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Grüne Netzwerke voranbringen Fraunhofer HHI startet Testlabor F5G OpenLab

Von Bernhard Lück 3 min Lesedauer

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Die fünfte Generation der Festnetztechnik (F5G) hat das Potenzial, den Energieverbrauch der Telekommunikation deutlich zu senken. Im F5G OpenLab in Berlin möchte das Fraunhofer HHI die Entwicklung vorantreiben. Dort erhalten Firmen Zugang zu neuesten Innovationen bei Glasfasernetzen.

Mit glasfaserbasierten Festnetzen lassen sich der Energieverbrauch (Green ICT) und die CO₂-Emissionen in vertikalen Industrien (ICT for Green) reduzieren.(Bild:  © – Anucha Cheechang/Shutterstock.com)
Mit glasfaserbasierten Festnetzen lassen sich der Energieverbrauch (Green ICT) und die CO₂-Emissionen in vertikalen Industrien (ICT for Green) reduzieren.
(Bild: © – Anucha Cheechang/Shutterstock.com)

F5G wird gerade entwickelt. Die Technik soll eine breitbandige Gigabitvernetzung mit geringer Latenz und hoher Verfügbarkeit bereitstellen. Anfang März hat das Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut (HHI) auf dem Mobile World Congress (MWC) in Barcelona das F5G OpenLab vorgestellt. F5G OpenLab ist ein neuartiges Testlabor und Experimentierfeld. Es verfolgt das Ziel, Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) durch die Förderung von glasfaserbasierten Netzen der fünften Generation (F5G) nachhaltiger zu machen. Das F5G OpenLab befindet sich am Fraunhofer HHI in Berlin. Es wurde gegründet, um die Validierung von Technologien und Lösungen voranzutreiben, die von der Industry Specification Group (ISG) F5G des „European Telecommunications Standards Institute“ (ETSI) definiert wurden. F5G OpenLab zielt darauf ab, IKT-Anforderungen zu sammeln und Fiber-to-the-X-Technologien, -Lösungen und -Standards für die Anwendung in vertikalen Branchen zu fördern.

CO₂-Fußabdruck digitaler Technologien verringern

F5G-Netze werden Festnetz- und Mobilfunktechnologien zusammenführen, um anspruchsvolle Anwendungen wie Ultra-High-Definition-Video-Streaming, Telemedizin, Virtual-Reality-Spiele und vieles mehr zu ermöglichen. Folglich werden das Volumen und die Varianten der mit Glasfaser angeschlossenen Geräte erhöht mit dem Ziel, „Fiber-to-Everything“ zu realisieren. Der zunehmende Einsatz von Glasfaserverbindungen birgt somit die Möglichkeit, den CO₂-Fußabdruck digitaler Technologien erheblich zu verringern. Erste Studien zeigen, dass Glasfasernetze das Potenzial haben, energieeffizienter zu sein als beispielsweise 5G-Mobilfunknetze. Durch die extensive Förderung von F5G-Netzen trägt das F5G OpenLab dazu bei, grüne und nachhaltige Netzwerklösungen für die Zukunft zu entwickeln.

„Wir treten in eine neue Ära der Kommunikation ein, in der glasfaserbasierte Festnetze eine wesentliche Rolle spielen werden, insbesondere mit Hinblick auf ihr Potenzial, den Energieverbrauch (Green ICT) und die CO₂-Emissionen in vertikalen Industrien (ICT for Green) zu reduzieren“, kommentiert Prof. Ronald Freund, Leiter der Abteilung „Photonische Netze und Systeme“ am Fraunhofer HHI und F5G-OpenLab-Projektleiter. „Die nächste Generation von Festnetzen wird benötigt, um das 5G-Mobilfunknetz zu komplettieren, d.h. die wachsende Anzahl von Cloud-Diensten, die hohe Bandbreiten oder Verbindungen mit geringer Latenz benötigen, energieeffizient zu ermöglichen. Durch die Initiierung von F5G OpenLab wird das Fraunhofer HHI dazu beitragen, die grüne Transformation durch den stringenten Einsatz von energieeffizienten Glasfasertechnologien voranzutreiben.“

Versuchsumgebung für digitale und grüne Geschäftsmodelle

Das F5G OpenLab ist offen für Mitglieder aus vertikalen Branchen, die ein digitales und grünes Geschäftsmodell umsetzen wollen. Es bietet Zugang zu den neuesten Innovationen in Bezug auf Glasfasernetze. In diesem Kontext haben Mitglieder die Möglichkeit, auf Designentwürfe für Netzwerke zuzugreifen und die Hebelwirkung der Glasfasertechnologie für alle wesentlichen Bereiche zu nutzen. Das Testlabor des Projekts evaluiert neuartige Komponenten, Systeme und Netzwerkdesigns. Es bietet eine herstellerneutrale Versuchsumgebung und einen Co-Working-Space für die Validierung neuer optischer und mobiler Netzwerklösungen im Hinblick auf ihre Bandbreiten-, Latenz- und Cloud-Anforderungen.

Darüber hinaus stellt das Labor ein einzigartiges Ökosystem bereit. Eingebettet in die deutschlandweite Cloud-Infrastruktur der Fraunhofer-Gesellschaft bietet es Zugang zu einem Live-Fertigungsort am Fraunhofer IPK (Berlin) und zu medizinischen Einrichtungen am Klinikum Carl Thiem (Cottbus, Brandenburg). Hier können die Mitglieder Lösungen für die digitale Transformation und grüne Netzwerkkonzepte entwickeln und testen. Außerdem werden diese mittels Standardisierung weiterentwickelt (ETSI F5G Use Cases).

Abschließend eröffnet das F5G OpenLab die Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch. Die Mitglieder können sich mit Fachleuten aus Normungsgremien, Hochschulen und der Industrie austauschen. Die Intention ist es, die Zusammenarbeit in der Branche und die Entwicklung eines Ökosystems zu fördern.

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