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Auf dem IP-Insider-Prüfstand – Praxistest Fluke AirCheck WiFi-Tester

Handheld vereinfacht Fehleranalyse und Störungsdiagnose im WLAN

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Mitgelieferte Software

Um sich mit dem AirCheck im eigenen WLAN anzumelden, müssen die entsprechenden Zugangsdaten eingegeben werden – und hier ist Fluke aus Sicherheitsgründen sehr restriktiv. So können nur Profile mit diesen sensiblen Daten erstellt werden, wenn das Messgerät über USB mit einem PC verbunden ist und die mitgelieferte AirCheck Manager Software installiert wurde.

Zum Lieferumfang gehören zwei CDs; die erste enthält alle Handbücher im PDF-Format und zwar in den Sprachen Englisch, Französisch, Deutsch, Spanisch, Portugiesisch, Japanisch, Chinesisch und Russisch.

Die zweite CD beinhaltet den AirCheckManager, der sich nach Installation unter Windows7 mit dem Startbildschirm aus Abbildung 7 präsentiert.

An dieser Stelle muss man sagen, dass die Bedienung des Programms leider nicht auf Anhieb intuitiv gelingt. Denn bei nicht verbundenem Gerät kann man bspw. mit der Oberfläche zunächst gar nichts anfangen. Erst wenn die USB-Verbindung hergestellt ist, kann ein Profil über den Profilmanager angelegt und auf den Tester übertragen werden (siehe Abbildung 8). Der Aufruf durch Ctrl-P ist hier etwas irreführend, denn das ist bekanntlich der Hotkey für das Druckmenü in den meisten Windows-Programmen!

Nun kann ein neues Profil angelegt werden, wobei man beachten muss, ob dies im linken Fenster und damit direkt auf dem AirCheck oder im rechten Fenster und somit erst mal im entsprechenden Verzeichnis auf dem PC geschieht.

Nachdem man sich an die anfangs etwas umständliche Methode gewöhnt hat, lässt sich jedoch gut damit umgehen, denn die Datenübertragung von und zum Testgerät funktioniert schnell und stabil. Eine kleine Kostprobe, wie detailliert der Tester seine Arbeit aufzeichnet und welche Ergebnisse danach präsentiert werden, gibt das Verbindungsprotokoll in Abbildung 9.

Nach erfolgreichem Laden des Verbindungsprofils über „Tools -> Profil laden“ und dem Ignorieren kleiner grammatikalischer Schwächen in der deutschen Meldung, gelingt der Connect mit dem ausgewählten Funknetz auf Anhieb. Abbildung 10 zeigt diesen Bildschirm.

Tests mit Access Points, Gateways und Routern

Jetzt lassen sich umfangreiche Tests mit den entsprechenden Access Points, damit verbundenen Gateways, Routern und anderen angeschlossenen Geräten durchführen. Die Ergebnisse speichert man durch Drücken der F2-Taste, die in diesem Kontext mit „Protokoll“ belegt ist. Die so erzeugten Informationen sind dem Sicherheitsstandard von Fluke folged nur dann im Gerät zu speichern, wenn man im jeweiligen Funknetz autorisiert ist, d.h. eine vorherige Anmeldung erfolgreich war. Auf diese Weise ist es ausgeschlossen, dass ein gestohlener AirCheck dazu verwendet werden kann, Autorisierungsdaten zu missbrauchen.

Die nur autorisiert zu erfassenden Daten sind z.B. IP-Adressen der im Netz vorhandenen Geräte, deren MAC-Adressen und vor allem AP-Namen (SSIDs) und zugehörige Passwörter/Passphrasen. Das bedeutet: Ohne Autorisierung lassen sich Pegel und Frequenzen bestimmen, Aufstellungspunkte orten und Netzwerke auflisten. Sämtliche Aufzeichnungen und Protokollierungen können aber nur nach Anmeldung erfolgen. Heißt in der Praxis: Für die Wahl des besten Aufstellungsortes eines Access Points, die Ermittlung freier Kanäle oder das Auffinden von Störquellen ist der AirCheck ein hervorragender Helfer, der auch ohne Legitimationsdaten funktioniert. Alle Aktionen, die sicherheitsrelevante Daten auslesen und speichern, wie das Erstellen von Berichten, benötigen die Autorisierung im jeweiligen Funknetz.

Auswertung der Messergebnisse

Nach Anschluss an den PC findet man die Testdaten im Verzeichnis „Sessions“ auf dem USB-Wechsellaufwerk als das der Tester im Arbeitsplatz erscheint. Ein Doppelklick auf die Session-Datei führt bei installierter AirCheckManager-Software direkt zu den Sitzungsdetails, wo man mit Ctrl-R zum Berichtsfenster gelangt. Abbildung 11 zeigt dieses Fenster.

Aus den gesammelten Messdaten lassen sich nun verschieden detaillierte Berichte generieren, die man in das Excel- oder PDF-Format exportieren kann. Auch die Einbindung eines eigenen Logos oder Bildes ist möglich. Der Excel-Export einer AirCheck-Verbindungsübersicht kann am Ende dieses Beitrags im *.xls-Format heruntergeladen werden.

Mit den Informationen eines solchen Testberichts lassen sich viele Fehlerquellen aufspüren und der Ausdruck mit eigenem Logo hinterlässt zudem einen professionellen Eindruck beim Kunden oder beim Chef.

Fazit

Der AirCheck von Fluke ist auf jeden Fall ein wertvolles Hilfsmittel für alle Administratoren, die sich um drahtlose Netze kümmern müssen. Das Gerät deckt alle derzeit vorhandenen Funkstandards ab, erlaubt sehr detaillierte Diagnosen vieler Parameter und liefert ausführliche Testberichte, mit denen alle relevanten Informationen dokumentiert werden können.

Die Akkulaufzeit von ca. 5 Stunden reicht für einen intensiven Test-Arbeitstag aus und das Handling ist nach kurzer Einarbeitung angenehm und praxistauglich. Lediglich ein Gürtelclip oder eine andere Möglichkeit, den Tester am Körper zu befestigen, fehlt dem System. Die erwähnten kleinen Schwächen in der deutschen Übersetzung der Gerätesoftware lassen sich wohl durch ein Firmware-Update ausbügeln.

Das größte Manko dürfte allerdings der für einen weit verbreiteten Einsatz hohe Marktpreis von derzeit 2.000 EUR sein, der zumindest einigen Admins die Anschaffung des nützlichen Geräts zumindest erschweren dürfte.

weiter mit Teil 2

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