Microsoft bringt keine komplett unabhängige neue Exchange-Version, sondern erweitert Exchange 2019 und stellt das System auf ein Abo-Modell um. Die Neuerungen kommen als kumulatives Update. Der Beitrag zeigt, was wichtig ist.
Mit dem Erscheinen des Exchange-2019-Nachfolgers "Exchange Subscription Edition (SE)" wird sich einiges ändern!
(Bild: Dall-E / KI-generiert)
Im Jahr 2025 veröffentlicht Microsoft den Nachfolger von Exchange 2019. Dieser trägt die Bezeichnung Exchange Subscription Edition (SE) und wird über ein Abonnement bereitgestellt. Ein Einmalkauf ist ab diesem Moment nicht mehr möglich, Exchange 2019 fällt aus dem Support. Sobald das CU1 für Exchange Server SE bis Ende 2025 erscheint, werden Exchange 2016/2019 nicht mehr unterstützt und lassen sich auch nicht mehr gemeinsam mit Exchange Server SE betreiben. Es ist von Microsoft auch nicht geplant, Extended Security Updates (ESU) für Exchange 2016/2019 anzubieten. Alle Informationen dazu zeigt Microsoft auf dem Beitrag zur Aktualisierung.
Abonnement und Neuerungen in Exchange Server SE
Das Abonnement betrifft den Server und die CALs. Preise sind aktuell noch nicht bekannt, vermutlich dürften die aber im Vergleich zu den bisherigen Lizenzen deutlich steigen. es ist aber auch zu erwarten, dass die CALs Bestandteil von einzelnen Microsoft-365-Abonnements sein werden. Die Neuerungen implementiert Microsoft über ein kumulatives Update (CU) in Exchange.
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Technisch entspricht Exchange SE daher den Möglichkeiten, die Exchange 2019 mit installiertem CU15 bietet. Der Code von Exchange Server SE und Exchange Server 2019 sind komplett identisch. Das CU15 für Exchange 2019 erscheint noch in 2024 und erhält alle Neuerungen, die auch Exchange SE mit sich bringt. Nach dem Erscheinen von Exchange SE im Herbst 2025 kommt gegen Ende 2025 bereits das CU1 für Exchange SE, das weitere Neuerungen enthält.
Es wird nach dem aktuellen Stand der Dinge nicht möglich sein, andere Versionen als Exchange SE in einer Organisation zu betreiben, wenn die neue Version zum Einsatz kommt. Einfach ausgedrückt führt Exchange SE den Vorgänger Exchange 2019 fort. Zukünftig lizenzieren Unternehmen Exchange aber über ein Abo. Mit der Installation von kumulativen Updates erhält der Server in Zukunft neue Funktionen. Das Aktualisierungsintervall soll bei etwa 6 Monaten liegen. Nach der Installation von CU15 ist kein paralleler Betrieb von Exchange 2013 mehr möglich. Microsoft empfiehlt bei der Migration von Exchange 2013 zu Exchange 2019 CU14 zu aktualisieren, dann zu Exchange 2019 CU15 und danach zu Exchange Server SE.
Exchange 2019 zu Exchange SE aktualisieren
Da Exchange SE technisch Exchange 2019 CU15 entspricht, können Unternehmen ihre Server über ein In-Place-Upgrade direkt zu Exchange SE aktualisieren. Microsoft empfiehlt daher auch das CU15 so schnell wie möglich auf Exchange 2019 zu installieren und danach direkt zu Exchange Server SE zu aktualisieren.
Eine Alternative kann aber auch der Wechsel zu Exchange Online in Microsoft 365 sein. In diesem Fall ersparen sich Admins in Zukunft eine Aktualisierung von Exchange, da sich darum Microsoft kümmert. Unternehmen, die noch Exchange 2016 einsetzen, können vermutlich zu Exchange 2019 CU15/SE wechseln, dann die Postfächer umziehen und nach Erscheinen des CU1 für Exchange SE dieses installieren, wenn Exchange 2016 aus der Organisation entfernt wurde. Besser ist es aber, so schnell wie möglich auf Exchange 2019 zu wechseln und dann ein In-Place-Upgrade auf Exchange Server SE durchzuführen.
Die neuen Funktionen werden dabei durch die Installation von CU15 in das System integriert. Es sieht so aus, als ob es kein CU16 mehr für Exchange 2019 geben wird. Exchange SE erhält jedoch relativ schnell das CU1. Mit dabei sind TLS 1.3 und die Möglichkeit, wieder Zertifikate direkt im Exchange Admin Center zu verwalten. Dazu kommt die Unterstützung von Exchange SE auf Windows Server 2025. Diese Kombination wird von Microsoft für den Betrieb auch empfohlen. Es ist anscheinend aber auch möglich, Exchange SE auf Windows Server 2019 oder Windows Server 2022 zu installieren. Das spielt im Rahmen der Migration eine wichtige Rolle. Die Installation von Exchange SE erfordert nach dem aktuellen Stand kein Schema-Update in Active Directory. Hier reichen die Erweiterungen von Exchange 2019 aus.
Nach der Veröffentlichung von Exchange SE soll im Herbst 2025 bereits das CU1 erfolgen. Hier erfolgt die Kommunikation zwischen den Servern dann mit Kerberos, NTLMv2 wird abgeschafft, und es kommt eine neue API dazu, welche die Remote-PowerShell ersetzen soll. Nach der Installation von CU1 sind in der Organisation keinerlei Exchange-Server vor Exchange SE mehr möglich. Dazu gehören dann auch Exchange 2016/2019. Das CU1 lässt sich daher auch erst installieren, wenn nur noch Exchange SE in der Umgebung enthalten ist. Eine vollständige Unterstützung des neuen Outlooks kommt vermutlich ebenfalls mit CU1, bis dahin werden Outlook 2021/Outlook 2024 und das Outlook aus den Microsoft 365-Apps zum Einsatz kommen.
Stand: 08.12.2025
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