Unternehmen sei es gelungen, Geschwindigkeiten von bis zu 10 GBit/s über eine Entfernung von mehr als zehn Kilometern mit einer glasfaserähnlichen Leistung via Richtfunk umzusetzen.

Die Verlagerung der Arbeit ins Homeoffice während der Covid-19-Pandemie verdeutlichte den Bedarf an schnellen und zuverlässigen Verbindungen in nicht städtischen Umgebungen. Die Herausforderung bestehe darin, eine telekommunikationsgerechte Verfügbarkeit über Entfernungen von zwei bis drei Kilometern aufrechtzuerhalten.

Die Fähigkeit, solch hohe Datengeschwindigkeiten über Entfernungen von mehr als zehn Kilometern – der Reiseflughöhe eines Verkehrsflugzeugs – zu liefern, eröffne neue Möglichkeiten für die Bereitstellung von zuverlässigen Breitbandverbindungen mit niedrigen Latenzzeiten in schwer zugänglichen Gebieten.

Bisher sei es schwierig gewesen, solche Gebiete zu versorgen, da hohe Kapazitäten große Bandbreiten erfordern, die normalerweise nur in Millimeterwellen-Frequenzbändern (E-Band) verfügbar sind. Das E-Band werde im Vergleich zu den niedrigeren Frequenzbändern stärker durch Regen beeinträchtigt, was die Bereitstellung eines konsistenten Dienstes über große Entfernungen bei ungünstigen Wetterbedingungen erschwert.

Technische Details

MIMO mit hoher Modulation in den 112-MHz-Kanälen (kommerzielle MIMO-Lösungen unterstützen Kanäle bis 56 MHz), mit Carrier Aggregation kombiniert, um ähnliche Kapazitäten wie im E-Band in den unteren Frequenzbändern zu ermöglichen – dies war Ericsson zufolge die wichtigste Innovation bei der gemeinsamen Demonstration mit O2 Telefónica. Diese Lösung habe die Hop-Länge mit extrem hoher Kapazität auch bei ungünstigen Wetterbedingungen verlängert.

Die Backhaul-Verbindung nutzte das 18-GHz-Frequenzband sowie duale Antennen in einer MIMO-Konfiguration und kommerzielle MINI-LINK-Radioeinheiten zusammen mit einem vorkommerziellen Basisband-Algorithmus, der die Nutzung von MIMO in 2x 112-MHz-Kanälen ermöglichte. MIMO gewährleiste eine effiziente Nutzung der begrenzten Frequenzressourcen. Die gleiche Kapazität ohne MIMO würde eine Bandbreite von 448 MHz in einer kreuzpolaren Anordnung erfordern.

Richtfunk werde gemeinhin als kosten- und zeiteffizientere Option im Vergleich zum Einsatz von Glasfaser angesehen. Die Demonstration habe gezeigt, dass hohe Verfügbarkeit und hohe Kapazität auch mit drahtloser Übertragung erreicht werden können.

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