Mit einer funktionell teils bewusst beschnittenen Kommunikationslösung will RA-Micro klassische Büroumgebungen sowie Beratungsleistungen sicher online abbilden. Wir konnten uns die P2P-Lösung vor Marktstart ansehen und erfuhren dabei mehr zu weiteren Plänen des Anbieters.
Neben umfassenden Statusmeldungen und Organigramm liefert vOffice auch Funktionen zur Abrechnung von Support- oder Beratungsgesprächen.
(Bild: RA-MICRO)
Was auf den ersten Blick als eine weitere Kommunikationslösung unter vielen daherkommt, soll laut RA-Micro Software AG deutlich mehr sein: Mit vOffice will das 1982 in Berlin gegründete Unternehmen ab Oktober nicht nur eine Lösung für Videotelefonie vermarkten, sondern gleich eine komplett neue Gattung von Büro-Organisationssoftware schaffen.
Damit ergänzt der Anbieter für Anwaltskanzlei-EDV einerseits das bisherige Portfolio um zusätzliche Funktionen. Zugleich spricht das Unternehmen aber auch neue Kundenkreise außerhalb der juristischen Welt an. Der Zeitpunkt fällt dabei nur zufällig mit der Corona-Pandemie zusammen. Wenngleich virtuelle Büroumgebungen zweifelsohne den Nerv von Home Office und der allenthalben propragierten neuen Normalität treffen dürften, wurde die Lösung schon zuvor entwickelt. Seit März bewährt sich eine Vorabversion bereits im internen Testbetrieb.
Interne Prozesse mit vOffice darstellen
Interne Anwender müssen in vOffice zwar lediglich mit Namen und E-Mail in einer Nutzerliste hinterlegt werden. Ihr volles Potenzial erschließt die Lösung aber erst durch zusätzliche Informationen.
Dank derer können Mitarbeiter in einer hierarchischen Übersicht abgebildet werden. Der Anbieter spricht dabei von einem lebenden Organigramm. Hier werden Personen samt Porträtbild, Status sowie ihrer Funktion dargestellt. Anwender erfahren somit auch, ob ihre Kollegen aktuell erreichbar sind oder wer sie vertritt.
Zudem können Teams angelegt, allgemeine Informationen per Infoboard präsentiert oder eben auch Krankheits- oder Urlaubsvertretungen kommuniziert werden. Schließlich hilft ein Kalender dabei, Termine im Blick zu behalten – beispielsweise anstehende Audio- und Videokonferenzen.
Nasita Zare-Moayedi ist von der graphischen Darstellung überzeugt. Die Leiterin der Landesrepräsentanz Nord von RA-Micro berichtet dabei von eigenen Erfahrungen: „Ich arbeite durch [...] vOffice viel besser und flüssiger als früher mit Kollegen zusammen – egal, ob gerade ich oder die anderen im Homeoffice oder im Büro sind. Man sieht – so als wäre man im echten Großraumbüro – im grafischen vOffice Organigramm immer sofort, wer von den Kollegen da und anrufbereit ist.“
Interne Kommunikation mit beschränkten Chats
Verfügbare Kollegen können direkt per vOffice kontaktiert werden. Aus technischen Gründen sind Videokonferenzen dabei noch auf fünf Teilnehmer beschränkt. Nichtsdestoweniger deckt die Lösung jedoch auch Broadcastings mit größeren Zuschauerzahlen ab: Ähnlich einer Podiumsdiskussion kann der Moderator dann allerdings nur vier weitere Personen zuschalten, die zum Publikum sprechen.
Ohne technische Gründe und bewusst limitiert hat RA-Micro derweil die Chat-Funktion in vOffice. Hier können Nutzer maximal zwölf Nachrichten zu jeweils 250 Zeichen austauschen. Mitteilungen würden verschlüsselt zwischen den Endpunkten verschickt und niemals zentral oder in einer Cloud gespeichert – mehr zur Architektur verraten wir im hinteren Teil des Textes.
Des Weiteren unterstützt vOffice die Zusammenarbeit mit Funktionen für sicheren Datentransfer bis zu 50 MByte Dateigröße, Aufgaben, Gruppen, Teams, Bildschirmfreigabe, Präsentationsmodus und Video-Call-Weiterleitung.
Externe Kommunikation mit Zeitabrechnung und Zahlungsoption
Auch externe Nutzer können per vOffice kommunizieren. Über Einladungslinks starten „Besucher“ dabei direkt einen Anruf oder werden zunächst in ein Wartezimmer/Besuchsbereich gebeten.
