Hyperkonvergente Infrastrukturen sind eine echte Option im Rechenzentrum. Doch sind sie auch das Richtige für eine kleinere Unternehmens-IT? Um dies zu entscheiden, müssen Administratoren das Konzept verstehen und dessen Vorzüge und Nachteile kennen.
Hyperkonvergenz ist in aller Munde. Doch passt ein solches System auch zu Ihrem Anforderungsprofil?
(Bild: kjekol - Fotolia.com)
Stellen Sie sich Hyperkonvergenz als die nächste Stufe der Evolution von konvergenten Infrastruktur-Grundbausteinen vor. Das Spektrum der konvergenten Elemente beginnt mit dem Selbsthilfemodell, das heißt, für ihre Rechenzentrumslösung evaluieren, kaufen und kombinieren Admins alle Komponenten selbst (Server, SAN/NAS, Switches, Software).
Etwas weiterentwickelter ist dagegen die Nutzung anbietereigener Referenzarchitekturen. Diese kann man sich wie ein Rezept mit einer Liste aller Zutaten und einer Anleitung zur Herstellung einer validierten Bereitstellung vorstellen.
Darauf folgen konvergente Systeme: Anbieter testen und validieren alle in der Architektur verwendeten Komponenten und verkaufen das Ergebnis als einzelnes Paket. Konvergente Systeme präsentieren die Hardwareressourcen über bestimmte Software als Ressourcenpool, der mithilfe von Richtlinien verwaltet wird.
Eine hyperkonvergente Infrastruktur ist der nächste Schritt. In ihr sind die Module Server, Speicher und Netzwerkkomponenten integriert und als eine einzige Appliance verfügbar. Die Software für eine hyperkonvergente Infrastruktur wird in einer virtuellen Maschine entweder auf Ebene des Hypervisors oder auf der darüber ausgeführt. Beworben werden solche Appliances als einfach zu bestellen und in verteilten Infrastruktur-Deployments einfach bereitzustellen und zu verwalten. Hyperkonvergenz soll den IT-Betrieb effizienter machen, vereinfachen und die automatische Ressourcenskalierung ermöglichen.
Die Vorteile von Hyperkonvergenz
Jede Appliance ist ein modularer Baustein, der linear skaliert werden kann (d.h., eine Appliance entspricht x Hostservern). Dank der Symmetrie und Homogenität dieser in sich geschlossenen Bausteine ist in IT-Abteilungen weniger Spezialwissen zur Integration und Verwaltung der Appliances im Rechenzentrum notwendig.
Darüber hinaus stellt eine solche Komplettlösung aus einer Hand einen Vorteil für Unternehmen dar, in denen einfach nicht genügend Personal zur Verfügung steht, um heterogene Systeme zu verwalten. Die gefürchtete Lähmung durch übermäßige Analysen bleibt ebenfalls aus, da es nur einige grundlegende Bausteine mit wenig oder gar keinen Anpassungsmöglichkeiten gibt.
Eine hyperkonvergente Infrastruktur könnte die richtige Wahl für ein Unternehmen sein, wenn die Verantwortlichen eine einfache horizontale Skalierung der Infrastruktur wünschen, Anwendungen wie VDI verwenden, in der IT-Abteilung nicht genügend Infrastruktur-Spezialwissen haben und ihnen der Leistungs- und Kostenumfang dieser Grundbausteine genügt.
Die Nachteile von Hyperkonvergenz
Hyperkonvergenz bietet zwar Agilität, Verfügbarkeit und Skalierbarkeit, doch Umfang und Leistung eines solchen Bausteins reichen den aktuellen Prozessen und den Mitarbeitern einer IT-Abteilung möglicherweise nicht. Es bringt nichts, die Ressourcenbereitstellung an Anwender zu beschleunigen, wenn diese dann die Infrastrukturservices nicht in derselben Häufigkeit und Größenordnung als Anwendungskomplettlösungen nutzen können. Für den optimalen Betrieb sind von der Infrastruktur unabhängige IT-Services nötig, um den Rhythmus und Umfang auszunutzen, den Hyperkonvergenz ermöglicht.
Sollte es zudem Anpassungsbedarf geben, ist eine hyperkonvergente Infrastruktur keine gute Wahl. Hyperkonvergente Appliances sind vordimensionierte Bausteine, die kaum Optionen für Änderungen an der Hardwarekonfiguration bieten. In manchen Fällen kann die Appliance auch zu groß sein für die VMs, die darauf betrieben werden sollen. So kann es sein, dass der Kunde eigentlich nur einen oder zwei weitere Hosts benötigt, die kleinste hyperkonvergente Appliance aber vier oder mehr Hosts bereitstellt.
Zudem kann es Probleme bei der Integration einer hyperkonvergenten Appliance in vorhandene Infrastrukturen geben. Hyperkonvergente Ressourcenpools sind nämlich für ähnliche Anwendungen optimiert. Aus diesem Grund sind die beliebtesten Anwendungsfälle bisher VDI und leistungsstarke Computing-Workloads. Dass Rechenzentren über einen homogenen Satz an Anwendungen verfügen, ist allerdings sehr unwahrscheinlich – gerade wenn man die Anforderungen von Konsolidierung, Ressourcenplanung und Hochverfügbarkeitsmaßnahmen berücksichtigt. Administratoren sollten daher für den gesamten Lebenszyklus ihrer Anwendungen planen, nicht nur für die Infrastrukturphase.
Stand: 08.12.2025
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Zu den Nachteilen von Hyperkonvergenz zählen allerdings auch:
Mangel an Anpassungsfähigkeit
Abhängigkeit vom Anbieter
Vorbestimmte Mindestkonfiguration für jeden Baustein
Um nun abschließend bestimmen zu können, ob Hyperkonvergenz eine Option für ein Rechenzentrum oder eine IT-Abteilung ist, müssen Admins noch eines wissen: Sie müssen die Fähigkeiten ihrer IT-Mitarbeiter und die Anforderungen der Geschäftseinheiten kennen, darunter das Bereitstellungstempo und den entsprechenden Workflow.
Kon Yang
(Bild: SolarWinds)
Fazit
Agilität, Verfügbarkeit und Skalierbarkeit sind wichtige Ziele im Rechenzentrumsbetrieb, doch ohne entsprechende Sicherungen kann es bei höherer Geschwindigkeit, stärkerer Konsolidierung und größerem Umfang zu Ausfällen kommen, deren Folgen auszumerzen letztendlich langwieriger und kostenintensiver ist.
Über den Autor
Kong Yang ist Head Geek und Technical Product Marketing Manager bei SolarWinds und verfügt über mehr als 20 Jahre an IT-Erfahrung mit Schwerpunkt auf Virtualisierung und Cloud-Verwaltung. Er ist VMware vExpert, Cisco Champion und aktiv beitragender Vordenker in der Virtualisierungs-Community.