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Quelloffene Tools bieten den “Big Four” die Stirn

Gut und günstig – Open-Source im IT-Service- und System-Management

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Administratoren arbeiten mit handgestrickten Scripts

Anders sieht die Situation auf der unteren Ebene aus, also bei den Fachleuten, die vor Ort mit der Betreuung von Systemen und Services betraut sind. „Viele Administratoren machen sich das Leben leichter, in dem sie selbst geschriebene Scripts einsetzen“, erläutert Schuster.

Paul Schuster ist Director Business Operations bei der Matrix Technology AG. Das Münchner Unternehmen implementiert Open-Source-Lösungen, etwa für das IT-Service-Management (ITSM) oder für das Monitoring von Servern und Anwendungen. Zudem übernimmt das Unternehmen Aufgaben wie die Überwachung von Servern und Anwendungen. (Archiv: Vogel Business Media)

„Geschäftsführer und IT-Leiter bevorzugten bislang die Pakete großer Anbieter, weil sie sich damit auf der sicheren Seite wähnten“, erläutert Schuster. „Viele CIOs haben Vorbehalte gegenüber Open-Source-Lösungen wie Nagios, Open Ticket Request System (OTRS) oder Cacti, unter anderem deshalb, weil sie befürchten, dass sie sich in die Abhängigkeit von einem oder wenigen Entwicklern begeben, wenn sie eine solche Software einsetzen.“

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Dabei übersehen Management und IT-Leitung, dass auch die Lösungen der großen Anbieter Schwächen aufweisen. Eine besteht darin, dass Openview, Tivoli und Co. zwar einen großen Funktionsumfang aufweisen, die Anwender in der Praxis aber nur einen Bruchteil davon ausschöpfen.

Nach einer Untersuchung der Beratungsfirma Enterprise Management Associates nutzten 47,90 Prozent der Anwender von IT-Management-Suites gerade einmal 16 bis 50 Prozent der Funktionen, die diese Softwarepakete bereitstellen. Weitere 12 Prozent der Administratoren benötigen gar nur 1 bis 15 Prozent der Features.

Das bedeutet: Viele IT-Abteilungen verfügen über IT-Management-Lösungen, die überdimensioniert sind. „Diesen Overhead finanziert der Anwender allerdings mit“, kritisiert Schuster. Hinzu kommen weitere Kosten, die ein Nutzer von Großlösungen anfangs oft nicht sieht.

Für Consulting und das Anpassen der Software an die Anforderungen des Anwenders fallen beträchtliche Summen an. Auch jede Änderung, die im Nachhinein erforderlich ist, kostet extra. Da der Tagessatz eines Fachmanns von HP, IBM oder CA in der Regel bei mindestens 1.200 Euro liegt, summiert sich das schnell zu einem horrenden Betrag.

Open-Source-Lösungen

Es geht jedoch auch ohne teures Komplettpaket. Für fast jede Aufgabe im Bereich IT-Service- und Netzwerk-Management gibt es mittlerweile Open-Source-Lösungen. Einige Beispiele: Für das Monitoring von Servern steht „Nagios“ bereit, für die Überwachung der Performance in Netzwerken „RRDtool“. Die grafische Aufbereitung von Performance-Monitoring-Daten übernimmt die Software „Cacti“.

Open-Source-Programme wie Nagios oder Groundwork bieten vergleichbare Funktionen wie CA Unicenter oder HP Openview. (Archiv: Vogel Business Media)

Auch für andere Aufgaben, die im IT-Betrieb anfallen, stehen Open-Source-Programme zur Verfügung. „Syslog ng“ beispielsweise sei ein frei verfügbarer Syslog-Server, der auf Linux- und Unix-Maschinen implementiert werden könne, so Matrix-Fachmann Schuster. Die Software unterstützt den BSD-Syslog-Standard sowie Datenbanken wie „MySQL“ (ebenfalls Open Source), „Microsoft SQL“ und „Oracle“ oder „SQLite“.

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