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Open Radio Access Network weckt Hoffnungen O-RAN bringt frischen Wind in die Telekommunikation

Von Bernhard Lück 3 min Lesedauer

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In der Telekommunikationsbranche gab es in den vergangenen Jahrzehnten kaum Bewegung und einige wenige Anbieter haben sich als Marktführer etabliert. Das soll sich mit O-RAN (Open Radio Access Network) ändern. Dell Technologies nennt vier große Erwartungen, die damit verbunden sind.

„Die Zeit ist reif für eine Öffnung des Radio Access Network", sagt Chris Kramar, Director & General Manager OEM Solutions DACH bei Dell Technologies.(Bild:  Dell)
„Die Zeit ist reif für eine Öffnung des Radio Access Network", sagt Chris Kramar, Director & General Manager OEM Solutions DACH bei Dell Technologies.
(Bild: Dell)

Ein Funkzugangsnetz – oder auch Radio Access Network (RAN) – setzt sich im Kern aus ähnlichen Komponenten zusammen wie Edge-Anwendungen: Es gibt eine OT-Anlage, in diesem Fall Funktürme mit ihren diversen Bestandteilen, eine spezielle IT-Anlage und natürlich Verwaltungs- und Betriebssoftware auf mehreren Ebenen. Diese RAN-Anwendungen sind in der Regel in sich geschlossene Systeme (Blackboxes) und komplett proprietär.

Die O-RAN-Initiative – O steht hier für open – möchte diese geschlossenen Strukturen aufbrechen. Ein wichtiger Schritt dabei ist u.a., die speziellen IT-Anlagen auf Industriestandard-Server mit x86-Technologie umzustellen. Auch offene Standards für die zugrunde liegende Hard- und Software sowie offene Schnittstellen werden aktuell erforscht und getestet. Die damit verbundenen Hoffnungen für den Markt sind groß.

1. Der Markt öffnet sich

In Deutschland und ganz Europa werden die allermeisten Funkzugangsnetze von gerade einmal drei Anbietern gestellt. Durch geopolitische Ereignisse wird die ohnehin wenig diversifizierte Marktlage in absehbarer Zeit sogar in einem Duopol gipfeln – Huawei soll schrittweise aus dem Markt verschwinden. Wenn ein RAN-Anbieter wegfällt, ist die Hoffnung groß, diese Lücke durch neue Mitbewerber zu füllen. Genau hier setzt die offene Architektur von O-RAN an, denn wenn alle Layer und deren Komponenten, die die moderne Telekommunikation ermöglichen, austauschbar werden, öffnet sich auch der Markt und es entsteht echter Wettbewerb.

2. Ein Innovationsboost manifestiert sich

Mit dem Wettbewerb, den O-RAN ermöglicht, verbindet sich auch die Hoffnung auf deutlich mehr Innovationsleistung. Wird ein Markt von zwei oder drei großen Anbietern beherrscht, geben diese Unternehmen das Tempo vor. Da sich O-RAN bis dato noch nicht flächendeckend durchsetzen konnte, bleibt diese Hoffnung aktuell noch unerfüllt. Zwar öffnen sich die großen Anbieter schrittweise – so werden neue Anlagen grundsätzlich sozusagen „O-RAN ready“ aufgebaut –, doch ein tatsächlicher Innovationsboost für die Branche wird erst durch offene Standards und Schnittstellen wirklich möglich.

3. Die Kosten sinken

Konkurrenz belebt bekanntermaßen das Geschäft – sie sorgt in der Regel aber auch für Bewegung in Sachen Preisgestaltung. Eine ebenfalls große Erwartung an O-RAN ist daher, dass durch den Wettbewerb die Konditionen für Kunden bei gleicher Leistung günstiger werden. Denn solange nur einige wenige Unternehmen die Mehrheit an Marktanteilen halten und eine Öffnung des Marktes durch O-RAN ausbleibt, werden die Preise wohl dauerhaft eher steigen als fallen.

4. Eine Zusammenarbeit zwischen Herstellern und Dienstleistern etabliert sich

Es bleibt die Hoffnung, dass die Telekommunikations- und IT-Anbieter auch untereinander enger zusammenarbeiten – das ist bis jetzt eher nicht zu beobachten. Auch das ist ein Grund dafür, dass die Entwicklung in Richtung O-RAN nur langsam voranschreitet. Während Politik und Wirtschaft auf dessen Einführung hinarbeiten, ist neben den ökonomischen Erwägungen auch die technologische Umsetzung in der Praxis noch schwierig. Das liegt nicht zuletzt daran, dass die nötige IT-Infrastruktur nach wie vor in den Kinderschuhen steckt, auch wenn Hersteller mittlerweile durch ein großes Netzwerk validierte holistische Systeme aus Hard- und Software dafür entwickelt haben und deren Partner die nötigen Lösungen für die höheren Ebenen bereitstellen können.

„Die Zeit ist reif für eine Öffnung des Radio Access Network. Bis die Technologie vollständig zur Anwendung kommen kann, sind Cloud-RAN oder vRAN der pragmatische Zwischenschritt“, konstatiert Chris Kramar, Director & General Manager OEM Solutions DACH bei Dell Technologies. „Die Industrie und alle anderen beteiligten Verfechter eines offenen Ansatzes sind sich in dieser Frage einig. Zwar könnten wir heute schon deutlich weiter sein, was dessen Verbreitung angeht, doch immerhin sind die Weichen mittlerweile gestellt. Der Markt wird offener werden, die Innovationsbereitschaft zunehmen und die Kosten werden sinken. Jetzt heißt es, am Ball zu bleiben und die positive Entwicklung voranzutreiben.“

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