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Mehr Qualität für mobile Lösungen

Mobile Testing im Fokus

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Maßnahmen für die Qualitätssicherung für mobile Lösungen.
Maßnahmen für die Qualitätssicherung für mobile Lösungen.
(Bild: Mobile Testing IDC White Paper 2015, Seite 8)

Qualitätssicherung für die mobile Welt

Gerade in der mobilen Welt brauchen Unternehmen qualitativ hochwertige Software. Die Ansprüche der Nutzer sind in diesem Bereich sehr hoch und der Wettbewerb ist intensiv. Denn auch das gehört zu den Besonderheiten der mobilen Systeme: für unzufriedene Anwender ist es überaus leicht, Apps, mit denen sie unzufrieden sind, zu deinstallieren. Es genügt, dass eine App ein paar Mal hängen bleibt und schon wird sie weggewischt und durch die eines Mitbewerbers ersetzt.

Eine App mit einem Fahrzeug-Konfigurator, die bestimmte Ausstattungskombinationen nicht realisieren kann, würde weder von Kunden noch von Geschäftspartnern akzeptiert werden. Das Bekanntwerden eines Sicherheitsproblems auf einem Smartphone kann wiederum eine ganze Mobility-Strategie obsolet machen. Unternehmen müssen daher sicherstellen, dass ihre mobilen Anwendungen hinsichtlich Sicherheit, Performance, Funktionalität und Usability auch höchsten Ansprüchen genügen.

Da mobile Systeme in der Regel nicht in geschützten Umgebungen laufen, sind sie besonders gefährdet. Schon das Einloggen in ein korrumpiertes WLAN in einem Hotelzimmer kann katastrophale Folgen haben, wenn zum Beispiel ein Angreifer auf diesem Weg Zugang zu einem ganzen Firmennetz erhält. Sicherheit muss daher bei der Qualitätssicherung mobiler Systeme höchste Priorität erhalten: ein sicheres System, das langsam läuft, ist ärgerlich, ein schnelles System, das unsicher ist, kann existenzgefährdend sein.

Wenn eine IDC-Studie zum Thema Qualitätssicherung für mobile Lösungen feststellt, dass 67 Prozent der befragten Unternehmen über kein Regelwerk für die Sicherung der Softwarequalität solcher Lösungen implementiert haben, so ist das vor diesem Hintergrund mehr als erstaunlich (siehe Abbildung oben). Schließlich sind mobile Lösungen einer der wichtigsten Trends der IT und ein zentraler Baustein der Digitalen Transformation. Ohne gesicherte Qualität wird es jedoch schwerfallen, diesen Baustein professionell zu nutzen. Die Gründe für diese Lücke in der Software-Qualitätssicherung sind:

  • Neuheit des Themas Mobility
  • Fehlendes Know-how und wenig Erfahrung, keine speziell dafür ausgebildeten Fachkräfte
  • Fehlende technische Infrastruktur für die Qualitätssicherung, beispielsweise geeignete Testumgebungen

Ein durchgängiges Management des Mobile Application Lifecycle, das von der Softwareentwicklung über Testing, Deployment bis zur Aktualisierung reicht, ist unerlässlich. Tatsächlich aber ist das entsprechende Qualitätsmanagement für mobile Lösungen, wie die erwähnte IDC-Studie feststellt, meist nicht vorhanden. So werden heute zwar in vielen Unternehmen Apps für die mobile IT-Welt entwickelt, aber die dafür vorgenommene Qualitätssicherung orientiert sich in der Regel an herkömmlichen Modellen und Verfahren

Mobile Software ist anders

Diese lassen sich jedoch aufgrund der Eigenheiten mobiler Systeme, aber auch wegen der hohen Anforderungen der Nutzer, nicht automatisch in die mobile Welt übernehmen. Klassische Testthemen wie Funktions- und Regressionstests, Performance- und Usability-Tests erscheinen hier in neuem Licht. Neue Herausforderungen für Qualitätssicherung und Testing entstehen vor allem durch die zwei Mobility-spezifische Faktoren Gerätevielfalt und Geschwindigkeit.