In diesem Kontext stellt RA-Micro nun auch erweiterte Funktionen zur Zeitabrechnung und Zahlung bereit. Ein vOffice-Nutzer kann so jederzeit entscheiden, ob eine kostenpflichtige Beratung stattfinden soll: Direkt in der Anwendung wird dann ein Onlinezahlungsformular übermittelt, der ausstehende Betrag per Kreditkarte beglichen.
In Verbindung mit RA-Micros Anwaltssoftware lasse sich zudem eine Onlinemandatserteilung vereinbaren. Hierbei erhält der Mandant das Formular zur Mandatserteilung per Link direkt aus dem System und kann das Mandat Online erteilen.
Auch Fremdprogramme werden Benutzer, Konferenzen und Einladungen von vOffice steuern können. Die APIs will RA-Micro stets aktuell in einer entsprechenden Schnittstellen-Dokumentation beschreiben.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel IT-Medien GmbH, Max-Josef-Metzger-Straße 21, 86157 Augsburg, einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von Newslettern und Werbung nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung.
Angedacht ist zudem, vOffice künftig mit dem Deutschen Anwaltssuchdienst (DASD) zu verbinden. RA-Micro betreibt das Portal als kostenlosen Publikumsservice. Durch eine Verknüpfung mit vOffice könnten Suchende hier nicht mehr nur den passenden Rechtsbeistand finden, sondern auch gleich per Videoschaltung kontaktieren und online bezahlen.
Die Architektur
Bei vOffice will RA-Micro nicht nur durch einen umfassenden Funktionsumfang überzeugen, sondern auch beim Thema Sicherheit punkten. Anders als verschiedene Wettbewerber verzichte man daher auf zentrale Server; die seien nämlich ein potenzieller Angriffspunkt, weil hier zunächst alle Rohdaten zusammenlaufen – das umfasst insbesondere Sprach- und Videostreams.
Stattdessen setzt RA-Micro auf einen P2P-Ansatz (Peer to Peer) sowie die unter WebRTC (Web Real-Time Communication) zusammengefassten Kommunikationsprotokolle und Programmierschnittstellen. Damit läuft die Lösung in gängigen Browsern.
Daten werden bereits auf dem Endgerät des jeweiligen Anwenders transcodiert – das beinhaltet auch die Maskierung von Hintergründen oder Personen. Danach würden die Informationen über verschlüsselte Tunnel direkt zwischen den Kommunikationspartnern übertragen. Nur die Peers kennen die für eine Session ausgehandelten Schlüssel und auch bei einer indirekten Übertragung per (Relay) würden Streams eins zu eins sowie verschlüsselt weitergeleitet – ohne, dass Dritte den Inhalt einsehen könnten.
Ganz ohne zentrale Ressource kommt jedoch auch vOffice nicht aus. Damit auch Clients mit dynamischen IP-Adressen eine Verbindung miteinander aufbauen, benötigen sie einen Signalling-Server. Auf diesem werden alle Nutzerdaten und Systemeinstellungen gespeichert; individuelle Einstellungen werden derweil im lokalen Browserspeicher des jeweiligen Nutzers gespeichert.
Um einen Betrieb über Router und Firewalls hinweg zu ermöglichen, gehören zur kompletten Architektur weiterhin STUN-Server (Sessions Utility Traversal for NAT; NAT = Network Address Translation) sowie TURN-Server (Traversal Using Relays around NAT).
Zwei Betriebsarten für Cloud und eigene Server
RA-Micro stellt vOffice in zwei Betriebsarten zur Verfügung. Bei der Online-Version kümmert sich der Anbieter um den Betrieb des Signalling Services. Dieser werde in einem OVHcloud-Rechenzentrum in Frankfurt/Main betrieben. Wahlweise können Kunden eigene TURN- und STUN-Server einsetzen.
Bei der geschlossenen Version (on Premises) betreiben Kunden den Signalling-Server auf eigener Hardware und können somit höchste Ansprüche an Datenschutz sowie Datensicherheit umsetzen. On Premises kann vOffice wahlweise auch komplett im eigenen Intranet betrieben werden.
Preise und Verfügbarkeit
Ab Oktober soll vOffice allgemein verfügbar sein. Die Lösung läuft komplett in gängigen Webbrowsern (Chrome, Opera, Edge) auf Windows und macOS; die Sprach- und Videokommunikation soll es zudem mobile Apps für Android und iOS geben.
Für alle in Deutschland zugelassenen Rechtsanwälte, Notare und Steuerberater soll die Lösung kostenlos angeboten werden. Alle anderen könnten das Produkt 30 Tage lang kostenlos testen; danach werde ein Euro pro Mitarbeiter monatlich fällig, mindestens verlangt RA-Micro aber 25 Euro.