Fragmentierung
Es gibt in den „alten“ Standards die Funktion der Fragmentierung, um z.B. besser auf Störungen im Kanal reagieren zu können. Messungen des ComConsult-Labors haben jedoch schon lange gezeigt, dass diese Funktion überhaupt nichts bringt und es wird empfohlen, sie abzuschalten, wenn das möglich ist.
Theoretisch ist die Aggregation eine sehr gute Idee, aber auch hier wird man nachmessen müssen, ob sie in der Praxis wirkliche Vorteile mit sich bringt. Generell ist aber zu bemerken, dass das OFDM-Verfahren sehr unempfindlich gegenüber externen Störungen ist, wie ich theoretisch schon früher ausgeführt habe, und das Labor dies praktisch etwas später bestätigen konnte. Die Chancen, dass die Aggregation für die Stationen, die diese Funktion unterstützen, einen wirklichen Vorteil bringt, sind eigentlich sehr gut. Allerdings muss auch klar sein, dass die Stationen, die keine Aggregation beherrschen, untergebuttert werden, weil der Kanal durch die aggregierenden Stationen relativ länger belegt ist, bevor es einen erneuten Wettbewerb um das Medium geben kann.
Eine weitere neue Funktion ist die HTP Burst Transmission. Die PHY mit hohem Durchsatz definiert Formate für die Burst Transmission, die eine bessere Ausnutzung des Mediums ermöglichen sollen. Im Rahmen einer Burst Transmission wird zunächst der Zugriff zum Medium erlangt, wenn die Station den aber einmal hat, kann sie hintereinander verschiedene Frames zu unterschiedlichen (oder der gleichen) Zieladresse schicken.
Das ist ein qualitativer Unterschied zur Aggregation. Während einer Burst Transmission kann zusätzlich noch Aggregation benutzt werden. HTP Burst Transmission kann so nur dann benutzt werden, wenn alle Frames mit gleicher Ausgangsleistung gesendet werden. Sonst hilft RIFS weiter. Das RIFS ist ein neues Intervall für DCF und kürzer als alle anderen (Short Interframe Space, PIFS, DIFS, AIFS und EIFS). RIFS kann man dann benutzen, wenn man Burst Transmission für Frames durchsetzen möchte, die mit unterschiedlicher Leistung gesendet werden.
Es fällt sofort eine Anwendung auf, wo man diese Form der Übertragung dringend braucht: VoIP. In einem meiner letzten Artikel hatte ich beschrieben, wie VoIP in Funkzellen arbeiten kann. Ein wesentlicher Punkt hierbei ist, dass die beteiligten „Telefone“ ihre Sample-Pakete zügig loswerden. Noch wesentlicher ist aber, dass „hinter“ einem Access Point ja noch eine VoIP-Nebenstellenanlage liegt, die natürlich die Verbindung mit allen Telefonen gleichzeitig aufrecht erhalten möchte. Man kann jetzt die VoIP-über-WLAN Problematik wesentlich vereinfachen, wenn die Nebenstellenanlage alle ihre Samples zu den in der Zelle befindlichen Telefonen sozusagen gleichzeitig los wird. Und das geht mit der Burst Transmission wirklich optimal. Ich bin sicher, dass diese Funktion von den neuen Partnern der Herstellergruppen eingebracht wurde, weil sie so überaus elegant ist.
Für die höheren Datenraten muss der Multirate-Support erweitert werden. Da dieser aber ohnehin auf einer Modulations-Klasseneinteilung basiert, ist das recht simpel. Die neuen Klassen sind 8 „High Troughput PHY 20 MHz“ und 9 dito 40 MHz.
Der Block-Acknowledgement-Mechanismus ist eigentlich schon länger im Standard enthalten und erlaubt jetzt die Übertragung eines Blocks von QoS-regulierten MPDUs zwischen Stationen mit QoS ohne Unterbrechung durch ACK-Frames (bisher: Unterbrechung durch ein SIFS-Intervall). Der Mechanismus dient der Erhöhung der Effizienz. Es gibt zwei unterschiedliche Block-ACK-Mechanismen: unverzüglich und verzögert. Unverzügliches Block-ACK eignet sich für Verkehr hoher Bandbreite und geringer Latenz, während verzögertes Block-ACK für Anwendungen geeignet ist, die eine moderate Latenz vertragen.
weiter mit: Mode Request und Mode Response
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