Auch kleine Betriebe sind auf eine ausfallsichere Konnektivität angewiesen. Eine Kombination aus Festnetz, 5G und automatischer Entstörung kann diesbezüglich für Sicherheit sorgen.
Torsten Brodt ist Leiter des KMU-Segments der Telekom Deutschland und erläutert, was es mit dem NonStopNetz-Ansatz der Telekom auf sich hat.
(Bild: Deutsche Telekom AG / Norbert Ittermann)
Digitale Technologien haben für unsere Wirtschaft und Gesellschaft eine herausragende Bedeutung. Das zeigt sich leider immer dann besonders deutlich, wenn die IT einmal streikt. So legte im Juli 2024 das fehlerhafte Update einer Cybersicherheitslösung des Unternehmens CrowdStrike weltweit Millionen Rechner lahm. In Deutschland musste laut einer Umfrage des BSI und des Branchenverbands Bitkom knapp die Hälfte der direkt oder indirekt betroffenen Unternehmen vorübergehend den Betrieb einstellen – im Schnitt für zehn Stunden. Im Zuge dessen, so BSI und Bitkom, wollen Unternehmen zunehmend mit präventiven Maßnahmen ihre Resilienz erhöhen, damit sie widerstandsfähiger gegen IT-Sicherheitsvorfälle und Netzausfälle werden.
Warum die IT manchmal streikt
Die Kosten solcher Netzausfälle variieren nach Branche und Unternehmensgröße: Laut Beratungsunternehmen wie Gartner, Ponemon oder Unity verursachen sie im schlimmsten Fall Schäden in Höhe von mehreren Tausend Dollar – pro Minute.
Solche Zahlen beziehen sich auf große Unternehmen und Konzerne; auf Fluglinien etwa, die Flüge streichen und Kliniken, die ihre OPs verschieben. Oder große Konzerne, die ihre Produktion unterbrechen. Aber wir vergessen darüber leicht all die kleinen Firmen und Selbstständigen, die von IT-Ausfällen ebenfalls empfindlich getroffen werden: Etwa Cafés und Restaurants, Handwerksbetriebe, Taxiunternehmen oder kleine Industriebetriebe. Diese Unternehmen können sich IT-Ausfälle ebenfalls nicht leisten.
Desaster wie der Crowdstrike-Vorfall sind glücklicherweise selten. Aber kurzfristige Störungen des Netzes lassen sich auch in Zukunft kaum verhindern. Kein Netzanbieter kann eine 100-prozentige Verfügbarkeit des Internetanschlusses garantieren. Sicher, wir nähern uns der Zielmarke an und die Verfügbarkeit verbessert sich mit dem Ausbau der Glasfaseranschlüsse noch weiter, weil diese Verbindungen stabiler laufen als das Internet über DSL oder Kabel. Aber auch künftig können Router streiken, werden Bauarbeiten Leitungen beschädigen oder Naturkatastrophen das Netz lahmlegen, von Hackerangriffen ganz zu schweigen.
IT-Störungen treffen Mittelstand empfindlich
Wie lässt sich in solchen Fällen verhindern, dass Unternehmen aus dem Takt geraten? Denn wenn in einem kleinen Industriebetrieb jene Produktionsprozesse stillstehen, die auf cloudbasierte Steuerungen angewiesen sind, dann wird das teuer. Ein Internetausfall beutelt nicht nur Produktionsbetriebe, sondern trifft auch kleine Dienstleistungsunternehmen wie Cafés und Restaurants. Gäste, die Cafés als Büroaußenstelle nutzen, können nicht weiterarbeiten, wenn das kostenlose WLAN streikt, und werden sich eine weitere Bestellung schenken. Zudem können die gastronomischen Betriebe zeitweise keine Kartenzahlungen anbieten. Das schlägt dann auf die Stimmung – bei Belegschaft wie Publikum gleichermaßen.