Gerätevielfalt

Auch wenn es mit iOS, Android und Windows Phone nur drei Betriebssysteme für mobile Geräte gibt, so ist durch herstellerspezifische technische Ausstattungen, unterschiedliche Display-Größen und -Auf-lösungen, Sensorik, RAM-Größe, Prozessorgenerationen und schließlich auch verschiedene Netzbetreiber eine fast unübersehbare Vielfalt von Varianten entstanden. Bei Android ist diese Fragmentierung besonders stark, hier gibt es derzeit etwa 19.000 verschiedene Geräte mit unterschiedlichen Software- und Hardwarekonfigurationen. Jedes technische Merkmal, zum Beispiel Beschleunigungssensor oder Fingerabdruckscanner, fügt eine weitere Dimension an Komplexität hinzu. Das Responsive Design, mit dem Apps automatisch auf unterschiedliche typisierte Konfigurationen reagieren können, verringert zwar den Entwicklungsaufwand, nicht aber zugleich auch den Testaufwand.

In der vollen Breite ist diese Vielfalt in Tests gar nicht abzudecken. Unternehmen müssen zur Priorisierung relevanter Konfigurationen daher zuerst einmal feststellen, welche Systeme ihre Kunden und Anwender in Mehrheit einsetzen. Hieraus lassen sich Gruppen der Abdeckung bilden: zum Beispiel zehn Gerätetypen, die 60 Prozent der Kunden verwenden und vielleicht weitere 20 Geräte, mit denen noch einmal 20 Prozent abgedeckt werden. Unternehmen müssen nun also auch aus Gründen der Test-Ökonomie ihre Kunden gut kennen. Der Rückgriff auf Software-Emulationen reicht in der Regel nicht aus, denn damit ließen sich allenfalls Basis-Funktionen überprüfen, die Herausforderung entsteht aber durch die Kombination echter Merkmale.

Geschwindigkeit

Die Mobility-Welt zeichnet sich außerdem durch extrem kurze Release-Zyklen aus. Zwei Releases pro Jahr, wie das in der herkömmlichen IT lange üblich war, sind hier nicht darstellbar. Einige Unternehmen, insbesondere solche, die in der Digital Economy fest verankert sind, bringen mitunter täglich oder in bestimmten Phasen sogar mehrmals täglich neue Versionen heraus. Auch wenn das Extremfälle bleiben mögen, sind kurzfristige Reaktionen auf Kunden-Anforderungen bei mobilen Lösungen unverzichtbar. Kundenbedürfnisse und Marktbedingungen verändern sich schnell und wenn sich Apps darauf nicht zeitnah einstellen können, fallen die Unternehmen im Wettbewerb zurück. Um kurze Release-Zyklen nicht durch geringere Qualität zu erkaufen, sind standardisierte und, so weit wie möglich, automatisierte Testverfahren erforderlich.

Externe Test-Services

Viele Unternehmen sind mit dem Aufbau einer adäquaten Qualitätssicherung für mobile Lösungen überfordert. Allein die Beschaffung einer hinreichend großen Geräteauswahl erfordert einen immensen Aufwand, doch anders lassen sich reale Test-Szenarien nicht durchspielen. Die Konsequenz ist, dass häufig an der einen oder anderen Stelle Kompromisse eingegangen werden: Im einfachsten Fall lässt man nötige Release-Wechsel aus, streicht Funktionalitäten oder man akzeptiert einen höheren Aufwand für Entwicklung und Pflege. Keiner dieser Kompromisse ist zielführend, auf die eine oder andere Weise sind Wettbewerbsnachteile unvermeidlich.

Einen Ausweg bietet die Nutzung externer Test-Services, wie sie etwa CGI bietet, also der Rückgriff auf die Ressourcen von Anbietern, die sich ganzheitlich auf das Thema spezialisiert haben. Ein Service-Provider kann ein strukturiertes und erprobtes Vorgehen zur Verfügung stellen, das den gesamten Testprozess im Mobile Application Lifecycle End-to-End abdeckt. Er kann ferner Geräte, Tools und eine Cloud-basierte, ausgereifte Test-Infrastruktur in Kundenprojekte einbringen. Entsprechende Services bieten hohe Flexibilität, einfache Skalierbarkeit und durchgängige Verfügbarkeit – Aspekte, die eine Lösung, die zur Gänze in eigener Regie betrieben wird, nur mit hohen Investitionen abdecken könnte.

Über den Autor

Holger Unrau ist Director und Product Manager Mobile Testing bei CGI.

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