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KI im Backbone HPEs Strategie für das KI-native Netzwerk

Von Berk Kutsal 3 min Lesedauer

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Auf dem Mobile World Congress 2026 hat Hewlett Packard Enterprise (HPE) angekündigt, wie die Juniper-Integration in konkrete Produkte mündet. Mit Express-5-ASIC, Gen12-Servern für vRAN und einer KI-gestützten Routing-Steuerung.

Zum MWC 2026 präsentierte HPE neue PTX-Router, Gen12-Server für 5G und agentische WAN-Automatisierung für KI-Infrastrukturen.(Bild:  HPE)
Zum MWC 2026 präsentierte HPE neue PTX-Router, Gen12-Server für 5G und agentische WAN-Automatisierung für KI-Infrastrukturen.
(Bild: HPE)

Vor dem Mobile World Congress 2026 legte Hewlett Packard Enterprise sein Telco-Portfolio neu auf. Im Mittelpunkt standen PTX-Router mit neuem ASIC, Gen12-Server für 5G- und Edge-Szenarien sowie eine KI-gestützte Automatisierung für den WAN-Betrieb. Nach der Integration von Juniper Networks wird die Verzahnung von Routing, Compute und Cloud-Betrieb sichtbar konkreter.

Express-5-Silizium: Kapazitätssprung im Core und DCI

Die Einführung der Juniper-Router-Serien PTX12000 (modular) und PTX10002 (fix) markiert den technologischen Kern der Ankündigung. Basis dieser Systeme ist der Juniper Express 5 ASIC, der laut HPE gezielt auf die Anforderungen von 800-Gbit/s-Infrastrukturen optimiert wurde.

  • Dichte und Skalierung: Der PTX12012 liefere in einem 12-Slot-Chassis eine Gesamtkapazität von bis zu 518,4 Tbit/s. Mit einer Portdichte von bis zu 648 x 800GbE-Schnittstellen reagiert HPE auf den steigenden Bandbreitenbedarf in Data Center Interconnects (DCI).
  • Effizienzparameter: Gegenüber der Vorgängergeneration gibt HPE eine Steigerung der Energieeffizienz um 49 Prozent an. Technisch werde dies durch eine höhere Integration im ASIC-Design und optimierte Kühlung erreicht, die bereits auf künftige 1,6-T-Linecards vorbereitet sei.
  • Buffer-Management: Für KI-Modelle, die auf massive Parallelverarbeitung angewiesen sind, soll das Buffering-Verhalten optimiert sein, um Micro-Bursts abzufangen und Paketverluste im Backhaul zu minimieren.

Agentic AI und das Model Context Protocol (MCP)

Ein signifikanter Trend im Netzwerkmanagement ist der Übergang von präskriptiver Automatisierung hin zu adaptiven Systemen. HPE nutzt hierfür den Juniper Routing Director, der nun Funktionen für so genannte „Agentic AI“ beinhalten soll.

Technisches Fundament soll hier das Model Context Protocol (MCP) sein. Dies ist ein offener Standard, der es LLMs (Large Language Models) ermöglicht, Netzwerkdaten – etwa Telemetrie, Topologien und Service-Status – strukturiert auszulesen. Das Ziel ist nicht mehr nur das Monitoring („AIOps“), sondern die Befähigung von KI-Agenten, eigenständig Konfigurationsänderungen zu validieren, Fehlerquellen im WAN zu isolieren und Routing-Pfade basierend auf Echtzeit-SLA-Daten zu optimieren. Für den Administrator bedeutet dies einen Wechsel von der manuellen CLI-Eingabe hin zur richtlinienbasierten Orchestrierung in natürlicher Sprache.

Edge-Compute: ProLiant Gen12 und vRAN-Integration

Am Netzwerkrand (Telco Edge) möchte HPE die Konsolidierung vorantreiben. Der neue HPE ProLiant Compute DL110 Gen12 wurde speziell für vRAN- und Open-RAN-Szenarien entwickelt.

  • 1. SoC-Architektur: Durch den Einsatz von Intel Xeon 6 Prozessoren mit integriertem vRAN Boost und AMX (Advanced Matrix Extensions) entfällt in vielen Szenarien die Notwendigkeit für externe Hardware-Beschleuniger. Dies soll die Komplexität des Hardware-Stacks am Funkstandort reduzieren.
  • 2. Durchsatz: Das System soll bis zu 500 Gbit/s Fronthaul-Bandbreite unterstützen und 20 Prozent mehr Kerne als die Gen11 bieten. Damit sollen sich höhere Funkdichten und Massive-MIMO-Konfigurationen auf einer 1HE-Plattform realisieren lassen.
  • 3. Software-Defined Routing: Ein wesentlicher Integrationspunkt sei die Verfügbarkeit des Juniper Cloud Native Routers auf diesen Servern. Dies ermögliche es Providern, klassische Routing-Hardware am Cell-Site-Standort durch eine virtualisierte Instanz auf dem ProLiant-Server zu ersetzen, was Platzbedarf und Leistungsaufnahme senkt.

Cloud Ops: Abkehr von proprietären Hypervisoren

Flankiert werde die Hardware durch die HPE Cloud Ops Software. In einem Marktumfeld, das zunehmend nach Alternativen zu etablierten, aber kostenintensiven Virtualisierungslösungen sucht, möchte HPE hier ein einheitliches Framework für das Management von virtuellen Maschinen (VMs) und Containern bieten. Die Lösung soll AIOps, FinOps und Cyber-Resilienz-Funktionen integrieren, um Multi-Tenant-Umgebungen im 5G-Kernnetz effizienter zu steuern und die Abhängigkeit von einzelnen Software-Anbietern zu verringern.

Finanzierung als Hebel

Über HPE Financial Services ergänzt HPE ein 90/9-Modell: 90 Tage ohne Zahlung, anschließend neun Monate Leasingraten von einem Prozent des Anschaffungspreises. In volatilen Beschaffungsmärkten soll das als Liquiditätsinstrument für größere Modernisierungsprojekte.

„KI-Infrastruktur befeuert das Wachstum der Service Provider. HPE hilft ihnen, in der KI-Ära die Führung zu übernehmen: mit intelligenten Netzen der nächsten Generation, die komplexe Abläufe, wachsende Datenströme und die Möglichkeiten von KI meistern“, sagt Rami Rahim, Executive Vice President sowie President und General Manager Networking bei HPE. „Leistungsstarke Hardware, einfaches Management über Server, Speicher und Netzwerk hinweg und integrierte Sicherheit – so virtualisieren und modernisieren wir Netze, vereinfachen den Betrieb und schaffen neue Dienste.“

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