Konnektivität als Basis für digitale Projekte
Wer es wie wir begrüßt, dass kleine und mittlere Unternehmen beim Thema Digitalisierung aufholen, der muss auch dafür sorgen, dass ihnen eine unterbrechungsfreie Konnektivität zur Verfügung steht. Denn im Mittelstand ist digital viel in Bewegung: So zeigt eine aktuelle KfW-Studie, dass vor allem bei Kleinstbetrieben mit bis zu fünf Mitarbeitenden die Anzahl von Digitalisierungsprojekten zunimmt. Laut der Deutschen Industrie- und Handelskammer wächst der Einsatz von KI-Tools im Mittelstand um 24 Prozent. Doch mit dem vermehrten Einsatz digitaler Technologie wächst auch die Abhängigkeit von einer stabilen und zuverlässigen Internetverbindung. Wenn wir den Digitalisierungseifer nicht ausbremsen wollen, müssen wir mittelständischen Unternehmen Ausfallsicherheit und hohe Bandbreiten bieten, um den reibungslosen Betrieb der digitalen Systeme zu gewährleisten.
So bleibt das Netz stets verfügbar
Die Ausfallsicherheit lässt sich massiv erhöhen, wenn man den Festnetzanschluss mit einem 5G-Mobilfunkmodul absichert. Das Prinzip: Fällt ersterer aus, springt das 5G-Modul in die Bresche. Das passiert automatisch, ohne dass das betroffene Unternehmen etwas von der Störung bemerkt. Dazu stößt das System über den Router die Fehlersuche an und leitet die Entstörung in die Wege.
Wie die Technik funktioniert
Bei einer Störung bleibt das Internetsignal der Leitung aus. Der Router „meldet“ den Ausfall an das angebundene Mobilfunk-Modul. Darin befindet sich eine 5G-fähige SIM-Karte. Das Backup-Modul fährt hoch und versorgt den Kunden trotz des Leitungsausfalls mit der üblichen Bandbreite. Die SIM-Karte im Mobilfunk-Modul liefert unbegrenztes Datenvolumen, bis das Festnetz wieder läuft.
Stand: 08.12.2025
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Kann der Router nicht wieder auf die reguläre Leitung umschwenken, muss die SIM-Karte eine Meldung ans Service-Team auslösen. Dieses prüft dann die Daten des Anschlusses, um den Grund des Schadens herauszufinden.
Meist lässt sich das Problem remote beheben. Etwa bei einem Stau in der Leitung. Ist dies nicht der Fall, repariert die Technik-Fachkraft den Schaden vor Ort.
NonStopNetz: Sicherheit im Fall der Fälle
Die Tarife „Business DSL“ und „Business Glasfaser“ der Deutschen Telekom liefern Geschäftskunden ein Paket aus Festnetzanschluss, 5G-Mobilfunk-Modul sowie einem Installations- und proaktiven Entstörservice. Eine solche automatisierte Fehlersuche war bei vielen Anbietern bislang nur Großkunden vorbehalten. Für den Mittelstand bedeuten die neuen Tarife, dass sich die Unternehmen bei Ausfällen nicht an eine Service-Hotline wenden, in der Warteschleife hängen und dann ihr Problem erklären müssen. Mehr noch: In den meisten Fällen bemerken sie wahrscheinlich nicht einmal, dass ihr Netz gestört war, weil die Bandbreitenversorgung durch das duale Netz beständig funktioniert und das Geschäft einfach weiterlaufen kann.
Umdenken bei Telekommunikationsanbietern
Auf der Anbieterseite setzt dies resiliente Strukturen voraus: Ein stabiles und modernes Netz, das auf Glasfaser und 5G basiert. Zudem müssen zentrale Teams zur Verfügung stehen, die eingehende Störmeldungen schnell bearbeiten und bei Bedarf an die Teams vor Ort weiterleiten, wenn doch ein Vororteinsatz nötig sein sollte. Heißt: Telekommunikationsunternehmen müssen auch kleineren Kunden künftig einen Servicegrad bieten, der bislang nur im Großkundengeschäft üblich war.